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Das Traum-Café.

Am Sonntag waren der Liebste und ich bei meinen Großeltern. Es gab Kuchen, Tee und Eis. Wir unterhielten uns über alles Mögliche – unter anderem über ein Café in dem meine Oma letzte Woche war. Da kribbelte es mal wieder in mir. Hach. Ein Café.

Es gibt da in meinem Kopf eine kleine Ecke für Traumtänzereien.  Dort steht dieses Cafe. Es ist hübsch eingerichtet, hat an der einen Wand viele Bücherregale, an der anderen Wand einen Bildschirm mit dem aktuellen Angebot und einer kleinen Twitterwall, dazwischen ein Thresen mit Kühltheke. Diese Dinger, in denen man viele Torten aufbewahren kann und die sich die ganze Zeit drehen. Dort stehen vor allem Muffins drin. Viele bunte Muffins. Dazu mehrere Gläser mit Keksen auf dem Thresen und ein paar Ständer mit Cakepops. Im Hintergrund steht das Geschirr und eine große Kaffeezaubermaschine, daneben viele Teesorten.

Das Möbiliar ändert sich immer mal wieder, ebenso wie die Räumlichkeiten. Mal gibt es eher Themenzimmer, mal ist es nur ein großer Raum. Eine Kinderspielecke is auf jeden Fall dabei. In jedem dieser Träume ist das Café gut besucht, es wird gelacht und viele Freunde sind dort.

Aber das ganze wird genau dort bleiben: In meinem Kopf. Ich habe weder die Ausbildung, noch das Geld für ein Café. Außerdem – schon mal hier in Dithmarschen versucht, Muffins zu finden? Die versammelte Renterschafft steht da eher auf zehnstöckige Sahnetorten, die kaum auf Teller passen. Deswegen backe ich weiter in kleinen Maßstäben für Famile und Freunde. Und träume dennoch ein bisschen, manchmal.

Es geht mir wirklich gut.

Gestern war Orientierungsstufenfest an meiner alten Schule. Dort feiern die 5. und 6. Klassen ihr erstes gemeinsames Fest und laden Eltern, Familie und Freunde ein. Meine Cousine ist seit diesem Jahr in der 5. Klasse und hatte mich gefragt, ob ich auch kommen würde. Natürlich. Ich war doch neugierig, wie sich meine Schule verändert hat und ob ich vielleicht den ein oder andere Lehrer treffe, der mich noch kennt.

Habe ich.  Erst meine damalige Mathe- und Physiklehrerin, die ich erst absolut nicht mochte und die jetzt die Liebste überhaupt ist. In der 12. Klasse half ich ihr bei einem Mittelalterprojekt mit der Unterstufe und seitdem ist sie totaler Fan von Mittelalter in allen Facetten. Sie sprach mich sogar darauf an, ob ich denn gar nicht beim Marktfrieden gewesen wäre, sie hätte mich nicht gesehen… Ich war ehrlich auch enttäuscht, dass ich sie dort nicht getroffen hatte. Schön, wenn so etwas auf Gegenseitigkeit beruht. Wir redeten über dies und das und es war irgendwie wie vor drei Jahren.

Dann lief mein damaliger Tutor mit verdutztem Blick an mir vorbei und kam zehn Minuten später zu mir. Er trägt jetzt Vollbart, ungewohnt. Auf die Frage, wie es mir denn ginge, konnte ich wirklich sagen: Es geht mir gut. Sehr gut. Erzählte von der Ausbildung, von meinem Job und davon, dass ich nächstes Jahr heiraten werde. Ihm sind fast die Augen aus dem Kopf gefallen, hihi. Er selber hat glaube ich 2009 geheiratet, nach vielen Jahren Beziehung. Wir waren damals seine erste Klasse als Klassenlehrer und haben viel mitbekommen, was er so erzählt hat. (Eigentlich hat er auch immer gesagt, er läd uns dann zur Hochzeit ein…) Aber er hat sich wirklich gefreut und meinte, er würde dann bestimmt öfter von mir hören, wenn ich jetzt wieder Kontakte zur Schule habe. Ich hoffe doch.

Nach dem Fest war ich einkaufen und dort traf ich meinen ehemaligen Informatiklehrer – gleiche Gespräche wie vorher. Hach, das war wirklich schon. Und noch schöner eigentlich die Erkenntnis: Ja, es geht mir wirklich gut. Der ganze Mist ist hoffentlich vorbei jetzt und darf auch bitte nie wieder kommen. Es ist schön, so wie es ist. Traummann an meiner Seite, den ich nächstes Jahr heirate. Ausbildung fertig, Vertrag wird um ein Jahr verlängert. Eigenes Nestchen, bald mit vierbeinigem Bewohner. Wunderbar.

