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WGT – Gedanken III.

Leben, ey. Immer kommt irgendwas dazwischen. Noch 20 Tage bis wir aufbrechen. Ab Montag kommt dann auch die Zeit für die Vorfreude.

WGT – To Do:

[x] Unterkunft: Hotel ist von unserer Glitzerelfe aus Ghosthacht gebucht. Direkt in der Stadt. Also im nördlichen Teil der Stadt. 350 Meter zum Hauptbahnhof, 850 Meter zur Moritzbastei. Wenn das mal nicht perfekt ist. Auto wird wieder am Hauptbahnhof ins Parkhaus gestellt.
Das ist auch wirklich gut so, es ist noch Stadtfest. Also wird unsere Haupteinsteigestation der Hauptbahnhof sein.
Die Zimmerverteilung hat sich noch munter verändert – umso mehr freue ich mich über ein paar der neuen Hotel-Mitbewohner.

[ ] Outfits: Mein Hochzeitskleid passt wieder! Also werde ich es auch anziehen. Bei den Korsetts passen auch wieder mehr. Das ist so cool. Den Wickelrock vom letzten Jahr habe ich nicht getragen und der muss auch noch anders. Da mein Kleiderschrank eh komplett ausgeräumt werden muss, habe ich Zeit, alles anzuprobieren. Juchu! (Immer in allem das Positive sehen. Ich übe das.)
Auch mein Reagenz-Kleid, welches ich zum Standesamt trug, passt. Dafür sind einige andere Klamotten rausgeflogen, zu groß. Endgültige Outfitplanung steht an, wenn wir mit der Wohnung einigermaßen fertig sind.

[ ] Frisur: Blondiert sind sie seit einiger Zeit. Bunt auch. Welche Farbe vor dem WGT reinkommt, hängt von meiner Outfitplanung ab. Irgendwann Ende Mai dann noch mal Ansatz blondieren lassen. Die Colorista Farben von L’Oreal habe ich getestet – Mist sind die. Arctic Fox steht hier bereit.
Artic Fox ist ziemlich großartig. Hält lange, schöne Farbe und wäscht sich ohne Rückstände aus. Ich glaube, ich hätte gerne wieder einen Regenbogen. Mal schauen, ob ich genug Farben dafür habe.

[ ] Nähen: Ich weiß noch nicht. Vielleicht möchte ich noch etwas nähen, mal sehen. Momanten macht das Nähen so viel Spaß. Wenn ich jetzt auch noch Zeit dafür hätte.
Ich habe hier noch ein Schnittmuster für einen großartigen Wenderock liegen, aber ich fürchte, das schaffe ich nicht mehr. An so einem Umzug hängt irgendwie noch so viel dran. Eigentlich wäre eine Tablet-Halterung für die Kopfstütze noch ganz gut – um ein Notfallprogramm für den Wolf zu haben.

[ ] Basteln: Die Libelle ist repariert, wenn ich dazu jetzt noch ein Outfit basteln könnte. Meine Flügel. Hm. Meine Flügel sind kurz vor tragebereit! Das hätte ich überhaupt nicht gedacht. Dafür fehlt jetzt natürlich der Rest dazu.
Die Flügel habe ich beim Elfia getragen! Sie sind echt schön – ganz anders als geplant. Jetzt auch leicht gebogen, was aber dem ganzen noch Leben einhaucht. Möchte ich sie mitnehmen? Ich glaube schon.

[ ] Readymade: Es gibt so viele Dinge, die durchgeschaut werden müssen.
Die beiden Breaking Badasses Jacken für uns müssen noch fertig werden. Damit wir zum Rest passen.
Geplottert habe ich das zumindest. Wenn wir jetzt noch das Bügeleisen finden…

[ ] Bestellen: Karten. Eventuell Haarfarbe.
Karten werde ich im April bestellen, denke ich. Wer mitbestellen möchte, darf das jetzt schon gerne sagen. Folie habe ich auch noch bestellt.
Karten habe ich Anfang der Woche bestellt, die Versandbestätigung ist auch schon da.

[x] Schuhe: Pikes, Dr. Martens. Sind jetzt meine erste Wahl auf Festivals.

[ ] Tasche: Da meine Gürteltasche leider auch unserem Schimmel-Problem zum Opfer gefallen ist, wird es die Anki-Tasche richten müssen. Oder meine neue Dänemark-Tasche. Die Dänemark-Tasche entwickelt sich immer mehr zu einer Lieblingstasche. Da passt so viel rein. Ich flirte allerdings auch noch immer mit einer Tasche fürs Bein.
Es ist erstaunlich, wie viel in die Sportkarre vom Wolf passt. Mit den tausend Taschen an den Seiten. Da ich die meiste Zeit mit ihm unterwegs sein werde, brauche ich sonst gar nichts.

[ ] Korsetts: Da freue ich mich schon drauf. Vielleicht muss ich mich sogar entscheiden, welche ich mitnehmen möchte!
Ich muss mich definitv entscheiden! Das lange grüne Korsett passt super zu den Flügeln.

[x] Kamera: Mitgenommen wird sie.

[ ] Make-Up: Jedes Jahr vor dem WGT gibt es Kajal, Wimperntusche und Eyeliner neu. Irgendwann im Mai also. Dank Sortimentsumstellung besitze ich jetzt drei bunte Lippenstifte. Ich müsste sie nur jetzt auch mal tragen.
Lippenstift trage ich tatsächlich öfter jetzt. Das Schminken zum Elfia hat meine Lust auf mehr definitv geweckt.

[x] Kleiner Wolf: Wenn alles klappt, bleibt er bei Oma.
Nein. Der Wolf kommt mit. Freut sich schon auf den kleinen Raben und alle weiteren kleinen Sprösslinge. Braucht also auch noch ein paar gruftige Shirts. Ein Hoch auf den Plotter!
Er hat eine neue Monster-Jacke, damit passt er schon mal gut zu uns. Ich bin gespannt, ob ich mehr kurze Hosen einpacken muss. Die Autofahrt nach Holland war ähnlich lang wie die nach Leipzig – das hat er super gemacht. Ich freu mich sehr, mit ihm auf dem WGT zu sein.

WGT 2017 – Gedanken.

Woohoo, neues Jahr, neuer Kalender, neues planen! Vorfreude ahoi!
WGT – To Do:

[x] Unterkunft: Hotel ist von unserer Glitzerelfe aus Ghosthacht gebucht. Direkt in der Stadt. Also im nördlichen Teil der Stadt. 350 Meter zum Hauptbahnhof, 850 Meter zur Moritzbastei. Wenn das mal nicht perfekt ist. Auto wird wieder am Hauptbahnhof ins Parkhaus gestellt.

[ ] Outfits: Mein Hochzeitskleid passt wieder! Also werde ich es auch anziehen. Bei den Korsetts passen auch wieder mehr. Das ist so cool. Den Wickelrock vom letzten Jahr habe ich nicht getragen und der muss auch noch anders.

