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Festival-Dilemma.

Tja, da haben wir’s jetzt. ASP spielen beim Deichbrand. Da wollte ich doch nie wieder hin. Ihr erinnert euch an meinen Eintrag? Sonst einfach ein bisschen zurück blättern. Mein Kopf fängt schon jetzt an, das Bild des Festivals umzuzeichnen. Wenn man mit einem größeren Auto fahren könnte und darin übernachten könnte? Dann wäre es eventuell doch machbar. Also Karte kaufen und zur Not kurz vorher für viel Geld verkaufen? Kann ich das nächstes Jahr überhaupt? Fest steht für mich, dass es zu viele Festivals in diesem Jahr waren. Zu wenig Erholungszeit. Ich werde ja auch älter… Aber genau da liegt auch wieder das andere Problem. Wie viele Jahre mache ich das noch? Kann ich das noch? Also vielleicht doch lieber alles an Festivals mitnehmen, was geht. Wer weiß, wie viele Jahre ich das so frei noch kann.

Die Planungen für nächstes Jahr sind natürlich auch schon am Laufen. WGT und Amphi sind eigentlich so gut wie sicher. Beides mit Unterkunft. Beim WGT werden wir es wieder über das WGT-Forum probieren. Für das Amphi habe ich schon jede Menge Pensionen angeschrieben. Warum die meisten Inhaber mir entweder gar nicht antworteten oder schrieben, sie vergeben noch nicht für 2012, ist mir rätselhaft. Abwarten. (Oder wenn jemand ein schnuckeliges Zimmer zum Zeitpunkt des Amphis zu vergeben hat – gerne melden!)

Ich möchte mir nächstes Jahr eine Jahreskarte für das MPS kaufen. Rastede war so schön, da geht’s wieder hin und statt HH-Bahrenfeld gibt es ein Wochenende in Hohenlockstedt – sehr viel näher dran und schöner. Dann noch mindestens einen Tag nach Öjendorf und das Ticket habe ich wieder drin. Vermutlich werde ich auch das erste Mal seit 2008 nicht zum Mera sondern nach Sierhagen zum MPS. Aber so genau werde ich erst planen, wenn ich weiß wie es nächstes Jahr weiter geht. Das steht alles noch in weit entfernten Sternen. Vielleicht gehts ja auch ganz woanders hin. Wer weiß das schon?

Zaubermenschen.

Es gibt da eine Reihe von Menschen in meinem Leben, die ich unheimlich stark liebe. Auf meine Art. Bis vor zwei Jahren habe ich das auch nicht so gezeigt. Dann starben innerhalb von zwei Wochen zwei junge Menschen. Viel zu früh. Das Bewusstsein, dass jeder Tag der letzte sein könnte, ist wieder deutlich geworden. In der Zeit danach habe ich öfter Menschen einfach so eine kleine Freude gemacht. Sie plötzlich umarmt. Kleine Überraschungen verteilt. Mir mehr Zeit für sie genommen. Den Grundgedanken dahinter verfolge ich noch immer. Jede Sekunde wird intensiver genossen. Vorhin las ich, dass ein junger Mann, den ich auf einem Festival im Sommer kennen lernte, gestorben ist. Da sind dann die Gedanken wieder da. Wir genießen viel zu wenig. Immer nur Stress, Zeitdruck, Eile. Ich habe mit ihm wirklich tolle Tage verbracht und bin traurig, ihn nie näher kennen zu dürfen. Genau damit werde ich ihn trotzdem immer verbinden: Mit meinem ersten Amphi, bei dem mein Zelt abgesoffen ist und er mich auslachte. Wo auch immer er jetzt ist, ich hoffe er hat ein wasserdichtes Zelt. Das ist meine Art, damit umzugehen. Die guten Erinnerungen ab und zu hervorzukramen. Zu grinsen, weil ich genau weiß, was für ein Kommentar von einer Person in diesem Moment gekommen wäre. Sie einfach nicht zu vergessen.

Intensiver zu leben. Wenn es denn geht.

Alles.Nichts.Oder.Gedankensplitter.

Es ist momentan Zeit der Veränderung. Da ich momentan einfach nur Adel bin, ist es wohl an der Zeit. Soll ich meine Wohnung verlassen? Zurück zu meinen Wurzeln? Ich lebte einst in einem beschaulichen Nest, wo sich jeder kannte. Will ich dahin zurück? Oder anders gefragt, warum eigentlich nicht? Ist es wegen der schlechten Busverbindung? Stimmt, man sollte hier ein Fahrrad besitzen. Ich hab sogar, wenn ich mich recht entsinne, 3 im Keller stehen. Wovon eins…ach lassen Wir das.

