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Gothic Friday 2016 – März: Wie klingt deine musikalische Szene?

Neuer Monat – neues Thema beim Gothic Friday. Ein Thema, bei dem ich erstmal ordentlich schlucken musste. Tausend Bands und Lieder wanderten spontan durch meinen Kopf – ich hoffe, ich kann das ansatzweise  zu Papier bringen. Mehr Artikel zu dieser Reihe findet ihr bei Robert auf spontis.de – lesen lohnt sich. (Ich versuche immer erst dann bei anderen zu lesen, wenn mein eigener Artikel veröffentlicht ist – sonst werde ich nie fertig, weil weitere tausend Bands durch meinen Kopf zucken.)

Das Thema ist in drei Abschnitte aufgeteilt: Vergangenheit – die Tiefe – das Hier und Jetzt. Ohne Aufteilung wäre ich vermutlich schon jetzt gescheitert.

Die Vergangenheit

Meine Einstiegsdroge in die schwarze Szene war die Mittelaltermusik. Musik hat bei uns in der Familie schon immer eine große Rolle gespielt. Mein Papa hat eine sehr umfangreiche CD-Sammlung und ich habe oft als kleines Kind bei ihm im Arbeitszimmer gespielt, während die Ärzte, die toten Hosen oder Rammstein liefen. Die Grundrichtung war also ein wenig vorgegeben. Über die Mittelaltermusik schwappte mein Interesse dann zu Bands wie Subway to Sally, Schandmaul und irgendwann zu ASP. Mir gingen (und gehen immer noch!) die Flöten in der Mittelaltermusik dermaßen auf den Geist, dass ich nach anderen Bands suchte. Zu der Zeit habe ich erst als Hörerin, später auch als Moderatorin in einem Webradio meine Abende verbracht. Meine Liste mit interessanten Bands wuchs und wuchs – auf Myspace gab es zumindest ein bisschen was zum anfixen – mit Glück ein paar Clips auf Youtube. Die ein oder andere Youtube-Playlist hat das auch noch meinen Horizont erweitert. Durch mein erstes ASP-Konzert lernte ich Seelenzorn* kennen und damit dann die „elektronischere“ Seite der Musik. Durch meinen sich langsam erweiternden Freundeskreis ging es in die Clubs in der Umgebung. (Haha, wie niedlich Umgebung klingt. 100 km Fahrt eine Tour sind es immer gewesen.) Wir haben so einige Nächte durchgetanzt und dank dem Wissen meiner Freunde wanderte die ein oder andere Band auch in mein CD-Regal.

*(Bei den Recherchen zu diesem Artikel habe ich leider lesen müssen, dass der Sänger von Seelenzorn letztes Jahr verstorben ist. Ich habe sie zwar nur zwei Mal sehen dürfen, aber er und der Rest der Band haben mich schon beeindruckt. RIP Jens.)

Das war alles ein sehr schleichender Prozess. Es gab keinen Schalter, der umgelegt wurde. Viele Bands, die mich am Anfang faszinierten, mag ich inzwischen nicht mehr. Wobei das eher die Alben oder die Äußerungen der Bandmitglieder sind. Samsas Traum habe ich mit a.Ura und das Schnecken.haus kennen gelernt. Malerische, tolle Texte voller Phantasie… Mit dem Metal-Geschrammel danach war meine Begeisterung völlig weggeblasen. Nach zwei enttäuschenden Konzerten und zwei weiteren mittelmäßigen Platten habe ich mit dieser Band abgeschlossen. Die alten CDs höre ich noch gerne, die Ansichten von Kaschte und die neuen Sachen interessieren mich einfach nicht mehr. Ab und zu schwappt noch mal ein neuerer Song in meine Playlisten, schockverliebt war ich lange nicht mehr. Auch meine unglaubliche Liebe zu ASP ist deutlich abgekühlt. Das aktuelle Album habe ich noch nicht so häufig gehört, vielleicht muss sich das auch erst entwickeln.

Kurzzeitig ist die Industrial- und EBM-Musik in meinen Mittelpunkt gerückt. Combichrist, Wumpscut, die Krupps, Suicide Commando – alles was knallt und gut tanzbar ist. Höre ich auch jetzt noch – aber nur mal einen Song und dann ist auch wieder gut. Nachtmahr tauchte mit „Mädchen in Uniform“ genau dann auf, als ich sehr viel tanzen war. Inzwischen macht mir die Band und alles drumherum Angst. Das geht in eine gruselige Richtung. Dazu haben andere allerdings schon ausführlicher geschrieben.