[ ] Frisur: Blondiert sind sie seit einiger Zeit. Bunt auch. Welche Farbe vor dem WGT reinkommt, hängt von meiner Outfitplanung ab.

[ ] Nähen: Ich weiß noch nicht. Vielleicht möchte ich noch etwas nähen, mal sehen.

[ ] Basteln: Die Libelle ist repariert, wenn ich dazu jetzt noch ein Outfit basteln könnte. Meine Flügel. Hm.

[ ] Readymade: Es gibt so viele Dinge, die durchgeschaut werden müssen.

[ ] Bestellen: Karten. Eventuell Haarfarbe.

[x] Schuhe: Pikes, Dr. Martens. Sind jetzt meine erste Wahl auf Festivals.

[ ] Tasche: Da meine Gürteltasche leider auch unserem Schimmel-Problem zum Opfer gefallen ist, wird es die Anki-Tasche richten müssen. Oder meine neue Dänemark-Tasche.

[ ] Korsetts: Da freue ich mich schon drauf.

[x] Kamera: Mitgenommen wird sie.

[ ] Make-Up: Jedes Jahr vor dem WGT gibt es Kajal, Wimperntusche und Eyeliner neu. Irgendwann im Mai also.

[ ] Kleiner Wolf: Wenn alles klappt, bleibt er bei Oma.

Gothic Friday November 2016: Abgrenzung und Gesellschaftskritik?

Gothic Friday November. An diesem Thema schreibe ich jetzt schon etwas länger. Es rumort in mir und ich möchte nichts vergessen. Mehr Beiträge zum Thema gibt es bei Robert.

Gothic und Gesellschaftskritik, ein Mythos?

Welche Verhaltensweisen und Normen eurer Umgebung oder der Gesellschaft lehnt ihr ab und sind dies Eurer Meinung nach szenetypische Ansichten oder Eure ganz persönlichen?

Wikipedia meint: „Durchschnittsbevölkerung wird von Teilen der Gothic-Kultur negativ kritisiert, etwa als konservativ, konsumorientiert, intolerant, egoistisch und vom Gesetz der sozialen Bewährtheit geleitet. Aus der Ablehnung dieser Eigenschaften resultiert eine demonstrative Distanzierung zur Gesellschaft.“ Trifft das auf Euch zu? Was genau lehnt ihr ab? Und warum? Ist Abgrenzung wichtig?

Mich treibt der Satz: „Das haben wir schon immer so gemacht!“ regelmäßig in den Wahnsinn. Nur weil etwas auf eine Art und Weise funktioniert, ist das noch lange kein Argument, es nicht auch anders machen zu können. Der Wunsch, manche Menschen mehr zum Reflektieren der eingenen Aussagen zu bringen, ist durchgehend da. Leider breche ich da viel zu häufig ein und sage doch nichts, weil ich keine Lust oder Zeit auf eine weitreicherndere Diskussion habe. Menschen sind Menschen. Liebe ist Liebe. Hautfarbe? Geschlecht? Herkunft? Who cares! Bio? Vegan? Glutenfrei? Ja, Mensch. Macht es doch so, wie ihr es wollt! Wenn jeder einfach leben kann, wie er möchte, wäre es echt schön. Ich muss niemanden von meiner Lebensweise überzeugen. Ich möchte aber auch nicht von anderen dafür verurteilt werden. Und das fällt ja leider sehr vielen Menschen sehr schwer.

Ich denke, das ist nicht unbedingt szenetypisch. Nur ist der Anteil der Menschen, die wirklich den Kopf anschalten und anfangen den Mund aufzumachen, einfach größer. Wenn einer erst anfängt, ziehen andere mit. (Ich glaube auch nicht, dass es unter den Grufties wirkllich sehr viel mehr Menschen mit psychischen Krankheiten gibt – es reden nur einfach mehr darüber. Weil es weniger Tabu-Themen gibt. Weil weniger verurteilt wird. Weil eher der Mensch als das Thema gesehen wird.)

Natürlich wäre ich gerne weniger konsumorientiert, aber ich bin in dem Punkt sehr konservativ, dass ich gerne weiß, wie viel ich am Ende des Monats noch habe. Das freie Künstlerleben wäre nichts für mich. Abgrenzung vom „normalen“ gesellschaftlich vorgeschriebenem Leben brauche ich nicht. Es ist gut so, wie es ist – auch im Hinblick auf unserer Familienleben. Natülich sind alternative Lebensmodelle spannend und interessant. Ich lese gerade im Hinblick auf Erziehung sehr viel – aber es gibt einfach nicht den einen Weg, der 100% richtig ist. Nur der Weg, den man selber einschlägt, der ist es. Sollte es sein. Und nicht davon abbringen lassen.

Was ich wirklich ablehne sind Religionen. Ich akzeptiere jeden, der einen Glauben hat, bin aber immer wieder vollkommen überwältigt davon, was deswegen auf der Welt passiert. Wieviel Hass und Krieg deswegen wütet.

Und bin ich schon nonkonform, weil ich den Wolf mit Stoffwindeln wickle? Ihn im Tragetuch getragen habe? Plastiktüten möglichst vermeide? Menstruationstasse benutze? Mir Gedanken über Alternativen zu allem Mögliche mache?

Ist Euer Kleidungsstil, Euer Styling und Euer Körper Ausdrucksmittel einer Rebellion oder wollt ihr Euch nur wohlfühlen?

Anders auszusehen, das gehört dazu. In gewisser Weise auch das Herausstechen aus der Masse, das Provozieren mit Symbolen und das Spiegeln einer gewissen Anti-Haltung. Wie drückt sich das in Eurem Outfit aus? Tragt ihr Kreuze, weil ihr an Gott glaubt oder das Pentagramm weil Euch der Okkultismus naheliegt? Tragt ihr schwarz, weil ihr Traurigkeit liebt? Ist das auch alles nur ein Mythos und der Kleidungsstil der Gothics einfach nur eine Mode?

 

Ich liebe schwarz. Ich liebe Farben. Ich trage haupsächlich schwarz, weil ich mich darin wohl fühle. Es passt zu allem, es sind einfach schön aus. Aus praktischen Gründen oft kombiniert mit Jeans – also irgendwie angepasst. Dafür sind meine Haare bunt. Mal grün-blau, mal komplett in Regenbogenfarbe. Ich liebe das sehr – und mache das nicht aus Abgrenzungsgründen. Mit bunten Haaren muss ich zumindest immer dann lächeln, wenn ich in den Spiegel schaue, oder wenn meine Haare offen sind. Natürlich ist das auch eine Anti-Haltung. Weil grün oder blau einfach keine natürlichen Farben sind. Aber wer trägt heute schon noch seine Naturhaarfarbe? Dafür erfahre ich durch die bunten Haare Abgrenzung. Seit meine Haare wieder bunt sind, grüßen mich vollkommen andere Menschen. Ich werde gemustert. Schräg angeschaut. Bewundert von Kindern. (Wann trainieren wir unseren Kindern eigentlich an, dass bunte Haare sich nicht gehören? Und warum? Müssten wir sie nicht eigentlich darin bestärken, so sein zu können, wie sie sein wollen?)