Durcheinander.

Es geht momentan alles so furchtbar schnell – ich habe kaum Zeit für irgendwas. Deswegen jetzt ein paar Schnippsel.

# Wohnung: Wir haben eine Wohnung! Ab 1. September geht es los. Und weil ich ja gerne mal Stufen überspringe, ist es sogar ein Haus. Ein kleines Reihenhäuschen. Mit Garten. Ich freu mich so! Die Verträge sind unterschrieben, Anteile gekauft, Versicherung fix. Die ersten Kartons sind auch schon gepackt und mein roter Schrank steht schon in Einzelteilen in meinem Zimmer.

# Marktfrieden: Oh, war das schön! Und verdammt lustig, hihi. Ich habe viele Bilder gemacht, aber diese noch nicht gesichtet. Vielleicht gibts dann noch mal einen Bilderpost. Mal sehen. Es war wundervoll mit so vielen lieben Menschen die vier Tage zu verbringen. Das Wetter war zwar etwas zickig, aber das gehört schon irgendwie dazu.

# Geburtstag: Die Prinzessin ist jetzt 23. Gefeiert wurde natürlich ordentlich – auf dem Marktfrieden am Donnerstag. Ich stehe total auf meinen Geburtstag und freue mich wie ein kleines Kind darauf. Ich bekam hauptsächlich Dinge für die Küche und die Kamera. Zwei Tupperrührschüssel mit schwarzer Außenfarbe, zwei Geschirrhandtücher mit Cupcakes drauf, Besteck mit schwarzen Griffen, die Backform des Todes, Gläse, Pizzaschneider und Backform. Von Papa noch ein Stativ und von meinem Liebsten einen Sunsniper. Das Ding liebe ich schon jetzt absolut abgöttisch. Von einer lieben Freundin gab es noch zwei Nichtlustig-Spiele, die wir uuuunbedingt bald ausprobieren müssen.

# Amphi: Freitag in aller Frühe gehts los. Ich habe noch überhaupt keinen Plan, was ich anziehe. Wird aber irgendwie praktisch sein müssen. Überlege auch noch, ob Gummistiefel sinnvoll sind.

# Mera Luna: Vorfreude pur! Ganz viele zauberhafte Herzmenschen sind dabei. Habe heute die Tickets bestellt. Fünf Stück. Mein Konto ächzte kurz.

# Bauvorhaben: Wir wollen ein Wiki-Zelt bauen. In naher Zukunft. Also, irgendwann nächstes Jahr. Dafür muss erst ein anderes Auto her, sonst können wir das nicht transportieren. Aber die Planungen laufen an. In zwei Jahren soll es dann auf dem Marktfrieden ein Wikilager geben. So richtig. Ich freu mich!

Können wir uns das überhaupt erlauben? Solarenergie.

Vor ein paar Tagen bekam ich auch Twitter eine Diskussion zum Thema Solarenergie mit. Das Thema lässt mich nicht los und ich grübel quasi andauernd. Wir also Zeit, die Gedanken festzuhalten.

Einer der Sätze, die in diesem Zusammenhang gefallen sind, war, dass die Sonnenkollektoren unglaublich hässlich seien und man sie nicht auf seinem Dach haben wolle. Jeder findet etwas anderes hübsch oder gewöhnt sich dran, aber in meinem Kopf dreht sich nur noch eine Frage:

Können wir uns das überhaupt erlauben?

Ich wohne in einem Landkreis, der sehr von alternativen Energien geprägt ist – fahre aber auch oft an drei verschiedenen Atomkraftwerken vorbei. Arbeite ca. 500 m entfernt von einem, wohne 30 km entfernt. Gut, es ist momentan abgeschaltet und wird vermutlich nie wieder angefahren – das nächste AKW aber vielleicht schon. Das liegt 45 km weit von meinem Wohnort entfernt. Weit weg denk man – Pustekuchen. Sollte da etwas passieren, steht es praktisch vor meiner Haustür. Ich kenne etliche Studien über Leukämie und andere erhöhte Krebsraten. Dabei sind mir nicht nur zahlen bekannt – nein, auch Menschen, die davon betroffen sind. Einige. Es wird viel heruntergespielt, aber ich fühle mich absolut unwohl, wenn ich an diesen unheimlichen Bauwerken vorbei fahre.