Hängen geblieben bin ich eigentlich bei den klassischen Bands – Sisters of Mercy, the Cure, Silke Bischoff – aber auch Oomph!, L’Âme Immortelle, Covenant, Heppner, Solar Fake und Welle:Erdball. Ich bewegen mich auch noch gerne im Bereich Neue Deutsche Härte – das ist sehr tagesformabhängig.

Seit 2006 scrobbel ich meine gehörten Titel zu Last.fm – leider klappt das nicht so zuverlässig, wie ich mir das wünsche und natürlich sind da auch nicht die Tracks drin, die ich über meine große Anlage höre – aber dort findet sich eine schöne Übersicht über meine Musikvorlieben.

Die Tiefe

Manchmal möchte ich schreien, wenn im Radio Songs lustig daherplätschern, im Text aber (auf Englisch) nur über verschiedene Probleme mit Sex gesungen wird. Im normalen Programm. Texte sind so unglaublich bedeutend! Dass der Großteil der Radiohörer nunmal kaum richtig hinhört oder kein Englisch spricht, ist wohl das Glück der meisten Interpreten.

In 90% der Fälle sind für mich Text und Musik wichtig. Mein Englisch ist ausreichend, um zu verstehen, um was es in den meisten Songs geht. Wenn das nicht der Fall ist, suche ich mir auch die Texte und übersetze sie. Was vielleicht auch ein Grund dafür ist, dass ich mit fränzösischen, spanischen oder anderen Texten nicht viel anfangen kann. Wer weiß, worüber die da singen?

Ich bin kein Stück musikalisch – kann mich aber sehr gut in Melodien oder Rhythmen oder Stimmen verlieben. Es muss alles zusammen passen. Bevorzugt sind Bands mit männlichen Gesangsstimmen, Songs mit Text und ohne elendig lange Instrumentalteil. Ein treibender Beat ist schön – muss aber nicht immer sein. Was Instrumente angeht: Flöten nein danke. Streichinstumente, Klavier… [insert schnurren hier]

Für den Grafen und mich hat ein Song eine ziemlich besondere Bedeutung: Werben von ASP. Ich erinnere mich immer noch sehr daran, wie er mir beim Konzert im Kieler Schloss 2010 in die Augen sah und wir zusammen gesungen haben. Die Zeile „Für immer wir“ ist in unsere Verlobungsringe graviert. Der Song lief natürlich auch bei unserer alternativen Trauung.

Das Hier und Jetzt

Seit ein paar Jahren bin ich ziemlich Solar Fake verfallen. Das aktuellste Projekt von Sven Friedrich ist für mich eine gelungene Mischung aus Beats, Texten und seiner Stimme. Auch aus der Steampunk-Ecke kommt immer wieder Musik, die mir nicht mehr aus dem Kopf geht. Abney Park dürfte ja inzwischen bekannt sein, Steam-Powered Giraffe sind aber auch auf jeden Fall hörens- und sehenswert. Die Videos der Band sind großartig!

Zu meinen Everblacks gehören auf jeden Fall Stücke von den Sisters of Mercy, the Cure, Depeche Mode, Deine Lakaien oder Wolfsheim. An bestimmten Songs kann ich das gar nicht direkt festmachen. Ich freue mich immer wenn ich tanzen kann – oder wenn es mal einer dieser Songs ins Radio geschafft hat, wenn ich im Auto unterwegs bin.

Totgespielt in Clubs ist für mich eindeutig „Ich will brennen“ und „Schwarzes Blut“ von ASP. Wobei ich das auf Konzerten noch gerne höre. Ansonsten bin ich echt allergisch gegen Blutengel und alles, was nur stumpf aus 2-3 Textzeilen besteht. Noisuf-X gehört da teilweise zu oder x-Rx. Beleidigungen müssen irgendwie nicht unbedingt sein. Vorallem, wenn das dann auch noch auf jeder Party hört.

Meine aktuelle Top 5
Steam Powered Giraffe – Saturday Night
L’âme Immortelle – Fear
Oomph! – Jede Reise hat ein Ende
Avantasia – Draconian Love
Welle:Erdball – Die Liebe der 3. Art

Ewigen Top 5
Wolfsheim – The Sparrows And The Nightingales
Silke Bischoff – On the other side
Sisters of Mercy – You don’t see me
Abney Park – Airship Pirate
Covenant – Call the Ships to Port

Flop 5
Unheilig – alles ab 2010
Blutengel – alles. Damit eingeschlossen auch die anderen Bands um Chris Pohl.
Samsas Traum – Heiliges Herz
Welle:Erdball – 1000 Engel
Nachtmahr

Mit den Flop 5 habe ich mich sehr schwer getan. Wenn ich etwas nicht mag, höre ich auf es zu hören. Es gibt genug gute Musik, da bin ich nicht gezwungen, etwas mittelmäßiges abzuspielen. Bei manchen Bands bin ich nach wie vor traurig, wie sie sich entwickelt haben – dafür sind andere jetzt eher mein Fall. Auch mein Geschmack verändert sich. Das ist auch gut so! Viele Bands sind schon länger aktiv als ich Jahre alt bin. Wenn da nicht ab und zu etwas Neues in meine Playlisten kriechen würde, wäre ich sehr traurig.