Seit der Wolfsgeburt trage ich nur noch meine Ringe. Links den Verlobungsring, rechts meinen Ehering & den Ring der O. Alles, was mit Religionssymbolik zu tun hat, vermeide ich. Natürlich war das vor ein paar Jahren noch anders, aber die umgedrehten Kreuze trug ich nur aus ästhetischen Gründen.

Tut ihr etwas dagegen? Wenn ja, was? Und wenn nicht, warum nicht? Wo seht ihr euch mit Widerständen konfrontiert? Wie geht ihr mit euren Feindbildern um? Seid ihr eher aktiv, engagiert ihr euch auf irgendeine Art und Weise oder habt ihr resigniert? Wer macht euch dabei das Leben schwer?

 

Hier würde ich jetzt gerne zustimmen können. Aber das geht nur bedingt. Ich habe früher viel mit Jugendlichen ehrenamtlich gemacht – und immer versucht, ihnen alle Möglichkeiten zu zeigen. Dass gesellschaftliche Werte, die seit Ewigkeiten bestehen, vielleicht auch gar nicht so gut sind. Sie sich selber eine Meinung bilden sollen. Nicht blind vertrauen. Ich hoffe sehr, es hat einigen geholfen.

Mehr als auf mein Umfeld achten geht momenten nicht. Mir fehlt die Zeit, um aktiv im Verein oder ähnlichen zu sein. Ab und zu stoße ich mein Umfeld darauf, was sie eigentlich gerade gesagt haben. Diskutiere. Versuche sie zum Nachdenken zu bringen. Themen gibt es je leider genug. Mein Wunsch ist es dem Wolf das vorleben zu können.

Filterbubble.

Dieses Wort geistert schon in meiner Internetwelt herum, seit ich angefangen habe zu bloggen. Nicht nur hier, auch bei Twitter oder Facebook – ich suche mir die Themen aus, die ich lese. Lesen möchte. Interessant finde.

Stolpere trotzdem über neue Artikel oder Sichtweisen. Kann mich informieren, kann es aber auch lassen. Ich möchte behaupten, dass ich mir meine Welt ganz gemütlich eingerichtet habe. Trotzdem habe ich keinen Tunnelblick und bin mir sehr wohl bewusst, wie viele andere Meinungen es zu ein und demselben Thema gibt. Allerdings kann ich es ausblenden, wenn ich genug habe.

Warum zur Hölle geht das nicht auch im täglichen Leben?

Gothic Friday September 2016: Im Schatten des Netzes.

Im August war Gothic Friday Pause – ich hätte das zwischen Festivals und Urlaub auch gar nicht geschafft, meine Gedanken zu formulieren. Das Thema für diesen Monat ist das Internet. Mal sehen, was ich so zu den Fragen formuliert bekomme. Beitragssammlung gibt es hier auf Spontis.de – noch immer meine liebste schwarze Seite im Netz.

Internet & Schwarzsein – Inwiefern lassen sich für euch Internet und euer Schwarzsein vereinbaren? Ist das Internet bezogen auf Letzteres eine Bereicherung? Wenn ja, in welchen Bereichen? Zeigt sie uns! Seht ihr irgendwo Probleme und wenn ja, welche?

Definitiv eine unglaublich große Bereicherung! Ich wäre nicht so schwarz, wie ich es jetzt bin, ohne Internet. Ich kann mir aussuchen, wer und was in meiner Filterbubble bleibt  – bildlich gesehen hätte mein Wohnzimmer im Netz drei schwarz/rote Wände und eine glitzernde in Regenbogenfarben. Probleme tauchen leider auch oft auf – gerade die Kommentare bei Facebook driften gerne in Richtungen ab, so doof kann eine einzelne Person mit halbwegs klarem Verstand gar nicht denken. Da hilft leidern auch nur seine Filterbubble zu pflegen und darauf zu achten, was man liest. Wobei das im RL nicht anders ist. Vollhonks  möchte ich auch nicht in meinem Freundeskreis haben.

Auch im Internet gibt es „falsche Freunde“ – sei es Stalking, Mobbing in den Netzwerken oder Menschen, die gezielt andere zerstören wollen. Stichwort für mich ist hier Selbsthilfeforen. Wer dort ein bisschen gelesen hat, wird schnell merken, dass sich dort auch Pro-Denkende tummeln. Egal um was es geht, wenn der Kopf nur noch in eine Richtung denkt, ist es schwer zu erkennen, wer Gutes und wer Schlechtes erreichen will. Ganz schlimm ist es auch bei Instagram. Was sich dort an Pro-Anas, Pro-Mias oder Pro-Svvlern rumtreibt ist wirklich beängstigend.

Soziale Medien – Nutzt ihr Facebook, Whatsapp & Co? Wie wichtig sind sie euch hinsichtlich Kontaktaufnahme und -pflege? Gibt es Verweigerer unter euch, die sich bewusst gegen einen Gebrauch sozialer Medien entscheiden?

Schönes Thema. Ja, ich nutze Facebook, Whatsapp und Instagram. Habe einen Googleaccount. Bestelle bei Amazon. Ein Tuscheln geht durch die Menge… Allerdings achte ich schon darauf, was ich wo poste. Kinderfotos vom Wolf gibt es nur ohne Gesicht. Das soll mein Sohn später selber entscheiden dürfen, wo er etwas posten möchte. Facebook und Whatsapp nutze ich eigentlich aus Bequemlichkeit. Viele Freunde oder Familienmitglieder würde ich sonst nur viel schwerer erreichen. Natürlich möchte ich so einiges auch gar nicht wissen, was andere posten. Dafür gibt es ja aber auch Listenfunktionen. Da ist zwar immer wieder der Wunsch, den FB-Account zu löschen, aber was an Terminen etc ich inzwischen dadurch mitbekomme, ist leider nicht so einfach zu ersetzen.

Sinkendes Niveau und Selbstdarstellung – Mit dem Siegeszug der sozialen Medien wird häufig eine Verflachung der Diskussionskultur und an Narzissmus grenzende Selbstdarstellung verbunden. Wie seht ihr die Kritikpunkte bezogen auf die Schwarze Szene?