Was hat das jetzt mit Solarenergie zu tun? Wir müssen umdenken. Hübsch oder hässlich – Atomkraftwerke sind auch hässlich. Nur stehen diese etwas weiter entfernt. Im Gespräch wurde außerdem bemängelt, dass die Subventionen für die Anlagen zurück gegangen sind und man inzwischen viel weniger Geld für den produzierten Strom bekommt. Ähm, hallo? Wir produzieren doch den Strom nicht, damit wir uns damit eine goldene Nase verdienen können. Wir machen das, damit wir irgendwann ohne AKWs auskommen können. Wie faszinierend ist es bitte, wenn man durch eine Platte auf dem Dach Strom erzeugen kann? Außerdem – wir müssen den Strom ja auch wieder kaufen. Je mehr Geld wir dafür haben wollen, desto mehr Geld müssen wir im Grunde dafür zahlen. Und ob sich die Anlage nun nach 5, 6 oder 8 Jahren rentiert hat – who cares? In den meisten Fällen muss man dafür nicht viel machen. Die Anlage finanziert sich ab einer bestimmten Größe fast von selbst. Das ist natürlich wieder von gewählten Banken, Anlagen etc abhängig, aber alles machbar.

Das muss man aber wollen. Und da liegt das Problem. Noch reicht der Strom. Meistens. Noch gibt es genügend Möglichkeiten. Aber warum nicht schon jetzt versuchen, unseren Bedarf so gut es geht über alternative Energien zu decken? Komplett geht es noch nicht, das ist klar. Wobei da eher die Speicherung und der Transport das Problem ist.

Was allerdings außerdem noch bedenklich ist: Hier werden auf Feldern Solarparks gebaut. Wir bauen quasi Strom an. Das boomte vor 2-3 Jahren, bis das Land dafür gesorgt hat, dass nur Flächen genutzt werden, die für die Landwirtschaft uninteressant geworden sind. Die Felder hier sind also entweder von Solarpanelen oder Mais für die Biogasanlagen bewachsen. Raps sieht man kaum noch – schade. Auch finde ich es sehr grenzwertig, Mais anzubauen, um ihn dann in Biogasanlagen zu verwerten. Aber das ist ein anderes Thema.

Was ich persönlich sagen muss: Ich finde die Solaranlagen wirklich hübsch. Schon mal von ewas weiter weg eine Stadt berachtet, die viele Anlagen hat? Oder einen Solarpark? Das funkelt um die Wette und gerade die Solarparks sehen aus wie Flüsse oder das Meer. Hach. Wir haben auf unserem Dach keine Anlage – weil das Haus um 90° falsch steht. Dafür hat mein Vater eine 100 m² Anlage auf einem anderen Gebäude.

Über Windkraft lasse ich mich dann in einem zweiten Artikel aus. Das gehört für mich einfach dazu. Aber ich will hier nicht endlos schwafeln.

1.942 Kilometer.

Nächste Woche Mittwoch, 15 Uhr: Stift fallen lassen. Urlaub. Zwei Wochen.

Da ich gerade die Fahrten für die Mitfahrgelegenheiten eingetragen habe, lag es nahe, mal zu schauen, wie weit ich denn dieses Jahr fahre. Es sind 1.942 Kilometer. Uff. Allerdings muss ich diese Strecke nicht alleine fahren. Einen Großteil sogar nicht mal mit meinem Auto – trotzdem weit. Es geht also erst in die Nähe von Bremen, eine Freundin besuchen. Dann einen Tag nach Rastede zum MPS. Zurück nach Geesthacht. Zurück nach Meldorf. Ab nach Soltau, Heidepark. Tja. Und dann geht’s schon los. WGT. 17 Tage noch. Nur noch! Ich freu mich. Sehr sogar!

 

Reiselust.

Am 29. April hat der Blog von Shan Dark Geburtstag – Der schwarze Planet wird dann zwei Jahre alt. Zu dem Zweck verlost sie ein schwarzes Paket. Die Aufgabe ist hierfür, eine Frage zu beantworten. Sei es als Kommentar oder eigenständiger Blogeintrag. Ich fing eben damit an, einen Kommentar zu verfassen und merkte schnell, wie sich das ausweitete. Viel zu lang für einen Kommentar. Mache ich doch einen Blogartikel daraus.

In welche Stadt möchtest Du unbedingt (noch) einmal reisen und warum?