Wer noch immer nicht genug hat, hier habe ich vor fünf Jahren über meinen Musikgeschmack geschrieben: Gothic Friday 2011 Februar: Musik und Leidenschaft.

(Am Samstag gehe ich mit meinem Papa zu L’âme Immortelle – Erziehung in Sachen Musik geht also auch in die Richtung, hihi.)

Die Prinzessin und ihre Ohrstöpsel.

Ich gehe bekannterweise gerne auf Konzerte. Oft, laut, drinnen, draußen, alleine, mit Freunden oder Familie. Seit ziemlich genau drei Jahren befinden sich Stöpsel in meiner Tasche. Ich kann und will bitte nie wieder ohne. Zuerst trug ich normale Oropax, bekam dann zu Weihnachten als kleines Geschenk von den Schwärmern etwas komfortablere. Nach dem Konzert gestern überlege ich jetzt, mir vielleicht noch ein Paar etwas bessere anzuschaffen.

Wir waren gestern in den Flens-Arena bei den ärzten. Großartiges Konzert, viel Blödsinn – war ein sehr toller Abend. Aber schon nach den ersten Klängen tat es mir in den Ohren so weh, dass ich mir mit der einen Hand das Ohr zur Bühne hin zuhielt und mit der anderen panisch die Stöpsel aus der Tasche fischte. Meistens warte ich ein paar Minuten ab, bevor ich entscheide ob ich sie trage. Diese Entscheidung war gestern sehr schnell gefällt. Ohne hätte ich vermutlich sehr viel weiter nach hinten gehen müssen, wenn nicht sogar ganz raus. Meine Schwestern und mein Vater waren beide der Meinung, es wäre nicht sonderlich laut gewesen. Nun ja. An manchen Tagen bin ich tatsächlich sehr viel lärmempfindlicher als an anderen. Vielleicht war gestern so ein Tag.

Durch die Ohrstöpsel höre ich die Musik zwar gedämpft, aber ohne Schmerzen und ich verstehe trotzdem alles. Den Bass im Magen fühle ich ja sowieso. Ich kann nur sagen: Vielen Dank an den Erfinder. Und: Warum muss Musik bei Konzerten so abartig laut sein?

WGT 2013 – Gedanken II.

… und dann war es lange still. Machen wir mal ein Update.

WGT – To Do:

[x] Unterkunft: Gibt hier jetzt schon mal von Anfang an ein x – das ist seit letztem Jahr schon geklärt. Hotel. Buchungsbestätigung muss ich noch ausdrucken, alles andere ist dafür geklärt.
[ ] Outfits: Der Stoff für meinen neuen Rock ist angekommen, bei meinen Eltern allerdings. Die Zeichnungen sind fertig, jetzt kann ich anfangen. Insgesamt waren 10m Stoff auf mich, wobei 6m eine Stoffbreite von 3m haben. Au ja! Woah. Eine sehr anstrengende Idee war das. Ich habe vom Rock bisher 3/4 fertig, allerdings die zeitraubendsten Dinge. Stoff zerschneiden, nähen und raffen – das war eine Aufgabe, die nicht enden wollte. Aber: alles wird gut! Hoffentlich… Mein ehrgeiziges Ziel ist es, den Rock diesen Samstag tragen zu können. Noch eher utopisch.
Outfits direkt zusammenstellen mache ich irgendwann kurz vorher. Habe ich Sonntag. Also Korsetts durchprobiert und Gedanken gemacht. Muss noch mal schauen, ob ein oder zwei Tage Reifrock, das hängt aber auch vom Programm ab. Auf jeden Fall darf das Zirkusadel-Kleid wieder mit. Es passt nämlich wieder!
[ ] Frisur: Meine Haare haben mir das Blondieren so übel genommen, dass ich das jetzt lassen werden. Auch wenn es mir das Herz bricht, nicht mehr bunt zu sein. Ich werde nächste Woche unbedingt noch Spitzen schneiden lassen müssen. (Wer mich kennt, weiß wie übel ich danach drauf bin. Aber was sein muss…) Das war super! Spitzen sind geschnitten, Haare sehen viel besser aus, ohne viel Länger verloren zu haben. Dank einer tollen Frisöse. <3 Ich werde kurz vorher noch mal etwas nachröten.
[ ] Nähen: Das Tüll-Monster. I’m sewing, baby!
[ ] Basteln: Mal sehen. So weit bin ich noch nicht. Brauche ich wohl nicht mehr. Ein neues Hütchen lief mir in Bremen über den Weg, welches ich wohl zum Zirkusadel-Kleid tragen werde.
[ ] Readymade: Vielleicht noch ein neues gepimptes Shirt. Eher nicht.
[x] Bestellen: Die Karten! Check! Mittwoch bestellt, Freitag waren sie da.
[ ] Schuhe: Die Pikes, die ich letztes Jahr bestellt habe, waren im Oktober oder so auch endlich da. Also kommen die mit und meine silbernen DocMartens. Eventuell kommen auch noch die schwarzen FakeDocMartens mit, mal sehen.
[ ] Tasche: Ich kann mich irgendwie nicht überwinden, eine neue zu kaufen. Finde einfach nichts passendes. Aber solange meine Eastpack-Schultertasche noch in Ordnung ist, sehe ich da auch noch kein Problem.
[ ] Korsetts aussuchen/reinigen: Vorm WGT ist ja eigentlich immer Korsett-Reinigungszeit. Ich habe seit dem letzten Jahr aber nur ganz selten eins getragen, also ist das dieses Jahr auch nicht so ein Aufwand.
[ ] Kamera: Alles perfekt. Mein neues Objektiv ist toll, ich muss nur noch weiter üben.
[x] Vampirzähne: <3
[ ] Make-Up: Möchte ich gerne noch mal ein bisschen üben vorher. Also vielleicht mal so richtig Gedanken machen und nicht am Tag selber spontan was zaubern.