Jeder bastelt im Internet eine andere Figur von sich. Bei manchen ist es näher an dem, was er oder sie auch im täglichen Leben zeigt. Bei anderen ist es eine komplette Kunstfigur – aber das ist ja auch okay! Im RL bin ich als Mutter, Arbeitkollegin, Tochter, Gruftschnecke, Freundin oder Ehefrau auch immer ein Stückchen anders. Die Umgebung formt oder zwängt in Rollen. Toleranzgrenzen zieht jeder anders. Das ist in der schwarzen Szene nicht anders. Gerade die Diskussionskultur auf Spontis oder teilweise FB empfinde ich aber alles andere als abgeflacht. Das hängt dann wieder davon ab, mit dem man sich umgibt.

Bestandsaufnahme – Welche (schwarzen) Internetauftritte verfolgt ihr neben Spontis noch? Wovon handeln diese und wie seid ihr darauf aufmerksam geworden? Welchen Kanälen folgt auf YouTube oder Twitch?

Ziemlich wenige. Die Blogs, die beim Gothic Friday mitmachen klicke ich immer mal wieder durch. Beim schwarzen Glück war ich eine Zeit aktiv, genau wie in einem lokalen Forum. Das ist aber nicht mehr. Youtube finde ich ehrlich gesagt recht uninteressant. Dort schaue ich ab und zu DIY Videos, wenn ich eine neue Idee habe oder Hilfe brauche. [Meine zweite Internetwelt ist die Mutti-Blog-Szene. Da lese noch recht viel. Das ist aber hierfür nicht so relevant.]

Euer Teil des Netzes – Seid ihr selbst im Netz aktiv und kreativ? Was tut ihr dort und treibt euch dazu an? Betreibt ihr eigene Kanäle bei YouTube oder dreht ihr sogar eigene Videos?

Am aktivsten bin ich noch immer auf Twitter. Lustig, nachdenklich, den ein oder anderen kurzen Rant… Dann dieser Blog. Einzelne Posts bei Instagram. Pinterest nutze ich sehr viel für Ideensammlungen. Snapchat habe ich seit Pokemon Go fast nicht mehr geöffnet. Videos drehen ist nicht so mein Fall. Fotos mache ich gerne – aber auch lieber von anderen. Schöne Dinge oder Erlebnisse möchte ich festhalten – um mich daran zu erinnern und sie mit anderen teilen zu können.

 

Einer meiner Lieblingssätze ist: „Ich wohne quasi im Internet.“ Das stimmt auch nach wie vor. In meinem Smartphone sind alle Lieblingsmenschen genau gleich weit weg entfernt. Egal wie viele Kilometer dazwischen liegen. Das liebe ich so sehr daran. Wenn man sich dann trifft, ist es so, als wenn das letzte Treffen erst gestern war. Auch wenn es ein Jahr her ist. Vielleicht ist auch nicht das Internet an sich so toll, sondern die Menschen, die das zaubern, was es uns möglich macht uns nicht zu verlieren.

Stolpern.

Irgendwann im letzten Jahr bin ich kurz stehen geblieben. Die Welt drehte sich einfach weiter, aber ich bin jetzt immer einen Schritt zu spät. Alles geht irgendwie zu schnell, ich komme nicht mehr mit. Stolpere so hinterher. Kaum habe ich mich an den Sommer gewöhnt, ist schon wieder Herbst. Versuche zu rennen, schaffe es aber nicht, die verschluckte Zeit einzuholen. Welches Datum ist heute? Wie, der August ist schon vorbei?

War es die Nachricht vom Umzug? Die Planung dessen? Der erste Geburtstag vom Wolf, der irgendwie untergegangen ist? Der neue Alltag – zurück im Job? Ophealias Tod? Silvester Zuhause? Zu wenig Herzmenschen? Ich weiß es nicht. Aber das weiter zu analysieren bringt auch nichts. Von Oktober ’15 bis Januar ’16 habe ich fast keine Musik gehört. Durch Last.fm kann ich ziemlich genau schauen, wie viele Tracks pro Monat gespielt werden. In der Zeit geht die Anzahl fast auf Null.

Dabei ist Musik eigentlich das, was mir unglaublich viel hilft. Seit August folgt hier schon wieder eine Ausnahmesituation der anderen. Inklusive der Erkenntnis, was wirklich wichtig ist und was „nur“ materieller Besitz und damit irgendwie ersetzbar ist. Dieses Mal schaffe ich es allerdings, mich bewusst ans Musikhören zu erinnern. Grundverfassung somit schon etwas besser als letztes Jahr. Es sind noch ein paar Auszeiten geplant für dieses Jahr – ich traue mich allerdings noch nicht, mich richtig darauf zu freuen.

Musik, bunte Haare, Lieblingsschuhe. Das Notfallpaket, um die Prinzessin zu resetten. Mir war nicht bewusst, wie sehr mir die bunten Haare gefehlt haben.

Egal, wie das jetzt so weiter geht und was das Leben noch so für uns geplant hat: Familie Zirkusadel schafft das alles. Meine Männer sind so wunderbar. Als Familie sind wir traumhaft.

Gothic Friday 2016 Juni: Zu Pfingsten in Leipzig – Festival(v)erlebnisse.

Oh, Festivals. Ein schönes Thema. Gesammelte Beträge wie immer hier bei Robert zu finden.

Ich liebe Festivals. Also die Zeit vorher, die Planungen, die Aufregung, die Vorfreude. Welche Bands spielen? Kenne ich welche nicht? Sind die vielleicht total interessant? Was nehmen wir mit? Wer kommt alles mit? Zelt, Hotel oder Auto? Was zur Hölle ziehe ich an? Wie wird das Wetter? Die Fahrt dorthin. Das Kribbeln, wenn die Rastplätze immer schwärzer werden. Das Erspähen anderer schwarzer Autos. Die Dichte der Kennzeichen mit 666. Ankommen am Ort der Veranstaltung. Hotel oder Parkplatz suchen. Schlange stehen. Bändchen tauschen. Zimmer beziehen oder Zeltplatz suchen. Neue Leute treffen. Freunde endlich wieder in die Arme schließen. Spaß haben!

Warum fährst Du zum WGT? Oder warum fährst Du nicht?

Weil es inzwischen wirklich ein Familientreffen für mich geworden ist. Ich mag die ganze Stimmung in Leipzig, das Bummeln im Heidnischen Dorf, wie man immer wieder Bekannten über den Weg läuft. Die Konzerte machen es dann noch zu etwas Besonderem. Viele Menschen treffe ich leider nur 1x im Jahr – aber dann ist die Zeit umso schöner. Dadurch, dass es nicht ein großes Festivalgelände gibt, ist es mit dem Wolf auch sehr gut machbar. Eine ruhige Stelle findet sich immer und das Hotel war auch schnell erreicht. WGT ist also Familienfreundlich.

Wie war Dein letztes WGT?

Super schön. Die Herzmenschen dabei, andere getroffen, neue kennengelernt – Wetter war auch einigermaßen, mit dem Wolf hats gut geklappt. Ein paar Konzerte gesehen, gebummelt…

Wie Dein erstes?