Zumindest ist es seltsam dort. Alles alte Menschen, die einem sagen wie sehr man doch dem Vater ähnelt. Ich bin wenigstens nicht adoptiert, auch wenn meine Schwester mir das oft weis machen wollt. Ich könne das kleine Zimmer haben, dort wo ich größtenteils aufwuchs. Es ist klein und eng. Nicht besonders meinen Ansprüchen genügend…

Im Schwimmbad eben starrte ich gedankenversunken auf meine Füße…ich dachte die ganze Zeit an meinen bisherigen Werdegang. „Ich erinnerte mich an die Zeit als ich vergeblich versuchte einen Beruf zu erlernen…“ Eine Entscheidung, die ich treffen sollte, musste also her. Will ich nun zurück oder nicht? Es würde einiges an Geld sparen. Geld, was Wir möglicherweise brauchen werden. Sogar ganz bestimmt. Mutter würde sich mehr als freuen und Vater, nunja, wenn Er bereits davon weiß, würd Er sich sicher auch freuen.

Meine Prinzessin würde es besser finden, wenn ich nicht mehr allein zu Haus wär. Kann ich ja nichts dafür wenn das Personal abhaut! Aber genug der Scherze. Die ganzen Möbel, diese kleine Existenz. Muss diese erst fort, damit das Wir leben kann? Ja. Muss Sie. Und das wird Sie. Für Uns! Weil Sie mir mein Leben ist. Und ich Sie über alles liebe, meine wunderschöne Prinzessin! Damit sei mein Entschluss wohl gefasst. Ich ziehe aus. Suche mir, wie ein Einsiedlerkrebs, ein neues Schneckenhaus. Von meinem neuen zu Haus dann können Wir überall hin ziehen. Sobald ich einen neuen Platz habe. Wohin Uns der Wind weht, quasi.

Deichbrand 2011 – das war grauenvoll.

Bin wieder da. Nach einer Dusche und Schlaf im kuscheligen Bett geht es mir auch wieder viel besser. Es wird keinen ausführlichen Festivalbericht geben. Das hier wird ein reiner Meckerpost. Weil es nötig ist. Vorweg: Ich war noch nie auf einem Festival, welches so schlecht organisiert war. Einfach grauenvoll. Vermutlich kommt das jetzt so rüber, als wenn ich völlig abdrehe. Aber mal im Ernst – nach Duisburg bekommt jedes Festival jede Menge neue Auflagen und hier ist alles viel schlimmer als es bei den anderen überhaupt jemals nur ansatzweise so war? Da kann doch was nicht stimmen!