Kurz-Vorher-Aufgaben:

[ ] Routenplan, Stadtplan, Veranstaltungsorteplan, Tramplan, Auftrittsplan: Kommt alles kurz vorher.
[ ] Einkaufen: Das Übliche: Proviant, Auffrischung von Make-Up. Wie lustig, dass meine Kajal-Stifte immer ziemlich genau ein Jahr halten.
[ ] Elektroausrüstung: Kamera, Kindle, Netzteile. Eventuell Netbook, falls ich noch für irgendwen blogge.

Das neue Auto fährt sich so wunderbar, die Fahrt ist also auch nicht mehr so anstrengend, wie mit dem Kleinen. Ein oder zwei Mitfahrer werden wir haben, mit Nummer eins ist auch schon alles geklärt. Bis auf die Abfahrtszeit. Ich freu mich!

Oswald Henke, Chris Pohl, Sven Friedrich, Honey – einer ist immer über.

Es gibt da so eine These, die ich vor knapp 3 Jahren aufgestellt habe und die mich nicht mehr los lässt. Mal sehen, wie ich das möglichst verständlich formuliert bekomme.

Hauptbestandteil dieser These sind die Herren Oswald Henke (Mastermind von Goethes Erben, Henke, fetisch:Mensch, …), Chris Pohl (BlutEngel, Terminal Choice, …), Sven Friedrich (Dreadful Shadows, Zeraphine, Solar Fake, …) und Honey (Welle:Erdball, Funkhausgruppe, Homo Futura). Alles irgendwie Grundbausteine der Gruftmusik. Der aktuellen wie auch der älteren Gruftmusik.

Meine Abneigung gegenüber Chris Pohl ist ja schon, ähem, einige Male deutlich geworden und wer mich mal zu einem Festival begleiten durfte, kennt meine Kommentare. Nun. Genau das kenne ich auch von anderen zu den drei anderen oben aufgeführten Herren. Ich stelle damit jetzt mal eine These auf:

Man kann sie nicht alle mögen – einer muss immer die Anti-Person sein.

Dabei ist es nicht zwangsläufig die Person, vielleicht auch die Musik. Oder umgekehrt. Muss das einfach so? Braucht man eine Art Feind in der eigenen Szene? Ich weiß es nicht. Aber mich würde interessieren, wie das so bei anderen ist. Es gibt noch einige Musiker, die vielleicht mit in die Aufzählung passen würden, wie Thilo Wolff oder Thomas Rainer. Aber ich denke, die vier Herren oben reichen erstmal. Die Festivalsaison beginnt ja bald, ich werde mich weiter umhören. Mal sehen, was für Meinungen mir noch begegnen werden.

(Aus taktischen Gründen habe ich den Grafen von Unheilig aus dieser Behauptung ausgeklammert – damit wäre meine These ja von Anfang an bestätigt gewesen.)

Meine Liebe zur Musik.