Ganz anders als irgendwie vorgestellt. Ich war mit meinem Exfreund dort und er hatte einen ziemlich straffen Plan, welche Band er wann und wo sehen wollte. Ich bin deswegen viel alleine unterwegs gewesen und habe den Welle:Erdball-Film im Kino gesehen, war auf spontanen Twittertreffen und habe mich durch Leipzig treiben lassen. Da habe ich dann die ersten Menschen getroffen, die ich heute noch sehr sehr mag. Ich bin dankbar, dass mein Ex mich mitgenommen hat – sonst wäre ich wohl bis heute nicht dem WGT-Zauber erlegen. (Haha. Natürlich. Es hätte warscheinlich nur ein, zwei Jahre länger gedauert.)

Was ist Dein schönstes Festivalerlebnis?

Freunde treffen ist eigentlich immer so mit das schönste Erlebnis. Ewig lang draußen sitzen und zusammen Geschichten erzählen – dabei Wein trinken, das ist so ein bisschen meine liebste Mera-Erinnerung. Oder wie wir in Köln im Beachclub lagen, hinter uns spielte And One und die Sonne ging gerade unter… Schön war es auch beim Plague Noire abends auf der Party im Speisesaal – das war irgendwie bizarr durch die helle Aufmachung der ganzen Anlage und die schwarzen Menschen, die dort waren.

Was war Dein eindrücklichstes Konzert?

Deine Lakaien auf dem Plage Noire 2009. Akustik Set und einer der Auftritte, die mich vollkommen in den Bann gezogen haben.

Covenant auf dem Amphi 2011. Leider habe ich sie bis jetzt noch nicht wieder live sehen können.

HIM auf dem Mera Luna 2013. Gänsehaut noch immer.

Und: welche Festivals sind noch Teil Deines schwarzen Planeten?

Lange Jahre war es das Mera Luna. Von 2008-2013. Die letzten beiden Jahre waren wir nicht dort – hochschwanger wollte ich nicht, mit 9 Monatswolf konnte ich nicht. Dieses Jahr wird es auch nichts, wir kommen an dem Wochenende gerade aus dem Urlaub zurück. Mir fehlt das Mera. Das Campen. Die Musik. Naja, nächstes Jahr vielleicht.
(Eventuell fahre ich dieses Jahr. Das wäre wirklich schön.)

Ansonten war ich schon 2x beim Amphi, dorthin zieht es mich aber eher weniger. Mit Hostel war es okay, mit Zelten schrecklich. Das Blackfield war klasse, da wäre ich gerne noch mal hin. Gibt es ja leider genau wie das Plage Noire nicht mehr. Beim Deichbrand war ich 1x – Katastrophe. Ob es jetzt am Festival, am Wetter oder am komplett anderen Publikum lag – ich weiß es nicht. Zum Hörnerfest war ich ebenfalls 2x – das war sehr niedlich und echt schön. Allerdings sehr Metal-lastig, was nicht so ganz meins ist.

Ein bisschen Kribbeln ist da noch, wenn ich an das Hurricane denke. Vielleicht möchte ich irgendwann dort auch noch mal hin. Allerdings sind die Gruftie-Festivals mit 25.000 Menschen eigentlich schon wühlig genug. Es müssen nicht noch mehr sein.

Mein WGT 2016.

So lange wie wir darauf gewartet haben, so schnell war es vorbei. Aber es war richtig schön.

Mittwoch

Mittags holte ich unsere Freundin vom Bahnhof ab. Wir kauften noch kurz ein und fuhren zum Kindergarten, den Wolf abholen. Zuhause ging dann das Packen und Vorbereiten weiter. Eine andere Freundin war noch da und es wurde munter Modenschau gespielt. Auf unser Auto klebte ich ein paar Fledermäuse – was halt so sein muss, wenn eigentlich gar keine Zeit für gar nichts ist. Aber schick sieht es aus. Die Männer spielten währenddessen mit der Wasserbahn und der kleine Mann durfte danach eine Runde baden. Abends gab es Nudeln mit Tomatenhacksoße und ich zauberte noch Spaghetti-Muffins und Schokomuffins für den nächsten Tag.

Der Plan um zehn im Bett zu liegen, ging gehörig schief. Es mussten noch tausend Dinge gepackt werden und nebenbei auch noch ein Schriftzug geplottet. Mit „den Rest mach ich morgen“ um 23:55 Uhr meinte ich eigentlich etwas anderes. Naja. Schnell ins Bett.

Donnerstag

Acht Uhr Abfahrt – so war es abgemacht. Ähem. Viertel vor neun haben wir aber immerhin geschafft. (Was irgendwie zu vermeiden gilt: Schale mit Biomüll in der Küche stehen lassen. Es begrüßte mich am Dienstag eine flauschige, stinkende Schachtel. Hmpf.) Alles im Auto und los. Wir kamen mit drei Pausen auch ganz gut durch. Der Wolf schlief immer wieder und lies sich sonst mit Reiswaffeln oder Spielzeug beschäftigen. Ein bisschen Stau hatten wir auch – wie immer. Gehört wohl schon dazu.

Hotel gefunden, eingecheckt, Zimmer vollgekrümelt. Innerhalb einer halben Stunde. Der Zirkusadel machte sich dann zu Fuß auf den Weg in die Stadt. 15 Minuten und wir waren bei den Höfen am Brühl. Ein paar Kleinigkeiten bei DM, Primark und im Legostore gekauft. Zurück im Hotel waren die restlichen Badasses inzwischen auch angekommen. Irgendwie wurde es später und später und wir waren noch immer nicht unterwegs. Also fertig gemacht, alles wieder ins Auto geladen und zum Belantis gefahren.

Dort war es unglaublich surreal. Die Sohne ging unter, überall schwarze Gestalten, Grufti-Musik, beleuchtete Attraktionen und absolute Fröhlichkeit. Das war echt sehr bizarr. Aber schön! Unfassbar schön! Wir schlenderten mit unserer Gruppe Richtung Achterbahn und stellten uns an. Warteten. Warteten. Warteten. So zehn Minuten, bevor wir dran gewesen wären, wurde die Bahn geschlossen. Eine Stunde absolut umsonst gewartet. Wegen des Feuerwerks musste die Ecke des Parks gesperrt werden. Das war ja großartig organisert. Man hätte dann ja auch schon etwas früher dafür sorgen können, dass sich keiner mehr anstellt, oder? Ziemlich angenervt sind wir dann zurück und waren unschlüssig, von wo man das dann am Besten beobachtet. Tja, da wo wir dann standen, war es optimal. Das Feuerwerk war wirklich großartig. (Da weiß man dann auch, wo das zusätzlichge Geld der Ticketpreise hingeflossen ist…) Als es vorbei war, wollte wir Richtung Schiffsschaukel – wir waren schließlich noch auf keiner Attraktion. Da gab es dann die nächsten Abstimmungsprobleme und die Ordner wollten uns nicht über eine Brück lassen, obwohl von der anderen Seite schon Besucher kamen. Entnervt und mit einem sehr müdem Wolf sind wir dann gegangen. Immerhin war die Bändchenschlange nicht mehr so lang wie gegen 21 Uhr. Lila Bändchen abgeholt.