Ich habe einfach mal den Geländeplan mit Nummern versehen. Macht das Erklären etwas einfacher. Fangen wir einfach mal bei meiner Nummer 1 an: Green Camp. Eigentlich ja eine ganz feine Sache. Nur – es war nicht dort, wo es eingezeichnet ist. Sondern bei der zweiten eins, hinter der Autobahn. Fußweg bestimm 20 Minuten, mit Gepäck 30. Dahinter befand sich auch der Parkplatz Südost – von deren Existenz keiner wusste. Als die normalen Campingplätze voll waren, wurden alle Camper wieder zurück zum Green Camp geschickt. Nett, oder? Das einzige positive daran war eigentlich, dass sie an allen vier Seiten des Camps 7 Dixis und zwei Toilettencontainer hatten. Abgesoffen sind sie wohl auch dort. Weiter mit Nummer 2: Parkplatz. Wir sind auf Parkplatz Süd gelandet und hatten damit ziemlich Glück. Der Weg zum Camp war okay, wir haben allerdings auch nicht allzu weit auf dem Gelände gezeltet. Allerdings versank der Parkplatz Sonntag dann völlig im Matsch. Gegen das Wetter kann natürlich keine Festival-Orga was unternehmen – aber wenn schon Holzspäne an matschigen Stellen verteilt werden – warum dann nicht auch an der Stelle direkt vorm Eingang? Es sind dort sooo viele Autos stecken geblieben. Möchte nicht wissen, wie das Montag war. Die Holzspäne waren übrigens eine hervorragende Idee! Allerdings auch irgendwie die einzige. Der Parkplatz war noch dazu fast komplett dunkel. Dunkel. Matsch. Juchu. Aber auch ohne Matsch – einen komplett dunklen Parkplatz ohne Hinweistafeln zum Eingang/Ausgang – bedenklich. Nummer 3: Unser Camp. Ungefähr dort haben wir gecampt. Direkt am Weg, kurz vor Ende des Campinggrounds. Dahinter fing ein Maisfeld an. Wir bauten unsere Zelt auf einem Stoppelfeld auf. Sandboden. Jegliche Heringe sind bei leichtem Luftzug aus dem Boden geflogen. Es hat gestürmt ohne Ende. Nachdem mir Samstagmorgen das Zelt um die Ohren geflogen ist, habe ich abgebaut und die Nacht darauf im Auto geschlafen. Es war sowieso abartig laut auf dem Campinggelände. Und auch hier komplett dunkel. Keine Scheinwerfer, nichts. Nummer 4: Einlass Gelände. Wir hatten die Wahl unten um das Gelände über den Campingplatz zu gehen oder oben rum auf befestigtem Weg. War ungefähr gleich weit zu laufen. Bei den großen Bands war ich überall schon vorher af dem Gelände – ich möchte nicht wissen, wie lang die Schlangen am Einlass sonst waren. Es waren vier oder fünf Schleusen dort. Daneben ein Ausgang der ungefähr 3m breit war. Gedrängelt wurde schon bei wenig Andrang. Das war alles andere als schön. Die Ordner haben eigentlich nur nach den Bändchen geschaut, abgetastet wurde ich nicht einmal. In die Taschen schaute man nur am Anfang. Also hatten auch quasi alle Besucher nicht nur die erlaubten Tetrapaks sondern auch jede Menge Dosen mit auf dem Gelände. Nun ja. Nummer 5: Weg zum Parkplatz. Hinter dem Gelände mussten alle Besucher lang, die zum Green Camp wollten, zu den Parkplätzen oder zum normalen Campingplatz. Der Weg war meist 2m breit, an einigen Stellen durch Bauzäune aber auch mal eben nur 1m. Geschiebe und Gedränge, vorallem am Sonntag, weil die Müllsäcke für den Müllpfand am Eingang Nord abgegeben werden sollten. Warum haben sie die paar Nightliner nicht einfach zwei Meter weiter gestellt? Verstehe ich einfach nicht. Platz war dort defintiv genug. Außerdem war der ganze Weg komplett unbeleuchtet. Es war einfach stockdunkel. Nebenan gleich ein Feld. Das geht einfach gar nicht! Parklplätze und Campingplätze nicht zu beleuchten ist eine Sache – aber den Weg? Gerade bei den ganzen stockbesoffenen Menschen halte ich das für ein sehr großes Risiko. Nummer 6 &7: Toiletten & Duschen. OMG. War das ekelhaft. Es gab für den ganzen Campingplatz 20 Dixis. Plus 6 Container auf dem Festivalgelände. Die Container, die es auch beim Mera gibt und die dort immer recht gut sauber gehalten sind und an denen sich dort praktische Schlangen bilden. Das war hier aufgrund des fehlenden Platzes einfach nicht möglich. Unbeleuchtet waren sie auch. Außerdem sind diese Container in den ganzen Tagen nicht einmal sauber gemacht worden. Bei Schlamm und Regen sahen sie dann nachher auch dementsprechend aus. Wenigstens die Dixis wurden ab und an gereinigt – aber bei der geringen Zahl für knapp 14.000 Camper hat das nicht viel gebracht. Ich weiß nicht, ob es noch irgendwo weiter hinten auf dem Campingplatz Dixis gab – gesehen habe ich keine. Selbst auf dem Hörnerfest waren mehr Dixis! Noch nie habe ich mir so sehr gewünscht, ein Mann zu sein. Die sind dann immer schnell ins Maisfeld. Während wir Damen die 10 Minuten zu den Dixis laufen durften. Ich habe auch noch nie so viele männliche Geschlechtsteile gesehen. Man dreht sich natürlich kackfrech um, wenn man direkt neben unserem Camp an den Zaun pisst. Bäh. Duschen kosteten noch mal 2€ – finde ich schon ganz schön dreist. Die Karten sind schon teuer genug geworden – okay, im Vergleich zu andere Festivals war das eher günstig, aber trotzdem! Dann soll doch die Karte einfach 5€ mehr kosten, dafür dann bitte mehr Klos und kostenlose Duschen! Nummer 8: Festivalgelände. Es war irgendwie ziemlich klein. Bei guten Wetter hätte sich das Glände bestimmt gut zum chillender Weise Bands hören geeignet. War ja aber nicht. Ungefähr da, wo meine 8 gelandet ist, war das größte Nadelöhr. Nach In Extremo wollte ich zu den Toiletten – und bin dort fast zerquetscht worden. Alle drücken von vorne, von hinten, von den Seiten. Noch dazu mega besoffene Spacken rundherum. Kurz vor Panik habe ich es dann doch an der Seite rausgeschafft. Mit einer geschickt platzierten Schleuse um den Ein-/Ausgangsbereich etwas zu trennen, wäre das nicht passiert.

