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Mein WGT 2014.

So schnell, wie der Tag der Abfahrt letztendlich da war, so schnell waren wir irgendwie auch wieder zurück. Es war wirklich heiß, aber auch traumhaft schön. Auf eine Party haben wir es mal wieder nicht geschafft – und das obwohl es so ab 20 Uhr immer recht angenehm war. Konzerte habe ich nur 2 komplett gesehen – aber genau die wollte ich auch so sehr. Apoptygma Berzerk am Freitag und Oomph! am Montag. Beide waren der Knaller. Und ich weiß inzwischen, dass ich doch gar nicht die einzige mit Oomph!-Fieber im Freundeskreis bin. Yeah.

Ansonsten war ich tatsächlich das erste Mal beim viktorianischen Picknick – und habe durch die ganzen Eindrücke nicht ein Foto gemacht. Es waren so traumhaft schöne Gewänder dazwischen… Viele Ideen gesammelt, davon noch mehr wieder vergessen – nur der Rettungswesten-Reifrock hat sich wohl für immer in mein Hirn gebrannt. In gelb. Spannend wäre der bei Nacht und Beleuchtung gewesen. So saß ich schön auf einer Decke, aß Kekse und staunte einfach. Auch über die „Normalos“, die am Rand mehr oder weniger freundlich standen.

Samstag war dann Steampunk-Picknick. An einem ruhigen Ort, beim Parkschlösschen. Wieder auf der Decke gelegen, gestaunt, Kekse gegessen. Ich hatte meine Computerteile im Haar und so langsam kann ich mich auch mit den Steampunk-Farben arangieren. Vielleicht bastel ich für nächstes Jahr dann doch mal ein Outfit in die Richtung. Lust hätte ich inzwischen. Die Männer haben noch eine lustige Fotoserie mit Nerfs und dem Papproboter „Robbie“ gezaubert – mal sehen, was ich aus den Bildern noch machen kann. Danach gab es leckere Geburtstagspizza im Rizzi – zum Glück hatten wir einen Tisch drinnen, draußen spielte ein Herbert Grönemeyer-Double auf der Stadtfestbühne. Im heidnischen Dorf haben wir dann auch den kleinen Wikinger kurz getroffen. Es war ziemlich laut und wir alle irgendwie auch ziemlich matschig – alos zurück in die Wohnung und ab ins Bett.

Sonntag war die zweite Lesung beim Bundesverband verwaister Eltern eV von Cynx und vorher war Christian von Aster dort zu Gast. Wieder viel gelernt über das Gruftie-sein an sich. Wir suchen uns das nämlich gar nicht aus! Wir sind alle Flohfick-Opfer! Die Lesung aus Neuschwabenland war auch sehr interessant – ich frage mich noch immer, wo Cynx seine Reichsflugscheibe geparkt hat. Außerdem bin ich mir sicher, dass der Pinguin zwischendurch gezwinkert hat. Nach der Lesung hatte ich den kleinen Wikinger noch etwas auf dem Arm. Und im Bauch rumpelte es gleich 🙂 Der Plan in der Sixtina einzukehren wurde dann doch verworfen – dort war gerade Konzert von Schneewittchen und es war abartig warm… Zur Stärkung sind wir zur Moritzbastei und von dort in die Stand, Eis essen. The 69 Eyes war eigentlich der nächste Programmpunkt, aber ich bin dann doch lieber etwas durch die Agra-Verkaufshalle geschlendert. Danach landeten wir wieder im heidnischen Dorf und beendeten den Tag.