Mein Fazit zum Belantis: Schöne Idee, schlechte Umsetzung. Eine Location zu finden, bei der möglichst viele Teilnehmer Einlass finden, ist nicht leicht, das leuchtet mir wirklich ein. Dafür war das Belantis eigentlich wirklich optimal. Nur die Umsetzung… ach. Ach, ach.

Vor dem Hotel war natürlich kein Parkplatz mehr frei, also die Mitfahrer abgesetzt und zum Parkhaus West am Hauptbahnhof gefahren und das Auto dort geparkt. (Kostet 3€/Tag – an der Rezeption vom Hotel wurde uns das Parkhaus am Zoo ans Herz gelegt, das kostete allerdings das Doppelte. Ich würde immer wieder am HBF parken.) Noch kurz was zu Essen gejagt und zurück zum Hotel gelaufen.

Freitag


Erster richtiger Festivaltag. Wir waren doch noch etwas müde – haben aber bis 8 Uhr schlafen können. Den Vormittag etwas im Hotel rumgelegen und uns langsam fertig gemacht. Gegen Mittag wurde der Wolf müde und wir machten einen Spaziergang durch die Gegend ums Hotel. Bei Konsum ein paar Kleinigkeiten eingekauft – Getränke, Eiscafe… Wolf dank Fahrstuhl schlafend in unser Zimmer geschoben und in ein anderen Zimmer zum Klönen verzogen. Tagesplanung besprochen, beim Schminken zugeschaut, Blödsinn gemacht. Halt das, was passiert, wenn ein Haufen toller, verrückter Menschen in einem Zimmer stecken.

Als der Wolf wieder wach war, haben wir uns zu viert auf den Weg in die Stadt gemacht. Ein wenig gebummelt, etwas gegessen und schon trennten sich unsere Wege. Mein Graf und die Zauberschlampe sind zu Herrn von Aster, Prinzessin und Wolf kurz zurück ins Hotel und dann zur Agra.

Der Wolf machte mit Frau Dorphin Seifenblasen und lief freudig durch die Gegend, während wir auf den Rest warteten. Abney Park spielten in der Agra. Durch blöde Menschen, die anderen Menschen in falsche Straßenbahnen schickten, konnte ich nur drei Songs in der Halle erleben. Dafür hat der Wolf vorher noch 20 Minuten mit mir vor dem Einlass zur Halle zur Musik getanzt und getobt. Das war wirklich schön. Er hat den Ordnern immer wieder ein freundliches „Hallo!“ entgegengerufen und bekam das dann auch mehrstimmig zurück. Am Eingang trafen wir ein paar andere Freunde, die später auch noch in der Halle auf uns warteten. Nach dem Konzert fuhren wir zurück ins Hotel. Der Wolf schlief unterwegs im Buggy schon ein und wurde erst nach ein paar Stunden wieder kurz wach.

Samstag


Der Wolf war wieder früher wach und damit der Graf sich in Ruhe fertig machen konnte, bin ich mit dem Wolf in Begleitung von Frau Dorphin zum Hauptbahnhof. Eine Flasche Pfeffi gekauft – natürlich die große Flasche, ich wusste ja, mit wem ich unterwegs bin. Bei Rossmann noch ein bischen Knabberzeugs für den Wolf und roten Blechkuchen mit Fledermauskeksen. Zurück im Hotel haben wir dann gefrühstückt. Kuchen. Wie sich das halt gehört.

Der Liebste ist wieder zu Herrn von Aster aufgebrochen und ich bin noch mal durch die Stadt. In der Hoffnung, den Wolf zum Schlafen zu bekommen, was nicht so klappte. Also in die Tram und auf ins Heidnische Dorf. Dort schlief der Wolf im größten Trubel zufrieden fast zwei Stunden. Ich lief erst durch die Gegend, traf dann noch die Fledermama mit Famile und zum Schluss wieder den Mann plus andere Gruftschnecken aus unserer Reisgruppe. Kurz was gegessen, noch eine kleine Runde gedreht, rübergeschlendert in die Agra-Verkaufshalle und gebummelt. Es gab wieder mehr kleine Stände, mit unglaublich schönen Stücken. Das Fehlen von x-tra-x und Zillo war nicht mehr so sichtbar wie die letzten Jahre. Wir waren aber doch recht kaputt und fuhren zurück ins Hotel.

Sonntag

Frühstücksüberlegungen: Absinth-Frühstück oder Bagel Brothers? Ersteres wurde es. Also machten wir uns zu 5. auf den Weg zur Le Petit Absintherie. Die kooperieren mit dem Papa Hemmingway und am Tag zuvor wurde uns dort recht gutes Buffet versprochen. Nun ja. Das war es definitiv nicht. 13€/Person für lauwarmes, ständig leeres Rührei, Aufbackbrötchen von LIDL, zwei Sorten Aufschnitt, zwei Sorten Käse, 1x Marmelade, Honig, Nusspli und Obst – welches nicht wirklich schmeckte. Getränke kamen extra. Dafür auch erst, als wir schon mit dem Frühstück durch waren. Werden wir nicht wieder machen. Dafür erstand der Liebste in der Absintherie noch eine Absinthfontäne für 35€! Auf so eine ist es schon ewig scharf gewesen – schön, dass er Glück hatte. Er brachte sie zurück ins Hotel und ich schlenderte mit dem Wolf durch die Stadt. Wir wollten uns am Stadtgeschichtlichen Museum treffen, möglichst mit schlafendem Wolf. Leider wurde das Wetter immer wechselhafter und dementsprechend voll war es im Museum. Mit Buggy sind wir dort nicht durchgekommen, also wieder raus und zur Agra. Halbwegs trocken angekommen, erstmal Shopping-Tour. Wir hatten gestern ein paar Dinge gesehen, die wir uns noch mal genauer anschauen wollten. Jetzt haben wir jeder schon mal ein Geschenk für den anderen zum Geburtstag. Bei Killerkirsche musste ich spontan ein Petticoat-Kleid anprobieren. Wollte ich schon immer mal, aber war mir mit der Größe einfach unsicher – und ob mir das steht. Das tut es. Sehr sogar. (Kurz habe ich mich mal wieder über die Größen geärgert – 48 entspricht hier 4XL. Hallo?!) Ich besitze jetzt also ein schwarzes Kleid mit roten Punkten. Das Wetter sah aus, als ob es jetzt etwas trocknener wird – ausgenutzt, um noch mal ins Heidnische Dorf zu gehen. Dort was gegessen und dann zurück zum Hotel. Es kamen uns Massen an Menschen entgegen – Timing perfekt.