Es gibt so Momente, in denen vieles in den Hintergrund rückt. In Vergessenheit mag ich nicht sagen. Aber halt nicht mehr auf der Prioritätenliste ganz oben. Und dann ganz plötzlich, wenn es vielleicht schon am Ende der Liste steht, erinnere ich mich wieder. Dann passiert immer etwas Wunderbares: Ich verliebe mich neu. Quasi. Auffrischen alter Liebe kann man das nicht mehr nennen, das ist einfach ein anderes Gefühl. Mir geht es sehr, sehr häufig mit Musik so. Ich höre jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit Radio. Ist ja eigentlich nicht verwerflich, aber quält meine Ohren doch manchmal sehr. Auf der Rückfahrt von der Arbeit bin ich meistens aufmerksam genug, um vor der Abfahrt noch meine Musik anzuschließen. Aber auch das habe ich lange schleifen lassen. Bis letzte Woche.

Eigentlich bin ich ziemlich tolerant, was Musik im Auto oder auf der Arbeit angeht. Eigentlich. Bis ich jetzt mit Welle Nord konfrontiert wurde. Das ist eigentlich immer nur zu Weihnachten nötig, wenn ich bei Oma den Baum aufstelle. Dann ist sogar Welle Nord aushaltbar, weil viele Weihnachtslieder gespielt werden. Momentan nicht. So gar nicht. Ich wusste nicht, wie viel schlechten deutschen Schlager es wirklich gibt. Mein Kollege meint, es würde ihn entspannen. Mich macht es unglaublich angespannt. Ich achte auf die Texte und meine Nackenhaare sträuben sich.

Das Resultat: Ich höre wieder mehr Musik. Meine Musik. Im Auto. Im Schwimmbad. Am Pc. Und entdecke meine Musik wieder neu. Ein paar Bands habe ich vor Jahren sehr geliebt, dann aber links liegen gelassen, weil Exfreunde sie mir schlecht geredet haben. Damit ist es jetzt Schluss. Ich höre mich durch Musik, die ich ewig nicht gehört habe. Die natürlich noch Erinnerungen gespeichert haben. Versuche aber, diese langsam abzulegen und die Musik wieder als Musik zu sehen. Das ist sie ja schließlich. Aktuelles Beispiel: Samsas Traum. (Nur und ausschließlich die Musik. Den Kaschte kann ich einfach nicht mehr ernst nehmen.) Es werden da noch ein paar andere Bands folgen, denke ich.

Wie verrückt. Jetzt führt mich Welle Nord zurück zu meiner Lieblingsmusik. (Blutengel werde ich deswegen trotzdem niemals mögen. Das hat mir keiner mies gemacht, das ist und bleibt einfach unglaublich schlecht.)

Generationsgedanken.

Gestern Abend sprach ich mit meinem Vater über die Konzerte, auf denen wir in den letzten Wochen waren. Zum einen ASP in Kiel, zum anderen Kettcar in Hamburg, sowie Basta in Brunsbüttel. Seine Kollegen kannten die Bands fast alle nicht. ASP – okay, verständlich. Kettcar – bitte?! Hier in Norddeutschland ist doch quasi jedes Lied irgendwie eine Hymne geworden. Zumindest „Deiche“ oder „Landungsbrücken raus“ werden beim Hören dann zum Glück noch erkannt. Basta – da verstehe ich das. Diese Band findet man ja quasi auch nur, wenn man sich mit der Materie Acapella beschäftigt.

Aber ganz ehrlich? Das finde ich traurig. Wie kann man sich denn eigentlich mit der normalen Radio-Musik abfinden? Mit der geringen Anzahl von Stücken und Bands, die dort gespielt werden? Was ist mit dem Abenteuer, wenn man eine interessante Band entdeckt, mehr wissen möchte, recherchiert, Musik hört, sie live sehen möchte? Das tolle Gefühl, wenn man einen Song endlich einer band zuordnen kann?

Musik macht mich glücklich. Genau diese kleinen oder großen Glückserlebnisse, wenn man ein neues oder altes (endlich gefundenes) Album in den Händen hält und hören kann. Egal wie traurig die Musik sein mag, sie macht mich trotzdem glücklich. Zufrieden. Ausgeglichen.

Umso trauriger bin ich, wenn ich überlege, was ich so alles verpasst habe. Goethes Erben live. Depeche Mode in der Anfangszeit. LP-CD-Tauschbörsen. LPs an sich! 80er. Veranstaltungen, die ich nur vom Schwärmen der älteren Freunde kenne… Weil ich zu jung bin. Als ich das meinem Vater erzählte, fing er an zu überlegen und sagte dann, dass er auch vieles nicht mitbekommen hat. Weil er zu alt ist. Festivals zum Beispiel. Oder wirklichen Gothic Rock in seiner Jugend. Auf Konzerten war er schon immer viel, aber die Gruftie-Konzerte hat er jetzt erst durch mich entdeckt.