Montag wollten wir eigentlich zur Lesung von Christian von Aster ins Cinestar. Einlass sollte um 12 sein. Der Graf ist gegen 11 los, um Karten zu besorgen. Als er dort ankam, hieß es dann, nur 1 Karte/Person. Hmpf. Super beeilt, aber leider nicht genug. Sind dann in die Stadt gefahren und nach einem kurzen Besuch in einem Gothic Store mit einem Plausch mit Sonja von L’Âme Immortelle haben wir bei Bagel Brothers gefrühstückt. Das war btw das einzige der Frühstückslokalitäten von meiner Liste, die wir getestet haben. Ich bin jedenfalls ziemlich begeistert davon und fands sehr lecker. Ein bisschen durch die Stadt geschlendert und in der Milchbar einen Milchshake vernichtet, bis der Graf begeistert wieder zu uns stieß. Den Rest des Tages verbrachten wir auf einer Decke vor der Agra und wanderten mit dem Schatten. Kurz vor Oomph! verabschiedeten wir schon einige Freunde. In der Agra waren es inzwischen gefühlte 50°C. Uff. Auf unserer Stammseite war es dann etwas besser. den Großteil des Konzertes verbrachte ich auf der Decke auf dem Boden – was es nicht zu einem weniger tollen Konzert machte. Dero! Die Stimme! Hach!

Und dann war es auch schon fast vorbei… Dienstag sind wir recht früh aus den Federn gekrochen – wir waren noch zum Frühstück verabredet. Bagel Brothers, die zweite! Nomnomnom. Ich bin immer wieder absolut beeindruckt, wie aus einer kleinen Handpuppe, die jetzt seit fast zwei Jahren bei uns wohnt, solche Verbindungen entstehen können. Und wie mein Mann es immer wieder hinbekommt, auf solche interessante und tolle Menschen zu treffen.

So. Meine Worte zum WGT 2014. Und was habe ich am Wochenende gemacht? Hotel gebucht für 2015. Recht weit im Norden – aber stornierbar bis einen Tag vorher. Ich werde also weiter Ferienwohnungen anschreiben. Aber in dem Hotel wohnt dann auch Chrissy – das wird toll. Mal sehen, wie wir das dann so mit den Karten machen, aber auch mit Zirkusbaby wird das ganz bestimmt toll. Wir freuen uns sehr.

WGT 2014 – Gedanken II.

Whoop, whoop, whoop! Noch zehn Tage, bis wir uns auf den Weg nach Leipzig machen! Das ist ja im Grunde irgendwie gar nichts. Jetzt muss nur noch mein Magen etwas ruhiger werden und dann wird alles total toll. So richtig.

WGT – To Do:

[x] Unterkunft: Ferienwohnung, von der ich nur noch die genau Adresse brauche. Adresse ist schon notiert.
[x] Outfits: Es sind noch zwei schwarze Kleider dazu gekommen, sowie eine schwarze Hose. Perfekt.
[  ] Frisur: Frisör ist nächste Woche eingeplant und Haarkreide teste ich auch noch am Wochenende.
[  ] Nähen: Wohl eher nichts mehr.
[  ] Basteln: Das schon eher. Meine Nerf steampunken oder so. Das scheitert wohl an der Farbe. Mal sehen, wie meine restlichen Mini-Hütchen so aussehen.
[  ] Readymade: Vielleicht noch ein neues Shirt bemalen. “Zirkusbaby inside” oder so. Habe ein Bauchband bestellt, mal sehen wann das hier eintrudelt.
[x] Bestellen: Karten sind da, Kleid auch da.
[x] Schuhe: Hauptsache bequem. Pikes, Dr. Martens. Reicht.
[x] Tasche: Noch immer die Eastpack-Schultertasche. Habe sie sogar entmüllt und aufgeräumt. Dabei das WGT-Bändchen vom letzten Jahr rausgenommen.
[x] Korsetts: Bleiben komplett auf meinem Schrank.
[  ] Kamera: Kommt wohl mit, mal sehen mit welchem Objektiv.
[  ] Make-Up: Ist dann wohl das einzige, wobei ich mich richtig austoben kann. Freu ich mich drauf.

Momentan grübel ich, was ich denn noch backen könnte fürs Steampunkpicknick. Müsste dann von Donnerstag bis Samstag durchhalten und noch immer schmecken. Und gut zu transportieren sein. Vielleicht kalter Hund im Glas? Oder Brownies? Wobei die so krümeln… Bin unschlüssig. Vielleicht packe ich auch einfach noch ein paar Zutaten ein, um morgens in der Wohnung eben schnell was zu zaubern. Wraps oder Sandwiches oder so.