Im Hotel habe ich mich dann umgezogen. Meine Versuche, die Zauberschlampe zu überreden mitzukommen, waren nicht erfolgreich. Es gab Milch mit Pfeffi und viel Glitzer auf die Augen. Korsett geschnürt, mehrere Schichten Klamotten übereinander und dann war ich ausgehfein.

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Solar Fake & Welle:Erdball – Vorfreude riesig. Der Wolf und sein Papa sind im Hotel geblieben und er schlief wohl auch schnell. An unserer Haltestelle hielt auch die Tram, die bis zum Kohlrabizirkus fuhr. Wie praktisch. Kaum war ich in der Halle, fing es so richtig an zu regnen. Eine knappe Stunde vor Solar Fake war ich da – die Halle war schon recht voll. Zwischendrin auch Einlassstopp, wie ich mitbekam. Solar Fake waren wirklich großartig. Nicht zu laut, nicht zu eng – ein paar andere Songs hätte ich mir noch gewünscht, aber auch so hab ich das Konzert genossen. Danach spielten mesh – joah. Ganz okay, aber nicht so wirklich mein Fall. Mich beeindruckte eine Frau, die durch die komplette Seite des Publikums tanzte – immer dort, wo gerade Platz war. Das war so schön. Genau wie die anderen tanzenden Menschen. Kurz war ich noch vor der Halle, aber es regnete immer noch und die Schlange am Handbrotstand viel zu lang. Also lieber schon mal nach vorne pirschen, um bei Welle einen guten Platz zu bekommen.

Hat auch geklappt, stand in der zweiten Reihe. Yeah. Das Konzert war wieder beeindruckend. Bühnenpräsenz wie keine zweite Band. Spaß, Kritik, Nostalgie. Ledider drängelte sich zwischendrin ein Betrunkener an mir vorbei, was mir ein verdrehtes Knie einbrachte. Nach der Hälfte des Konzertes ging ich nach hinten und dann auch bald zur Tram. Die Konfetti-Kanonen habe ich gar nicht mehr mitbekommen. Welle:Erdball-Konzerte sich immer wieder so toll – nur mein Mann hat gefehlt. Mit ihm wäre es noch schöner gewesen, da bin ich mir sicher. Den Badasses im Hotel hatte ich schon Bescheid gegeben – sie haben Pizza bestellt!

Dadurch, dass ich schon früher ging, habe ich die Tram nach zehn Minuten bekommen – die nächste kam laut Anzeige erst weiter 20 Minuten später. Um Mitternacht war ich am Hauptbahnhof und lief dann der Rest der Strecke, was mein Knie nicht so lustig fand. Aber noch mal 20 Minuten in der Kälte warten? Nein. Im Hotel mussten wir dann noch etwas warten, bis die Pizza kam – aber sie war sehr lecker. Danach ging es sofort ins Land der Träume.

Montag

Der Wolf war schon um 7:20 Uhr wach – ich eher nicht so. Nun ja. Hilft ja nichts. Bisschen mit ihm gespielt und die Frau Dorphin verabschiedet, die schon nach Hause musste. Im Hauptbahnhof die leeren Flaschen versucht abzugeben, leider hatte der Rewe dicht. Woanders hat es dann doch noch geklappt. Eine Brezel für den Wolf gekauft, Geld geholt und zurück zum Hotel. Neuer Versuch mit Frühstück bei Bagel Brothers.


Sehr optimistisch haben wir uns draußen hingesetzt. Nach der Hälfte des Bagels sind wir doch in den Laden umgezogen. Es regnete ordentlich. Frühstück war sehr lecker. Der Wolf schlief auf dem Weg ins Stadtgeschichtliche Museum ein und im zweiten Versuch konnten wir uns die „25 Jahre WGT“-Ausstellung anschauen.

Sehr schön gemacht und das Buch zur Ausstellung ist auch super interessant. Inzwischen trudelten Bagel Bestellungen ein und nach einem erneuten Abstecher zu Bagel Brothers lieferten wir Bagel ins Hotel. Es war der Tag der Aufstiegsfeier der roten Bullen – die Innenstadt war voller (betrunkener) RB Leipzig Fans. Das hatte ich nicht bedacht, als ich in die Tram wollte. Kein Platz für Buggy und mich. Also bis zum HBF gelaufen und dort eine Tram gesucht. Unnötig zu erwähnen, dass ich eigentlich eh schon spät dran war. Trotzdem dann das Spontis-Treffen gefunden und eine sehr schöne Zeit dort verbracht. Viele Menschen (wieder) getroffen, ein tolles Foto gemacht und den Kindern beim Spielen zugeschaut.


Zwei Gläser Sekt in der Sonne – hui! Das Wölfchen wurde müde und wir sind zurück zum Hotel. Bisschen umgezogen, Schuhe gewechselt und los ein letztes Mal ins Heidnische.


Der Liebste ist noch „kurz“ zum Geldautomaten… Das dauerte dann etwas länger. Ich habe in der Zeit mit Wolf auf dem Arm zu Eric Fish getanzt, bis wir wieder zu dritt waren. Das Dort war wunderbar schwarz und leer. Die Tagesgäste alle weg, einige Stände auch schon leer, Wetter inzwischen wieder gut. Wir aßen noch etwas, machten eine gemütliche Runde und stöberten bei den Ständen. Der Liebste war noch verabredet – also machte ich mich mit dem Wolf alleine auf den Weg ins Hotel. Dort schlief er schon beim Wickeln fast wieder ein – ich dann auch recht früh. Was auch gut war.

Dienstag

Der Graf kam erst sehr spät ins Hotel, da habe ich schon tief und fest geschlafen. Er hatte aber wohl viel Spaß, genau wie der Rest der Bande. Ich zog mich und den Wolf an und nachdem schon die ersten Dinge in den Koffer gewandert waren, fuhren wir noch mal mit dem Buggy los. Es gab eine Brezeln für den Kleinen und ich brachte die Pfandflaschen weg.


Bisschen wehmütig lief ich zurück zum Hotel, irgendwie war ich noch nicht bereit, nach Hause zu fahren. Aber hilft ja nichts… Rest im Hotel gepackt, alles in die Lobby geschafft und los, Auto aus dem Parkhaus holen. Eigentlich wollten wir noch gemeinsam etwas essen, aber wegen verschiedener Termine und akuter Unlust dank Katerstimmung ließen wir das ausfallen. Unser Gepäck ins Auto getetrist und ab ging es nach Hause. Der Wolf war etwas angeschlagen und verschlief einen Großteil der Fahrt, so dass wir nur in Bad Fallingbostel kurz Pause machten.


Die Zauberschlampe wurde in Stellingen aus dem Auto gelassen und ratzfatz waren wir wieder Zuhause. Leider.

Und, wie war es?