Das machte mich doch nachdenklich. Eigentlich erlebe ich wirklich viel. Viel, was früher nicht möglich gewesen wäre. Hier auf dem platten Land würde ich ohne die Verbindung über das Internet vermutlich kaum was mitbekommen. Über Freunde, ja. Aber auch nur in einem gewissen Kreise. Also freue ich mich, wenn ich mir Geschichten anhören darf, die sie erzählen und genieße es doch auch, wie einfach ich es jetzt habe. Vorallem: Wie cool ist es bitte, mit seinem Vater zum Rammstein- oder ASP-Konzert zu gehen?

Coppelius Hilft!

Wir schreiben das Datum des 22.01.2012. Es ist ein Sonntag an dem ein Konzert von Coppelius stattfinden soll. Aber…ich greife vor…

Nachdem ich aus der Dusche trat betrachtete ich mein Spiegelbild…ich sollte mir den Bart stutzen, damit es ein wenig „Chick“ in die Sache bringt. So nahm ich mein Barbiermesser und gab dem ganzen Form. Mit ein wenig moralischer Unterstützung zog ich mich an und machte ich mich dann fertig. Schick wollt ich zum einen sein, weil ich mit meiner Liebsten und Ihrem Herrn Vater Essen gehen wollten. Und zum zweiten wollte ich nicht wie ein Penner, man verzeihe mir den Ausdruck, bei einem Coppelius-Konzert sein. Wie gesagt, ich hatte mich soweit zurechtgemacht und machte mich auf den Weg zum Restaurant. Um etwas vorzugreifen, ich war zu spät. Dank der freundlichkeit der Öffentlichen Verkehrsmittel. Ich wurde unter aller Kanone behandelt…aber lassen Wir das…

Das Essen war schön, ich hatte meine Liebste lange nicht gesehn…Ihre schönen Augen…Ihr Lächeln…ich schmolz nur so dahin, hatte demnach Mühe, mich mit anstand auf der Stuhl zu halten. (Zum Glück bekam ich kein Nasenbluten…) °Hust° Nun ja. Nach dem Essen und einigen schönen Gesprächen sollte es für die Beiden Heimwärts gehen und für mich zu Coppelius.

Ich war auch pünklich zum Einlass um 20 Uhr da. Ich ging am Verkaufsstand vorbei und wurde herzlich begrüßt. „Guten Tag, mein Herr, darf ich Ihnen was zeigen?“ Entgegnete mir Fräulein von Talermark. Ich fragte nach diversen T-shirts, doch sollte es für diesen Moment nicht mein Glück sein. Ich kaufte stattdessen die beiden Gazetten, die ich immer schon bestellen wollt, und 2 der letzten 3 Stofftaschentücher, die noch da waren. Vorerst werden keine mehr produziert. Und ich finde die so klasse! Nachdem ich also meinen Einkauf getätigt hatte auf in die Halle, ich wollt gern ganz vorn sein…

So war es dann auch. Ich stand in der Mitte! Ganz vorn…ich legte meinen Zylinder ab…auf die Fläche wo stand „Bitte keine Getränke draufstellen“ stand.  Dieser Teil schien wohl zur Bühne zu gehören. Provokativ und um zu sehen, wie Sie reagieren, frech den Hut dahingelegt.

Um 20:30Uhr dann kam „Cellolitis“ auf die Bühne. Eine „Ein-Mann-Band“ der aber gehörig was auf dem Kasten hatte. Mit einem Gerät, wo Er ständig drauftrat, könnte Er gespielte Passagen aufnehmen und in dauerschleife wiedergeben. Großartig! Sowas hatte ich Live nie gesehen. Nach einer zu kurzen halben Stunde und Gefühlsschwankungen zwischen Träumen und Rocken dann ging Er von der Bühne. (Mit Le Comte Caspar hat Er ein Stück gespielt, das, hätte ich ein Bild dazu zeichnen sollen, ein See im Nebel wär…)

Der langersehnte Moment war gekommen! Coppelius traten auf die Bühne. Bzw. Ihr Butler, der erstmal etwas Staub wischte…Dann kamen die Herren hinterher. Wahnsinn! Und ich vorne, Mitte! Nach zwei Titeln die Sie spielten machte Le Comte Caspar Ihren Butler doch darauf aufmerksam, das mein Hut doch auf der Bühne läge…Kurzerhand nahm Butler Bastille MEINEN Hut und setzte Ihn galant auf den Garderobenständer der Bühne. Mein Hut, bei den großen Hüten der Herren mit dabei! Man, was bin ich stolz!