Vor fünf Jahren.

2009 habe ich mein Abitur gemacht. Am 18. Juni war meine mündliche Prüfung. Das ist jetzt 5 Jahre her. Wenn man mich damals gefragt hat, wie ich mir mein Leben in fünf Jahren vorstelle, habe ich viel erzählt. Jetzt – fünf Jahre später – kann ich nur sagen: Mein Leben ist schöner, als ich es mir je erträumt habe.

Es war Sommer, ich hatte sechs Wochen freie Zeit vor mir, bevor meine Ausbildung anfing. War seit einem Monat Single, kannte mehrere interessante Menschen, bei denen mein Interesse nicht nur einseitig war. Es war ein toller Sommer, mit Urlaub, Festivals, Freunden, Sonne und Zeit. Die letzten sechs Wochen, die ich bisher nur für mich hatte.

Vor fünf Jahren sagte ich, ich wünsche mir für jetzt einen Job, wenn möglich mit Aussicht auf Festanstellung. In Hamburg, Kiel oder weiter weg. Eine schnuckelige Wohnung, nur für mich. Einen liebevollen Menschen an meiner Seite. Eine Katze, wenn möglich. Ein kleines Auto. Freunde, die mit mir zu Festivals fahren.

Einige Dinge hatte ich zwischendurch. Zwei Katzen in der WG, eine 13-monatige Beziehung, im ersten Jahr auch noch regelmäßige Treffen mit Freunden aus der Schule, Festivalbesuche, Urlaube. Davon blieb nur ein Teil. Vieles musste erstmal kaputt gehen, bis etwas Neues entstehen konnte. Einiges pausierte für die Zeit der Ausbildung, anderes schlief komplett ein.

Und jetzt? Jetzt bin ich mit dem tollsten Mann der Welt verheiratet, habe unser Zirkusbaby im Bauch, bin Katzenmama, festangestellt im öffentlichen Dienst, fahre einen Kombi, wohne mit meinem Mann zusammen in einer wundervollen Wohnung, bin regelmäßig mittelaltern, lebe wieder in Meldorf, treffe regelmäßig Freunde, habe über Twitter tolle Leute kennengelernt, blogge auf 5 verschiedenen aktuellen Blogs (und habe damit wohl tatsächlich teilweise mehr Leser als die Mitschüler, die Journalismus studieren…), mache Fotos, fahre zu Festivals, liebe unsere Szenen und genieße einfach das Leben.

Das hätte ich absolut nie gedacht. Es macht mich unfassbar glücklich und ich genieße nahezu jede Sekunde. Es kommt oft anders, als man denkt. Das ist verdammt gut so.

Mein WGT 2013.

Drei Wochen ist es jetzt schon her. Oh man. Die Zeit verging viel zu schnell. Aber es war so schön! Dieses Jahr habe ich für Festivalhopper geschreiben und meine Berichte sind dort auch zeitnah online gegangen.

Freitag stand im Zeichen der Anreise. Wiederkehren. In Stimmung kommen.

Samstag war irgendwie nass. Aber gemütlich.

Sonntag fand das Spontis-Family-Treffen statt. Und es wurde im Tüllmonster getanzt.

Montag = Abschiedstag, obwohl wir bis Dienstag geblieben sind.

Fotos habe ich fast keine gemacht – war auch mal schön. Trotdem finde ich es schade, jetzt keine zu haben. Naja, nächstes Jahr wieder.

Morgen in einem Jahr ist es schon wieder so weit. Ich freu mich drauf <3

WGT 2013 – Gedanken II.

… und dann war es lange still. Machen wir mal ein Update.