Noch ein paar allgemeine Gedanken, dann höre ich auch auf.

Security: Es gab unheimlich viel Security – nur kaum jemand mit Ahnung. Wenn man eine einfache, berechtigte Frage stellte, wurde man schon angeraunzt dafür. Kompetenz? Kaum vorhanden. Eingänge wahllos öffnen und schließen und dann die Besucher anpampen, warum sie denn falsch gehen. Toll.

Eingang: Personalausweis! Warum denn das? Meine Schwester hatte ihren nicht mit – aus Angst vor Schusseligkeit das Ding zu verlieren. Ihr wollten sie erst gar kein Bändchen geben. Zur Alterkontrolle – meinetwegen. Aber dann hätten sie ihr ja beide Schnippsel abschneiden können und sie quasi als „unter 16“ reingehen lassen können. Nun ja. Bisschen diskutiert und sie hat ihr Band bekommen. Es steht btw nicht auf der Homepage, dass der Perso gebraucht wird. Hatte ich bisher auch noch nie. Die Alterskontrolle über die Bändchen ist auch eher nicht passiert. Es reicht immer, wenn die Ordner kurz das Orange gesehen haben.

Polizei: Schön, dass so viel Polizei vor Ort war. Aber müssen sie mit ihren Pferden wirklich über den Campingplatz und aufs Festivalgelände? Die Tiere waren unheimlich nervös und es war wirklich sehr anstrengend für sie. Muss dass denn sein? Eines der Pferde hatte sich auf dem Campingplatz mit dem Huf im Absperrband verheddert – man merkte, wie es panischer wurde. Auch am Sonntagabend sind sie mit den Pferden auf dem Gelände gewesen – beim Soundcheck für Die Happy. Zum Glück nur ganz kurz.

Menschen: Ich bin noch nie so oft und so dumm angemacht worden, wie an diesem Wochenende. Ich habe blaue Haare – na und? Wayne? Es waren so viele Besoffene unterwegs – die teilweise nicht mal mehr stehen konnten. Das war echt bäh. Grufties trinken irgendwie immer nur so viel, dass sie auf ihren Plateauschuhen noch laufen können. Das Publikum war Szenemäßig sehr gemischt – vereinzelt Grufties, Metal, Alternative, Indie, Rock, Hip-Hop – trotzdem wurde verdammt viel gelästert. „Wie scheiße siehst du denn aus?“ – „Geh nächstes mal außen rum, so was Hässliches soll nicht vor unserem Zelt laufen!“ – „Kommst du vom Friedhof, oder was?“ Ging nicht alles gegen mich, einfach aufgeschnappt.

Ach ja, Bands waren auch da. Gesehen habe ich Freitag kurz Frida Gold – tolle Stimme! Donots – gerockt. Bullet for my Valentine – viel zu leise. Samstag: Bosse – großartig wie immer! Kettcar – einfach hach. In Extremo – mein Highlight, auch wenn sie zehn Minuten vor angekündigtem Beginn angefangen sind und ich deswegen zwei Lieder nur auf dem Weg hören konnte. Pennywise – fand ich schlecht, habe nur ganz kurz reingehört. Guano Apes nur gehört – war irgendwie auch nicht so. Sonntag: Skunk Anansie – Wow! Bad Religion – geil! Die Happy – gerockt! Die Fantastischen Vier – absolut würdiger Abschluss, da war es dann auch sowas von egal, dass wir patschnass waren, die waren mal wieder großartig!

Das ganze Festival ist wohl zu schnell zu groß geworden. Man hätte definitiv 3000 Karten weniger verkaufen sollen. Mindestens. Dann ist es halt früher ausverkauft – na und? Und wenn es nicht genug Geld ist – macht die Karten halt teurer! Aber hört gefälligst auf an der Sicherheit zu sparen!

Also, wenn jemand zum Deichbrand fahren möchte – dann macht das bitte nur der Bands wegen! Für schönes Campen und mit Freunden feiern – sucht euch da lieber ein anderes Festival.

Zirkusadel

Mein neues Projekt. So soll es heißen. Was man sich darunter vorstellen soll, kann ich noch nicht sagen. Ich spreche hier von einem Bild, Musik und Darstellung. Mehr noch, von Leben.