Nach einigen zauberhaften Performances sollte dann eine Kerze entzündet werden und es wurde nach Feuer gefragt. Wozu ich immer Streichhölzer bei mir trage? Ganz einfach; für solche Momente! Gut, ich reichte Ihm mein Zippo, weil ich nich so schnell an meine Streichhölzer gekommen wär. Nach kurzen wühlen in meiner Hosentasche bot ich Ihm diese auch an. Butler Bastille fragte mich ganz neugierig:“Ist das eins dieser neumodischen Dinger?“ und drehte mein Feuerzeug in den Händen.

Bei dem Lied „Damen“ bekam Bastille dann eine Gerbera. Nachdem Er Uns mit den Blütenblättern bewarf biss Er der Blume den Kopf ab, zer…kleinerte es ein wenig und spuckte den Rest auf die Bühne. Geniale Aktion, wenn auch ein wenig eklig. Zum Lied „Time-Zeit“ suchen die Herren sich ja immer einen aus, der auf die Bühne kommt. Was war ich Überrascht, als Bastille mich auswählte…MICH! Ein Traum! Bei meiner absoluten Lieblingsband auf der Bühne stehen und mitmusizieren…gut. Man schlägt da Oben nur einmal auf die Triangel…aber es ist ein Teil des Liedes. Wosch! Ich war total geflasht. Er fragte nach meinem Namen, stellte mich vor und bedankte sich, nach getaner „arbeit“ mit einer Verbeugung. Sowas…und das mir…

Zu „Ade, mein Lieb“ fing ich an zu Träumen…da Wir alle saßen legte ich meine Arme auf die Bühne, da wo vorher mein Zylinder lag. Auf diese legte ich meinen Kopf…um zu träumen…von meiner Liebsten träumte ich…von Ihren bezauberndem Lächeln…Ihrer zarten, glatten Hand die sanft über mein Gesicht streicht…und vor allem…ich träumte Sie zu mir. Nichts, aber auch garnichts hätte diesen Abend schöner gemacht, als Sie an meiner Seite zu haben…

Ich machte Bastille auf meinen fehlenden Hut aufmerksam und Er wurde mir promt gereicht. Da kam mir eine Idee. Wenn der Hut doch schon bei Ihnen war, wird doch auch eine Unterschrift darin möglich sein, oder? Ich sprach Graf Lindorf und auch Sissy Voß darauf an. Beide willigten ein. Mit großen, läuchtenden Augen wartete ich also. Herr Caspar unterschrieb und Herr Lindorf tat es Ihm nach. Die anderen sollte ich noch im Konzertsaal finden. Auch Max Coppela, Sissy Voß und Butler Bastille unterschrieben. Herr Coppela und Herr Voß gingen schon vor und ich wartete noch auf die vollendigung der Unterschrift von Bastille. Ich bedankte mich höflich und kehrte mich zum gehen um, da sprach Er mich an. „Komm gut Heim…und einen schönen Abend noch…“ – „Ja, Herr Bastille, das wünsch ich Ihnen auch, es war gorßartig!“ – „Vielen Dank, Herr“  Geflasht zog ich von dannen…das war so dieser Moment wie in Filmen, wenn einer von zu Haus auszieht und von einem Freund gesagt bekommt „Pass gut auf Dich auf…“ *.*

Es gibt an dieser Stelle wohl nurnoch eins für mich zu sagen.

Coppelius Hilft!

52 Songs: Städte.

Wieder ein Eintrag von uns beiden. Oben der Graf, unten die Prinzessin.

Mit der Stadt aus diesen Song habe ich nicht viel zu tun. Nein, rein garnichts. Es geht mir hierbei mehr um die Symbolik. Glücklich zu sein, an der Seite der Liebsten, so unendlich glücklich. Mit banalitäten an einem Ort, der eigentlich Egal ist. Vollkommen egal. Hauptsache mit Ihr. Ob nun Frankfurt Oder, Heide oder Flensburg…wichtig ist nur…mit Ihr. <3

 

Ich mag weder Kartoffelschnaps, noch Bockwurst. In Frankfurt an der Oder war ich auch noch nie. Aber ich kenne das Gefühl. Liebe das Gefühl. Es ist egal wo wir sind, solange er bei mir ist. Vom ersten Mal hören hat mich dieser Song gefesselt. Das war beim Delta Radio Funkhauskonzert. Damals schrieb ich meinem Grafen eine DM mit einer Zeile des Liedes. Inzwischen habe ich die CD – und das Lied vorallem in der Fassung mit der grandiosen Anna Loos bestimmt 1000x gehört. Die dritte CD im Auto, wo dieses Lied drauf ist, ist inzwischen auch kaputt. Leider. Werde ich vor unserem Urlaub ändern. Es geht Richtung Frankfurt. Aber das andere.