WGT – To Do:

[x] Unterkunft: Gibt hier jetzt schon mal von Anfang an ein x – das ist seit letztem Jahr schon geklärt. Hotel. Buchungsbestätigung muss ich noch ausdrucken, alles andere ist dafür geklärt.
[ ] Outfits: Der Stoff für meinen neuen Rock ist angekommen, bei meinen Eltern allerdings. Die Zeichnungen sind fertig, jetzt kann ich anfangen. Insgesamt waren 10m Stoff auf mich, wobei 6m eine Stoffbreite von 3m haben. Au ja! Woah. Eine sehr anstrengende Idee war das. Ich habe vom Rock bisher 3/4 fertig, allerdings die zeitraubendsten Dinge. Stoff zerschneiden, nähen und raffen – das war eine Aufgabe, die nicht enden wollte. Aber: alles wird gut! Hoffentlich… Mein ehrgeiziges Ziel ist es, den Rock diesen Samstag tragen zu können. Noch eher utopisch.
Outfits direkt zusammenstellen mache ich irgendwann kurz vorher. Habe ich Sonntag. Also Korsetts durchprobiert und Gedanken gemacht. Muss noch mal schauen, ob ein oder zwei Tage Reifrock, das hängt aber auch vom Programm ab. Auf jeden Fall darf das Zirkusadel-Kleid wieder mit. Es passt nämlich wieder!
[ ] Frisur: Meine Haare haben mir das Blondieren so übel genommen, dass ich das jetzt lassen werden. Auch wenn es mir das Herz bricht, nicht mehr bunt zu sein. Ich werde nächste Woche unbedingt noch Spitzen schneiden lassen müssen. (Wer mich kennt, weiß wie übel ich danach drauf bin. Aber was sein muss…) Das war super! Spitzen sind geschnitten, Haare sehen viel besser aus, ohne viel Länger verloren zu haben. Dank einer tollen Frisöse. <3 Ich werde kurz vorher noch mal etwas nachröten.
[ ] Nähen: Das Tüll-Monster. I’m sewing, baby!
[ ] Basteln: Mal sehen. So weit bin ich noch nicht. Brauche ich wohl nicht mehr. Ein neues Hütchen lief mir in Bremen über den Weg, welches ich wohl zum Zirkusadel-Kleid tragen werde.
[ ] Readymade: Vielleicht noch ein neues gepimptes Shirt. Eher nicht.
[x] Bestellen: Die Karten! Check! Mittwoch bestellt, Freitag waren sie da.
[ ] Schuhe: Die Pikes, die ich letztes Jahr bestellt habe, waren im Oktober oder so auch endlich da. Also kommen die mit und meine silbernen DocMartens. Eventuell kommen auch noch die schwarzen FakeDocMartens mit, mal sehen.
[ ] Tasche: Ich kann mich irgendwie nicht überwinden, eine neue zu kaufen. Finde einfach nichts passendes. Aber solange meine Eastpack-Schultertasche noch in Ordnung ist, sehe ich da auch noch kein Problem.
[ ] Korsetts aussuchen/reinigen: Vorm WGT ist ja eigentlich immer Korsett-Reinigungszeit. Ich habe seit dem letzten Jahr aber nur ganz selten eins getragen, also ist das dieses Jahr auch nicht so ein Aufwand.
[ ] Kamera: Alles perfekt. Mein neues Objektiv ist toll, ich muss nur noch weiter üben.
[x] Vampirzähne: <3
[ ] Make-Up: Möchte ich gerne noch mal ein bisschen üben vorher. Also vielleicht mal so richtig Gedanken machen und nicht am Tag selber spontan was zaubern.

Kurz-Vorher-Aufgaben:

[ ] Routenplan, Stadtplan, Veranstaltungsorteplan, Tramplan, Auftrittsplan: Kommt alles kurz vorher.
[ ] Einkaufen: Das Übliche: Proviant, Auffrischung von Make-Up. Wie lustig, dass meine Kajal-Stifte immer ziemlich genau ein Jahr halten.
[ ] Elektroausrüstung: Kamera, Kindle, Netzteile. Eventuell Netbook, falls ich noch für irgendwen blogge.

Das neue Auto fährt sich so wunderbar, die Fahrt ist also auch nicht mehr so anstrengend, wie mit dem Kleinen. Ein oder zwei Mitfahrer werden wir haben, mit Nummer eins ist auch schon alles geklärt. Bis auf die Abfahrtszeit. Ich freu mich!