Im ersten Moment ratterten mir da viele Städte durch den Kopf. Leipzig, unbedingt. Dresden wäre schön. Berlin! Stuttgart? Hm, Kopenhagen. Prag. Rom! New York. Alles kleine oder größere Wunschträume. Welche Stadt mich aber schon ewig fasziniert, obwohl ich nie da war: London. Meine Schwester war vor 4 Jahren auf Klassenfahrt dort und ab der Zeit habe ich mich dann auch mit dieser Stadt beschäftigt. Habe aus der Bücherei sämtliche Reiseführer gelesen, viele Blogs über die Stadt verschlungen und immer wieder nach Hotels+Flügen gesucht. Aber geklappt hat es irgendwie nie. Weil ich nie alleine fahren wollte. Weil es in den Ferien nicht gepasst hat. Weil Mama mit wollte, aber keine Zeit fand. Weil das Geld dann doch für die Autoreparatur verwendet wurde. Momentan merke ich, wie die Fernsucht wieder größer wird. Außer der Woche Urlaub zum WGT ist bisher noch nicht so viel geplant im Sommer. Eigentlich könnten wir das dann endlich mal in Angriff nehmen. Ich möchte so gerne durch die Stadt stöbern. Alles anschauen. Fotos machen. Wieder 9 sein und vor’m Gleis 9 3/4 stehen. In Camden abtauchen. Auf den Spuren von so vielen Büchern sein, die dort spielten. London in echt sehen. Es ist schließlich eigentlich gar nicht so weit von hier.

Von Freundschaften.

Es ist kein Geheimnis, was nächstes Jahr ansteht. Hochzeit. Unsere Hochzeit. Weil man gefühlt eine Million Dinge erledigen sollte, bevor es zum großen Tag kommen kann, haben wir schon jetzt ein paar Listen, auf denen sich Ideen zu verschiedenen Themen sammeln. Unter anderem eine Gästeliste. Und auf keiner anderen Liste ist bisher so viel gestrichen und geändert worden, wie hier.

Das wird unser Tag und diesen Tag möchte ich im Kreise der Menschen verbringen, die mir wirklich etwas bedeuten. Deswegen sind schon so einige Namen wieder gestrichen worden. Weil sich unsere Beziehung verändert hat. Weil wir uns verändert haben. Was nun nicht zwangsläufig falsch ist – passiert einfach, wenn man nicht mehr in der gleichen Gegend wohnt und sich nur noch selten oder überhaupt nicht mehr sieht. Allerdings gibt es dann auch hier Unterschiede. Freunde, die Freunde bleiben, wenn man sich dann doch nach Monaten wieder sieht – weil man sich immer noch so versteht wie am Anfang. Freunde, die die Bezeichnung nicht mehr verdienen. Die sich nur dann melden, wenn es um Dinge geht, die mit anderen Menschen zu tun haben, aber nicht um zu quatschen. Oder einfach gar nicht mehr. Ehrlich? Das brauche ich nicht mehr. Das zu erkennen tut zwar weh – aber andauernd hinter Menschen herrennen um den Kontakt nicht sterben zu lassen?

Somit habe ich gerade noch ein paar Namen von der Liste gestrichen. Dafür andere hinzugefügt. Menschen, die ich zwar erst kurz kenne – aber auf jeden Fall dabei haben möchte. Dabei ist diese Liste mehr als nur Gästeliste. Denn eigentlich ist sie ein Abbild, wie es in mir aussieht. Bis nächstes Jahr wird sich dort auch noch viel getan haben. Aber nur, weil ich jemanden schon Jahre kenne, bleibt er nicht auf dieser Liste.

Generationsgedanken.

Gestern Abend sprach ich mit meinem Vater über die Konzerte, auf denen wir in den letzten Wochen waren. Zum einen ASP in Kiel, zum anderen Kettcar in Hamburg, sowie Basta in Brunsbüttel. Seine Kollegen kannten die Bands fast alle nicht. ASP – okay, verständlich. Kettcar – bitte?! Hier in Norddeutschland ist doch quasi jedes Lied irgendwie eine Hymne geworden. Zumindest „Deiche“ oder „Landungsbrücken raus“ werden beim Hören dann zum Glück noch erkannt. Basta – da verstehe ich das. Diese Band findet man ja quasi auch nur, wenn man sich mit der Materie Acapella beschäftigt.