Bosse & Anna Loos – Frankfurt Oder

Gothic Friday; Gothic ist ein Lebensstil?!

Ob Gothic für mich ein Lebenstil ist?…

Da muss ich nicht lang darüber nachgrübeln. Definitiv!

Warum das so ist? Keine Ahnung. Es kam einfach mit der Zeit. Der Geschmack musste sich in irgendeiner Art ausbreiten. Und so versuchte ich mich auszudrücken. Meine erste „Schwarzphase“ hatte ich mitten in meinem Streit mit Mutter und Vater. Ich trug danach ausschließlich schwarz. In dieser Zeit verloren meine Eltern auch die Vorbildfunktion für mich. Ich suchte mir etwas neues. Meine Wahl viel auf einen Anzugtragenden Smutje, der stets gute Manieren Bewies. Sein Anzug war immer ´chic´ Schwarz. Und somit fing es an, das ich in Hemd und Krawatte durch die Gegend stolzierte. Natürlich schwarz.

Da hatte ich keine Ahnung von der Musikrichtung oder einer Art Lebenseinstellung. Ich lernte nach und nach den Atheismus kennen. Der mir in soweit gefiel, das es gegenan ging. Ich wollte wohl anders sein. Meine erste Band dann schließlich war Samsas Traum. Mir gefiel besonders diese Gedanken, die mir diese Musik bescherte. Schwarze Gedanken. Zur schwarzen Kleidung gesellte sich nun also langsam auch eine gewisse Härte im Alltag. Selbstbewusstsein mit einem kräftigen Schuss schwarzem Humor. Lachen, wenn andere anfangen zu weinen. Sagen, was andere sich nicht zu sagen trauen. Ich stumpfte ab. Ich wollte mehr von den „Albträumen“, den schwarzen Gedanken, wollte erfahren, wie die schlimmsten sind. Ohne vorweggreifen zu wollen, ich hab meinen persönlichen Albtraum immernochnicht erlebt. Bzw. andere Albträume erleben und Urteilen. Aber ich schweife ab…

„Ich bin der Dunkelgraf.“ Dieser Adelstitel hat mich mehr als geprägt. Ich drückte mich ja immer schon gewählt aus, so sagte Mutter mir Gestern erst wieder. Totenköpfe, schwarze Drachen und selbige Kerzen sind nette Accesoires. Aber wenn ich das Jemand X-Beliebigen schenken würde, hätte der auch nur Deko von. Kerzen allerdings, sind ein gutes Stichwort. Ich sitze am liebsten im Kerzenschein, lesend, ruhe genießend, trinkend, hauptsache kein elektrisches Licht. Ich mag kein elektrisches Licht. Das würde ich zu meinem Gothic-Lebensstil zählen. Kajal, Eyeliner und farbige Kontaktlinsen sind zu einer schönen Ausdrucksform für mich geworden. Die „alte Schule“, wie sie häufig genannt wird, zelebrier ich immernoch. Natürlich in feinen, schwarzen Dresscode. Coppelius prägte dann zusätzlich noch. Und mit Coppelius kam der Absinth.  Ansonsten…die schwarze Kleidung, ja, trag ich Privat schon noch, auf Arbeit mittlerweile nichtmehr.

Der nächste Lebensabschnitt, den ich als mein Gothic-Lebensstil jetzt bezeichnen würde ist mein „Zirkusadel“. Eine Idee, die auf dem WGT entstanden ist. Seitdem hat sich meine Musikkenntnis erweitert. Ich weiß jetzt, was ich will, lerne auch immer wieder potenzielle neue Bands kennen, aber der Kern ist da. Zurück zum Zirkusadel. Es kam so, das ich mittlerweile 3 Hosen haben, die komplett gestreift sind. Eine ins Schwarz/Grau und zwei in Schwarz/Rot. Letztere waren Schuld am Zirkusadel. Meine Liebste hat ein Kleid in diesem Stil. Den einen Tag auf dem WGT liefen Wir also so durch die Stadt. Oft schon bekam ich für die Hosen den Spruch:“Aus welchen Zirkus ist der denn ausgebrochen?“  Und da ich nunmal der Graf bin, war Zirkusadel Perfekt. Dies lässt sich auch in meinen anderen Artikeln lesen. Zirkusadel, muss ich wohl hier nicht weiter erklären.