Hochzeitsvorbereitungen. #Musik

Das wird vermutlich einer von wenigen Hochzeitsplanungsposts. Ich möchte damit nicht den Blog hier überschwemmen. Wer Interesse an unserer Planung hat, darf sich gerne melden, an anderer Stelle schreibe ich darüber ausführlicher.

Seit ich meinen neuen mp3-Player für’s Schwimmen habe, mache ich mir Gedanken über die Musik bei unserer Hochzeit. Die Liste der Titel wächst und wächst, etliche Titel sind für mich schon jetzt unverzichtbar. Auf andere würde ich vermutlich so nicht kommen. Deswegen jetzt diese Frage:

Welche Songs dürfen denn bei einer Gruftie-Hochzeit auf gar keinen Fall fehlen?

Zirkusadel unterwegs: Schädelkult in Schleswig.

Vor zwei Wochen waren wir in Schleswig und auf dem Weg zur Schädelkult-Ausstellung. In unserer Zeitung war eine Woche vorher ein großer Bericht über die Ausstellung und ich erinnerte mich an einen Blogeintrag von der bezaubernden Shan Dark. Die Ausstellung war vorher in Mannheim und ist jetzt bis zum Oktober in Schloss Gottorf.

Das Wetter war perfekt für einen Museumsbesuch – mit mehr Zeit hätten wir uns noch den Rest des Schlosses angeschaut, aber das werden wir bei anderer Gelegenheit machen.

Die Karten für die Ausstellung bekommt man direkt an der Kasse am Eingang vor dem Schloss. Eintritt kostet normal 9€, ermäßigt 4,50€. Ich hatte leider meinen Schülerausweis nicht mit, aber die Dame an der Kasse war trotzdem bereit, mir für den Schülerpreis eine Karte zu verkaufen.

In der Ausstellung war es entgegen der Schilder erlaubt, Fotos zu machen. Der Aufpasser dort war sogar erfreut und ermutigte mich.

Das lasse ich mir natürlich nicht zwei Mal sagen. Ich habe leider nicht mehr alle Erklärungen parat, deswegen lasse ich einfach die Bilder sprechen.

Die ganze Ausstellung war von einem Audioguide begleitet, ein kleiner Player, der auf Knopfdruck zu den Exponaten kurze Informationen gab. Das war im Eintrittspreis enthalten.

Diese Schädel waren aufwändig bemalt. Davon gab es noch mehr in der Ausstellung.

Ein Schädel aus der Wissenschaft – es war wirklich interessant zu sehen, wo die Menschen früher die Seele und andere Sinne zu finden meinten.

Dann natürlich die schon genannte X-Tra-X-Werbe-Vitrine. Nun ja. Ähem.

Und Schädel heute bei St. Pauli.

Die Ausstellung ist wirklich interessant und die Nord-Gruftschnecken sollten sich das unbedingt anschauen. Abgesehen davon ist Schleswig auch eine Reise wert. Ich habe bei Thors Schmiede gleich als Erinnerung an das WGT zwei Flaschen Wikingerblut erstanden, hihi.

Zirkusadel V

Sylem? Hier steckst Du! Ich hatte Dich gesucht und schon fast die Hoffnung aufgegeben, das Du noch hier bist. Hier, Wasser, Brot, Käse und Wurst für Dich. Far Falla und Nina Luna habe ich eben schon gefunden. Ich glaube, Unser Messerwerfer hat ein Auge auf die kleine Drahtseilkünstlerin geworfen. Ich hatte Ihm nicht gesagt, das Sie rothaarig ist. Du hättest seine leuchtenden Augen sehen sollen und Ihre abfällige Handbewegung. Zum brüllen komisch! Mittlerweile haben Sie sich wohl angefreundet. Du isst ja garnicht…hast Du keinen hunger? Schau nicht so, ich habe selbst kaum Geld um mir mehr als das zu leisten…Ah, da kommen die beiden ja schon. Sie haben in den letzten Wochen viel trainiert. Far Falla wirft nun mit verbundenen Augen. Und Nina Luna hat sich das Trapez noch zu eigen gemacht. Du solltest es Dir mal ansehen, diese beiden sind großartig! Ich selbst habe wärend meiner Abwesenheit auch ordentlich trainiert. Ich werde wohl als Feuerspucker auftreten. Was? Warum ich nichtmehr die Ansagen mache? Nun…ich erhielt vor kurzem einen Brief…von einem sehr Wortgewandten Sandläufer. Er kann verdammt nochmal mit Worten umgehen. Als Er wieder zu sich kam, erzählte Er:

Die Luft hat ihr Flirren längst verloren. Der Sand flüstert in anderen Stimmen hier. Es ist seltsam so fern von daheim, spricht alles andere Sprachen, nicht nur die Menschen. So oft ich auch lerne, so oft ich auch schaue, es ist doch immer ein Schimmer des Fremden so fern … so fern. Doch der Wind ruft stetig meinen Namen. ‚Dajin‘ flüstert er und ich folge auf den Schwingen der Erde. Grenzen bedeuten nichts, wenn man Freiheit im Blut trägt, aufgemalte lächerliche Linien nur, doch manche Grenzen sind in mir, in uns allen – und dann spüren wir sie. Der Mond durchwandert seinen Zenit als das Schaudern solcher Grenzen Alejo unruhiger traben lässt. Es ist Zeit zu schlafen, doch das Flüstern lässt nicht nach. So lange schon geht es voran, dass ich das Braun meiner Augen, das Schwarz der Haare, des Bartes, erkennen könnte, sei das Wasser noch so seicht. Schmerz und Dreck und lange Tage haben sich gesammelt auf Antlitz und Haar. Ich hadere, Zeit gegen Vernunft, Vernunft gegen den Ruf. Es kann nicht weit sein, das Lager das ich suche. Sollich besser ein eigenes aufschlagen? Aufgeben für heute? Es bleibt mir nicht viel Wahl. Die Möglichkeit von Wärme treibt mich weiter, ein wenig noch. Ich spüre Alejo spöttelt, mit seinem eigenen Wesen, ich erspüre es im Klang seines Ganges, in einer Unregelmäßigkeit die niemand sehen würde. Niemand würde es glauben, nicht in dieser Welt. Hinter den Grenzen des Sandes glauben die Menschen nicht mehr daran, dass der Geist auch in den Tieren wohnt. Wolken vor meinem einzigen Licht, dem stetigen Auge Leylas, machen mich fast blind, doch Alejo weiß wohin, wir sind wie eins, so geht es weiter, er findet den Boden bei jedem Tritt, sicheren Grund, wo ich schon verloren stolpern würde. Die Finger zittern, das Wasser fehlt, die Stunden der Ruhe. Wieder nicke ich ein, Sekunden nur, dann noch eine Sekunde – und der Mond ist schon wieder weitergezogen. Alejo fängt mich mit einem Schritt zur Seite als ich beinahe falle. Ich falle nie vom Pferd … niemals … was ist los? Es geht kaum noch … bin ich je soweit gereist ohne eine Pause, so viele Stunden geritten ohne Wasser, Brot, Schlaf? Schlaf. Es gibt nichts seligeres als den Schlaf in diesen Sekunden. Alejo stockt, stoppt, senkt den Hals, wartet, ich taumle hinab, kann nicht recht erkennen. Ein Zelt? Ich weiß es nicht, schlage ein Plane zurück. Ein Traum? Bin ich letztendlich doch eingeschlafen? Unser Volk ist so klein, im Gegensatz zu den Menschen hier. Er muss wohl einen Kopf größer sein als ich. Ein Fremder, wie alles hier fremd. Er stürzt auf mich zu, als wäre ich fast tot, als müsste man mich fangen. Ich kann nicht einmal mehr lachen vor Ironie. Mich fangen? Krieger fallen eher, als dass sie gefangen werden. Ich falle, es ist Sand unter mir. Sand … Sand … bin ich doch daheim? Wo sonst ist solcher Sand zu finden?

