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750 Jahre Meldorf – 750 Kilometer Schwimmen. 

Wow. So kann man das wohl ziemlich treffend beschreiben. Es kribbelt noch immer. 

Aber von Anfang an: 2015 ist Jubiläumsjahr in unserer Stadt. 750 Jahre ist Meldorf alt. Zu diesem Jubiläum gab und gibt es noch viele Veranstaltungen. Eine davon startete am Samstag um 10 Uhr und endete Sonntag um 10 Uhr. 24 Stunden konnte im Hallen- und im Freibad geschwommen werden. Jeder Teilnehmer bekam eine Startnummer und eine Startkarte, auf der von Helfern am Bahnrand gezählt wurde, wie viele Bahnen er oder sie geschwommen ist. Gemeinsames Ziel waren 750 Kilometer. 

Die Rahmenbedingungen waren also klar – eineinhalb Jahre Planung für diese Veranstaltung. Die Spannung, ob es überhaupt schaffbar ist, konnte man am Samstag förmlich spüren. Und dann entwickelte sich eine unglaublich schöne Atmosphäre im ganzen Bad. Ehrgeiz und Freude war fast greifbar. 

Durch unseren kleinen Wolf hatte ich zugesagt tagsüber zu helfen. Wir zwei haben dann am Samstag von 10 Uhr bis 18 Uhr die Anmeldung so gut es ging unterstützt. Dabei Startnummern auf Hände und Arme geschrieben, den Ablauf erklärt, Urkunden geschrieben, Karten aufbewahrt und der Wolf hat fleißig motivierend gelächelt. Schon nach ein paar Stunden konnten wir die ersten Medaillen und Urkunden verleihen. 

  
Als ich um 18 Uhr nach Hause fuhr, war ich völlig geflasht. Der Zwischstand lag bei 400 km um 16 Uhr, also waren wir auf einem guten Weg. Gegen halb zehn bin ich dann selber noch zurück ins Schwimmbad. Bei knapp 20°C 800 Meter im Freibad geschwommen und eine Bronzemedaille gewonnen, yeah! Um 21:21 Uhr waren es schon 800 km, Ziel erreicht. Das würde mit Raketen gefeiert. Von meinem Vater bekam ich um halb zwei ein Bild geschickt – er war auch noch geschwommen. 

Heute Morgen kamen manche Schwimmer dann schon das 3., 4. oder 5. Mal und schwammen weiter. Jeder so, wie er es konnte – wobei fast alle förmlich über sich hinaus gewachsen sind. Kinder, die gerade zwei Wochen Freischwimmer hatten, schwammen 3 Kilometer. Andere kamen mit Zweifeln, ob sie die 750 Meter für Bronze schafften – und erreichten Silber, was 2550 Meter entspricht. Alle waren so glücklich, wenn die Urkunde überreicht wurde. Ingesamt waren über 400 Teilnehmer im Wasser.

Die Helfer waren aus verschiedenen Vereinen – und ein absolut großartiges Team. Solche Veranstaltungen machen mir schon seit meiner aktiven DLRG-Zeit sehr viel Spaß. Die Nacht habe ich zwar dieses Mal nicht durchgemacht (das mache ich wieder, wenn der Wolf größer ist), aber trotzdem bin ich mehr als kaputt. Aber dieses wundervolle, gute, erfüllte kaputt. Es ist etwas zauberhaftes, wenn man Teil von so etwas sein kann.  Ab und zu vermisse ich das. Nur kann ich mich schlecht teilen und wer weiß, was die Zukunft bringt. Solange helfe ich weiter gerne bei solchen Veranstaltungen. 

  
Meine Medaille werde ich mir ans Regal hängen, das ist eine tolle Erinnerung. Die letzte Medaille, die ich gewann, ist von 2000 – Vizekreismeisterin im Rettungsschwimmen. 

Wir sind die 750 Kilometer übrigens hin und zurück geschwommen. 1534 Kilometer. Absoluter Wahnsinn.