Aber ganz ehrlich? Das finde ich traurig. Wie kann man sich denn eigentlich mit der normalen Radio-Musik abfinden? Mit der geringen Anzahl von Stücken und Bands, die dort gespielt werden? Was ist mit dem Abenteuer, wenn man eine interessante Band entdeckt, mehr wissen möchte, recherchiert, Musik hört, sie live sehen möchte? Das tolle Gefühl, wenn man einen Song endlich einer band zuordnen kann?

Musik macht mich glücklich. Genau diese kleinen oder großen Glückserlebnisse, wenn man ein neues oder altes (endlich gefundenes) Album in den Händen hält und hören kann. Egal wie traurig die Musik sein mag, sie macht mich trotzdem glücklich. Zufrieden. Ausgeglichen.

Umso trauriger bin ich, wenn ich überlege, was ich so alles verpasst habe. Goethes Erben live. Depeche Mode in der Anfangszeit. LP-CD-Tauschbörsen. LPs an sich! 80er. Veranstaltungen, die ich nur vom Schwärmen der älteren Freunde kenne… Weil ich zu jung bin. Als ich das meinem Vater erzählte, fing er an zu überlegen und sagte dann, dass er auch vieles nicht mitbekommen hat. Weil er zu alt ist. Festivals zum Beispiel. Oder wirklichen Gothic Rock in seiner Jugend. Auf Konzerten war er schon immer viel, aber die Gruftie-Konzerte hat er jetzt erst durch mich entdeckt.

Das machte mich doch nachdenklich. Eigentlich erlebe ich wirklich viel. Viel, was früher nicht möglich gewesen wäre. Hier auf dem platten Land würde ich ohne die Verbindung über das Internet vermutlich kaum was mitbekommen. Über Freunde, ja. Aber auch nur in einem gewissen Kreise. Also freue ich mich, wenn ich mir Geschichten anhören darf, die sie erzählen und genieße es doch auch, wie einfach ich es jetzt habe. Vorallem: Wie cool ist es bitte, mit seinem Vater zum Rammstein- oder ASP-Konzert zu gehen?

Gothic Friday 2011 – Dezember: Subkultur in meiner Stadt.

Letzte Runde Gothic Friday. Es gab ein wenig länger Zeit, weil ein Themen-Voting vorrangegangen war. Deswegen jetzt im Januar meinen Dezemberbeitrag.

Tja, und eigentlich könnte ich dieses Thema mit einem Satz abhandeln. Kaum vorhanden. Ich wohne auf dem Land, in einer kleinen Stadt. Es gibt hier generell nur 1-2 Kneipen, die einen Besuch wert sind, aber auch diese sind ständig geschlossen oder es ist plötzlich ein neuer Wirt hinter dem Thresen. Fast alles läuft privat ab. Gruftschneckenfreunde habe ich hier noch ein paar. Die meisten sind in den vergangenen Jahren zum Studieren weggezogen. Teilweise nicht wirklich weit, aber man sieht sich viel weniger. Wenn wir feiern wollen, muss als erstes jemand gefunden werden, der fährt. Dann kann diskutiert werden, wo es hingehen soll. Nach Kiel, Schleswig, Hamburg, Neumünster, Flensburg oder Elmshorn sind es ungefähr 100 km eine Tour. Eine bis anderthalb Stunden Fahrt gehören also in jeden Fall dazu. Aber in den meisten Fällen ist es dann auch die Reise wert. Im Sommer kann es schon mal sein, dass ich drei Mal im Monat unterwegs bin. Im Winter wird das dann oft wegen Wetter stark reduziert. Wer schlittert schon gerne durch die Gegend, wenn es nicht sein muss.

Das klingt vielleicht etwas traurig – aber ist es nicht. Ich schätze die großen Festivals im Sommer sehr und auch der private Zusammenhalt ist um einiges größer. Man lernt sich einfach kennen, wenn man auf dem Land „anders“ ist. Über verschiedene Ecken kennt man sich. Und es ist auch einfacher, sich spontan zu treffen und ein Feuerchen im Garten zu machen. In der Großstadt undenkbar.

Auch wenn mich das gerade als ich jünger war noch sehr gestört hat, hier zu leben – ich möchte nicht lange weg. Ein paar Jahre vielleicht, aber dann würde ich es gerne wieder auf mich nehmen, 100 km weit fahren zu müssen.

Ein paar Worte vielleicht noch zum Gothic Friday: Danke, dass für die Themen! Ich habe dieses Jahr so viele neue Blogs in meinen Reader aufgenommen und gerade beim Spontis Family Treffen so wunderbare Menschen kennengelernt – das habe ich mir nie vorstellen können, als ich den ersten Eintrag schrieb. Danke!