Sein voller Name lautet glaube ich „Dajin al´Hamed Horas a´l Djoran al´Zud Zumanim Zumanid…oder so. Dir dann bekannt als Dajin. Das reicht. Ich brachte Ihn sofort ins Bett. In letzter Zeit habe ich oft mit Ihm gesprochen und mit Ihm einen Pakt geschlossen. Er wohnt von nunan hier. Nina Luna wird das Zelt mit Ihm teilen. Dafür das Er bei Uns wohnt, bekomme ich ab und an alte Märchen von Ihm. Er sagt, das Münzen nicht in seiner Kultur von belang sind. Deshalb würde Er einen Gefallen mit einem Gefallen bezahlen. Er hätte auch einem von Euch das reiten beigebracht. Aber Sylem…Du auf einem Pferd? Dieser Gedanke ließ mich doch schmunzeln. Wie dem auch sei, Er soll bei Uns die Ansagen machen, da Er mit dem Wort besser umgehen kann als ich. Ja Sylem. Es gibt wohl Menschen die Sachen besser können als ich…ich war auch verdutzt. Guck nicht so! Das war ein Scherz. Jeder sollte das tun, was Er am besten kann. Und das tun hier alle! Nun aber eile. Ab Morgen wird hier wieder gearbeitet! Der Meister ist zu Haus! Und Er bringt Ideen und Arbeit mit! Gute Nacht, Sylem. Far Falla, Nina Luna? Ab in Eure Zelte! Es wird bald wieder aufgestanden!

Zirkusadel reist…

In den nächsten Tagen werde ich eine großartige Reise antreten. Warum ich schon vorher weiß, das sie großartig wird? Nun, ich fahre zu meiner Liebsten. Für 3 Wochen. Die freude ist kaum auszuhalten. Und so packte ich eben, liebestrunken, meinen Koffer. Fangen Wir mit der untersten Schicht an.

Natürlich dürfen meine guten Hosen nicht fehlen. Ich habe aber da unter noch, sagen Wir, unaufälligere Modelle.  Als nächstes also mal legere Kleidung. Nächste Schicht: T-Shirts.

 

 

Nun…Ich sag mal, Shirts sind nicht ganz so mein Ding, erst in letzter Zeit hab ich diese Art von Kleidung zu schätzen gelernt. Trotzdem, wohler fühl ich mich nunmal im Hemd. Und so kommen Wir auch zur dritten Schicht.

 

 

Ist wohl schlecht zu erkennen, aber es sind auch schwarze Hemden im Koffer. Dazu, für jede Gelegenheit, eine Krawatte. Jetzt nicht im Bild sind meine beiden Hosenträger, die ich ja schon im anderen Artikel vorstellte. Nächste Schicht. Vesten.

 

3 Westen sollten reichen um überall immer gut auszusehen.

Die letzte Schicht.

 

 

 

 

 

Bestehend aus; Streichhölzern, mein Amulett von Ihr, Krawattenkette, Armbanduhr, Schweißer-bzw. Fliegerbrille, Taschenuhr,Sonnenbrille, Eyeliner und Kajal, Nagelack, Nadeln, meine Ringe, mein Rasiermesser, Nähgarn, Kontaklinsen, ein Buch und ein Knopf. Das nötigste also nur.

So sieht das dann gepackt aus. Hier noch mein Bandana.

Alles in allem soll es ja für 3 Wochen reichen. Ich bin voller Sehnsucht nach Ihr, ich kann es kaum erwarten, mich in den Zug zu setzten um von Ihr dann abgeholt zu werden. Da Wir ja auch so einiges vorhaben, muss ich für alles gerüstet sein. Und das, so denke ich, bin ich.

Gothic Friday; Gothic ist ein Lebensstil?!

Ob Gothic für mich ein Lebenstil ist?…

Da muss ich nicht lang darüber nachgrübeln. Definitiv!