Wundervoll. Traumhaft. Sehr schön. Endlich wieder die schwarze Familie getroffen. Die Lage des Hotels hätte auch kaum besser sein können. (Nun ja. Für nächstes Jahr ist es noch ein bisschen besser geworden. Die Dame mit der Parkplatzfee hat auch noch eine Hotelbrokerin, die ähnlich zauberhafte Fähigkeiten hat.) Mehr Konzerte als letztes Jahr mitbekommen – mehr tolle Menschen getroffen und neu kennengelernt. Ich war entspannter und konnte alles mehr genießen. Nur viel zu schnell vorbei war es. Jetzt heißt es wieder, Tage zählen bist nächstes Jahr…

Prinzessin kocht: Gestopte Kartoffeln! #happygirlontravel

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Das Reisemädchen feiert den 5. Geburtstag ihres Blogs – herzlichen Glückwunsch! Doch das allein reicht nicht, gibt es doch auch einen Aufruf, Omas Klassiker neu zu interpretieren. Ich habe lange überlegt, was ich dann mal kochen könnte – Mehlbüddel war eigentlich mein Favorit, aber weil ich das Rezept nicht verändern möchte – es ist einfach so gut, wie es ist! – habe ich mich für gestopte Kartoffeln entschieden.

Gekocht habe ich das bisher noch nicht – aber das Rezept hängt schon lange an meiner Pinnwand. Es ist das Essen, was es häufig bei meiner Oma gibt, weil es einfach super lecker ist. Genau wie Kirschsuppe mit Klößen & der Duft von Lavendel – das verbinde ich mit meiner einen Oma.

Nach einem kurzen Rezept-Check bin ich los, Zutaten kaufen. Etwas grübelnd stand ich im Supermarkt, weil es mehr als ein Kräutersalz gibt. Wer lief mir über den Weg? Meine Oma. Genau die, die auch immer die Kartoffeln kocht. Wenn das man nicht ein treffender Zufall ist. Also auch gleich das Salz gekauft, was sie immer nimmt. Yeah!

Meine Zutatenliste:

  • Kartoffeln
  • Butter
  • Sahne
  • Kräutersalz
  • rote Currypaste

Los gehts. Erstmal die Kartoffeln in den Topf geworfen und gekocht. Das geht mit Salzkartoffeln oder Pellkartoffeln. Ich pelle Kartoffeln lieber, als sie zu schälen.

Als nächstes einen Becher Sahne mit einem Löffel Butter und einem Teelöffel Kräutersalz kurz aufkochen. Die Kattoffeln in Scheiben schneiden und in die Sahne geben. 10 Minuten köcheln lassen. Unbedingt weiter umrühren, es brennt sonst leicht an. 


Hier endet das Original-Rezept. Etwas Petersilie auf die Kartoffeln auf dem Teller – so schmeckt es bei Oma. Ich habe jetzt noch einen halben Teelöffel rote Currypaste untergerührt. Das war auch sehr lecker. 


Guten Hunger!

Gothic Friday 2016: SchwarzArbeit – Zwischen Beruf und Berufung.

Neues Thema für den Gothic Friday von Spontis – dieses Mal kann ich auch keinen alten Beitrag verlinken, es ist ein komplett neues Thema. Und sehr spannend. Es sind vier Fragen gestellt, die mir das Schreiben etwas einfacher machen.

Welchen Beruf übst du aus oder strebst du an?

Ich habe nach meinem Abitur 2009 eine Ausbildung zur Fachinformatikerin für Systemintegration angefangen. Einige Bewerbungen für den Ausbildungsplatz hatte ich abgeschickt, wäre das nichts geworden, hätte ich wohl Lehramt studiert. Ich hatte aber zum Schluss drei Angebote für einen Ausbildungsplatz.

Weil ich doch ganz gut war, habe ich mit einem Schulkameraden ein halbes Jahr verkürzt und bin seit Januar 2012 staatlich geprüfte Fachinformatikerin.

(Wie) Lassen sich Gothic und Beruf verbinden und ist das überhaupt wichtig?

In meinem Beruf ist das recht einfach. Hätte ich studiert, wäre das wohl anders geworden. Meinen Pfingsturlaub macht mir keiner streitig und auch sonst gibt es wenig Probleme. Es gibt aber irgendwie auch nicht viele Punkte, wo ich das als Problem sehe. Gothic ist ein Teil von mir, ich bin einfach eine Gruftschnecke. Das hört nicht auf, wenn ich mit morgens an der Zeiterfassung einbuche. Wenn ich die Wahl habe, entscheide ich mich für den schwarzen Monitor statt dem weißen – weil ich es schöner finde. Wenn ich Dinge personalisieren kann, dann ist es eher gruftig. Soweit es geht und soweit es die Kollegen auch haben. Viel mehr Berührungspunkte gibt es auch eigentlich nicht. Büro ist Büro, Zuhause ist Zuhause.

Welche Abstriche nimmst du bei deinem Äußeren im Kauf oder würdest du in Kauf nehmen?

Ich trage aus praktischen Gründen keine Röcke oder Kleider bei der Arbeit – dafür krabbel ich zu häufig unter Tische oder steige auf Leitern. Ansonsten schminke ich mich nicht so stark wie zu anderen Gelegenheiten. Was eventuell auch am Zeitdruck morgens liegt. Da kein Kundenkontakt besteht, ist trotz Anstellung im öffentlichen Dienst vieles möglich. Ich bin schon mit sehr bunten Haaren arbeiten gewesen, das fanden sogar viele Kollegen recht schick. Die Schuhwahl ist durch die Auflage, Sicherheitsschuhe in vielen Bereichen zu tragen, recht eingeschränkt. Finde ich aber auch nicht schlimm. Die Wetterschutzjacke mit schicker oranger Schulterpartie… nun ja. Sie hält mich trocken und warm. Das ist hier am Kanal schon von Vorteil. In der Freizeit greife ich da lieber zu dezenteren Schwarztönen.

Welche Vorurteile oder Probleme tauchen im Umgang mit Chefs, Kollegen oder Kunden auf?

Wenige. Wobei mein Job auch eine Männerdomäne ist – ich bin allein mit vielen Männern in der Abteilung. Ab und zu mal ein Spruch, wenn die Haare wieder bunt waren – das aber auch eher freundlich und anerkennenen. Immerhin wusste immer sofort jeder, wer gemeint war, wenn es hieß „die Dame mit den bunten Haaren war hier“ – auch gut. Schwarze Kleidung ist kein Problem, das machen die anderen Metalheads hier ja auch. Ich achte natürlich darauf, welche Bandshirts ich anziehe. Auswahl ist zum Glück in ausreichender Menge vorhanden. Meine Urlaubsvorlieben sind auch akzeptiert – Pfingsten ist nun mal fest. Dafür bin ich dann auch in anderen Ferien oder an Feiertagen bereit zu arbeiten oder Bereitschaft zu machen. Geht alles.