Unter diesem Projekt werde ich mich in meiner Freizeit befinden. Zirkusadel. Es wird sich für meinen Klamottenstil nicht viel ändern, allerdings wird er dadurch geprägt werden. Ausschlag für dieses Projekt war im Grunde ein Outfit  von Uns auf dem WGT. Sie trug ein Rot/Schwarz gestreiftes Kleid und ich die Passende Hose dazu. Sie trug einen kleinen Zylinder und ich trug den meinen. Wir sahen großartig aus. Wie immer also, wenn ich mir diese Bemerkung erlaube.  Wir saßen zum Essen unter einem Pavillion auf einer Terrasse. Aber die weiteren Tage lies mich dieses Projekt nicht in ruhe…soeben fand ich bereits die passende Musik…dazu werde ich noch mehr aufschreiben, alsbald es mir möglich erscheint.

Es wird wohl eine Geschichte daraus entstehen…

Mal sehen…was da so alles passiert…

 

Veränderungen. Erinnerungen.

Ich bin schon ewig im Internet unterwegs. Genau genommen seit 2004. In dieser langen Zeit habe ich unheimlich viele Menschen kennen gelernt. Menschen, die mir verdammt wichtig waren. Es noch immer sind. Es immer werden. Ein paar habe ich live getroffen. Ein paar hätte ich gerne live getroffen. Eine Dame werde ich Morgen endlich treffen. Viele Menschen haben mich für eine Zeit lang begleitet. Mir geholfen. Ich habe ihnen geholfen. Es war immer jemand da. Im Internet ist man nie alleine. Teilweise waren es Jahre, teilweise nur Wochen. Was ist jetzt mit ihnen? Haben sie es geschafft? Die Sache mit dem Job? Mit der Schule? Mit dem Studium? Mit der Klinik? Mit der Ausbildung? Mit dem Kind? Mit dem Mann? Mit der Frau? Mit ihrem Leben?

Manchmal findet man ganz plötzlich Lebenszeichen. Denkt zurück an die Zeit mit ihnen und freut sich. Oder auch nicht. Aber mischt sich nicht mehr ein. Unsere Lebensansichten haben sich vielleicht geändert. Die Freunde. Die Ziele. Vielleicht habe ich schon lange welche von damals getroffen – ohne es zu wissen. Vermutlich erinnert sich kaum noch jemand an mich. ~Schwarz Rose~, Bonnie, Eis.Prinzessin, Nette-Zicke89… Da gab es noch mehr. Manche Nicks nur einmal benutzt, andere ewig. Einige wenige sind geblieben. Wenn auch mit weniger Kontakt, aber ich weiß, wo sie sind. Wenn ich sie brauche. Wenn sie mich brauchen. Ich weiß auch, dass hier noch ein paar derer lesen. Das freut mich.

Wir kennen das ja eigentlich alles. PC Crash, ICQ Nummer weg, neue Mailadresse. So verlaufen sich dann bestimmte Kontakte. Auch wenn man sich das anders gewünscht hat. Das kann man einfach nicht verhindern. Aber das ist nicht nur im Internet so. Das passiert genau gleich im realen Leben. In dem anfassbaren Leben. Menschen, die Freunde waren. Weit weg jetzt. Plötzlich merkt man, welche Freundschaft wirklich wichtig war. Es noch immer ist.

Dann lernt man neue Menschen kennen. Ganz stupide über das Internet. Oder über den Freundeskreis. Der inzwischen verdammt verstreut ist. Es beginnt wieder von Neuem. Man kennt sich nicht. Lernt sich kennen. Lernt sich mögen. Lernt sich zu vertrauen. Möchte nicht mehr auf einander verzichten. Muss es aber auch nicht. Und das ist verdammt toll. Dafür liebe ich mein Leben. Die Menschen, die jetzt Morgen zu mir kommen, sind die Menschen, für die ich durchs Feuer gehen würde. Weil sie mich kennen. Mich trotzdem mögen. In den vergangenen Jahren habe ich gemerkt, wie schnell das Leben vorbei sein kann. Also sollten wir es genießen. Das mache ich. Vollkommen. Versuche, diesen Menschen zu zeigen, wie sehr ich sie mag. Verrückte Aktionen inklusive.

Zwei meiner Freunde sagten mir mal, wie viel es ihnen gegeben hätte, als ich sie so stürmisch umarmt habe, als wir uns nach einer bestimmten Zeit wieder gesehen haben. Vielleicht weil man es von mir nicht kennt, dass ich zu solchen Gefühlsausbrüchen fähig bin. Aber das bekommen auch nur die Personen zu spüren, die ich wirklich mag. Die mir wichtig sind. Die das verdient haben.
Ich habe viel gelernt in den sieben Jahren. Bin verändert. Durch euch.

Danke dafür.