Warum das so ist? Keine Ahnung. Es kam einfach mit der Zeit. Der Geschmack musste sich in irgendeiner Art ausbreiten. Und so versuchte ich mich auszudrücken. Meine erste „Schwarzphase“ hatte ich mitten in meinem Streit mit Mutter und Vater. Ich trug danach ausschließlich schwarz. In dieser Zeit verloren meine Eltern auch die Vorbildfunktion für mich. Ich suchte mir etwas neues. Meine Wahl viel auf einen Anzugtragenden Smutje, der stets gute Manieren Bewies. Sein Anzug war immer ´chic´ Schwarz. Und somit fing es an, das ich in Hemd und Krawatte durch die Gegend stolzierte. Natürlich schwarz.

Da hatte ich keine Ahnung von der Musikrichtung oder einer Art Lebenseinstellung. Ich lernte nach und nach den Atheismus kennen. Der mir in soweit gefiel, das es gegenan ging. Ich wollte wohl anders sein. Meine erste Band dann schließlich war Samsas Traum. Mir gefiel besonders diese Gedanken, die mir diese Musik bescherte. Schwarze Gedanken. Zur schwarzen Kleidung gesellte sich nun also langsam auch eine gewisse Härte im Alltag. Selbstbewusstsein mit einem kräftigen Schuss schwarzem Humor. Lachen, wenn andere anfangen zu weinen. Sagen, was andere sich nicht zu sagen trauen. Ich stumpfte ab. Ich wollte mehr von den „Albträumen“, den schwarzen Gedanken, wollte erfahren, wie die schlimmsten sind. Ohne vorweggreifen zu wollen, ich hab meinen persönlichen Albtraum immernochnicht erlebt. Bzw. andere Albträume erleben und Urteilen. Aber ich schweife ab…

„Ich bin der Dunkelgraf.“ Dieser Adelstitel hat mich mehr als geprägt. Ich drückte mich ja immer schon gewählt aus, so sagte Mutter mir Gestern erst wieder. Totenköpfe, schwarze Drachen und selbige Kerzen sind nette Accesoires. Aber wenn ich das Jemand X-Beliebigen schenken würde, hätte der auch nur Deko von. Kerzen allerdings, sind ein gutes Stichwort. Ich sitze am liebsten im Kerzenschein, lesend, ruhe genießend, trinkend, hauptsache kein elektrisches Licht. Ich mag kein elektrisches Licht. Das würde ich zu meinem Gothic-Lebensstil zählen. Kajal, Eyeliner und farbige Kontaktlinsen sind zu einer schönen Ausdrucksform für mich geworden. Die „alte Schule“, wie sie häufig genannt wird, zelebrier ich immernoch. Natürlich in feinen, schwarzen Dresscode. Coppelius prägte dann zusätzlich noch. Und mit Coppelius kam der Absinth.  Ansonsten…die schwarze Kleidung, ja, trag ich Privat schon noch, auf Arbeit mittlerweile nichtmehr.

Der nächste Lebensabschnitt, den ich als mein Gothic-Lebensstil jetzt bezeichnen würde ist mein „Zirkusadel“. Eine Idee, die auf dem WGT entstanden ist. Seitdem hat sich meine Musikkenntnis erweitert. Ich weiß jetzt, was ich will, lerne auch immer wieder potenzielle neue Bands kennen, aber der Kern ist da. Zurück zum Zirkusadel. Es kam so, das ich mittlerweile 3 Hosen haben, die komplett gestreift sind. Eine ins Schwarz/Grau und zwei in Schwarz/Rot. Letztere waren Schuld am Zirkusadel. Meine Liebste hat ein Kleid in diesem Stil. Den einen Tag auf dem WGT liefen Wir also so durch die Stadt. Oft schon bekam ich für die Hosen den Spruch:“Aus welchen Zirkus ist der denn ausgebrochen?“  Und da ich nunmal der Graf bin, war Zirkusadel Perfekt. Dies lässt sich auch in meinen anderen Artikeln lesen. Zirkusadel, muss ich wohl hier nicht weiter erklären.