Gothic Friday 2016 – März: Wie klingt deine musikalische Szene?

Neuer Monat – neues Thema beim Gothic Friday. Ein Thema, bei dem ich erstmal ordentlich schlucken musste. Tausend Bands und Lieder wanderten spontan durch meinen Kopf – ich hoffe, ich kann das ansatzweise  zu Papier bringen. Mehr Artikel zu dieser Reihe findet ihr bei Robert auf spontis.de – lesen lohnt sich. (Ich versuche immer erst dann bei anderen zu lesen, wenn mein eigener Artikel veröffentlicht ist – sonst werde ich nie fertig, weil weitere tausend Bands durch meinen Kopf zucken.)

Das Thema ist in drei Abschnitte aufgeteilt: Vergangenheit – die Tiefe – das Hier und Jetzt. Ohne Aufteilung wäre ich vermutlich schon jetzt gescheitert.

Die Vergangenheit

Meine Einstiegsdroge in die schwarze Szene war die Mittelaltermusik. Musik hat bei uns in der Familie schon immer eine große Rolle gespielt. Mein Papa hat eine sehr umfangreiche CD-Sammlung und ich habe oft als kleines Kind bei ihm im Arbeitszimmer gespielt, während die Ärzte, die toten Hosen oder Rammstein liefen. Die Grundrichtung war also ein wenig vorgegeben. Über die Mittelaltermusik schwappte mein Interesse dann zu Bands wie Subway to Sally, Schandmaul und irgendwann zu ASP. Mir gingen (und gehen immer noch!) die Flöten in der Mittelaltermusik dermaßen auf den Geist, dass ich nach anderen Bands suchte. Zu der Zeit habe ich erst als Hörerin, später auch als Moderatorin in einem Webradio meine Abende verbracht. Meine Liste mit interessanten Bands wuchs und wuchs – auf Myspace gab es zumindest ein bisschen was zum anfixen – mit Glück ein paar Clips auf Youtube. Die ein oder andere Youtube-Playlist hat das auch noch meinen Horizont erweitert. Durch mein erstes ASP-Konzert lernte ich Seelenzorn* kennen und damit dann die „elektronischere“ Seite der Musik. Durch meinen sich langsam erweiternden Freundeskreis ging es in die Clubs in der Umgebung. (Haha, wie niedlich Umgebung klingt. 100 km Fahrt eine Tour sind es immer gewesen.) Wir haben so einige Nächte durchgetanzt und dank dem Wissen meiner Freunde wanderte die ein oder andere Band auch in mein CD-Regal.

*(Bei den Recherchen zu diesem Artikel habe ich leider lesen müssen, dass der Sänger von Seelenzorn letztes Jahr verstorben ist. Ich habe sie zwar nur zwei Mal sehen dürfen, aber er und der Rest der Band haben mich schon beeindruckt. RIP Jens.)

Das war alles ein sehr schleichender Prozess. Es gab keinen Schalter, der umgelegt wurde. Viele Bands, die mich am Anfang faszinierten, mag ich inzwischen nicht mehr. Wobei das eher die Alben oder die Äußerungen der Bandmitglieder sind. Samsas Traum habe ich mit a.Ura und das Schnecken.haus kennen gelernt. Malerische, tolle Texte voller Phantasie… Mit dem Metal-Geschrammel danach war meine Begeisterung völlig weggeblasen. Nach zwei enttäuschenden Konzerten und zwei weiteren mittelmäßigen Platten habe ich mit dieser Band abgeschlossen. Die alten CDs höre ich noch gerne, die Ansichten von Kaschte und die neuen Sachen interessieren mich einfach nicht mehr. Ab und zu schwappt noch mal ein neuerer Song in meine Playlisten, schockverliebt war ich lange nicht mehr. Auch meine unglaubliche Liebe zu ASP ist deutlich abgekühlt. Das aktuelle Album habe ich noch nicht so häufig gehört, vielleicht muss sich das auch erst entwickeln.

Kurzzeitig ist die Industrial- und EBM-Musik in meinen Mittelpunkt gerückt. Combichrist, Wumpscut, die Krupps, Suicide Commando – alles was knallt und gut tanzbar ist. Höre ich auch jetzt noch – aber nur mal einen Song und dann ist auch wieder gut. Nachtmahr tauchte mit „Mädchen in Uniform“ genau dann auf, als ich sehr viel tanzen war. Inzwischen macht mir die Band und alles drumherum Angst. Das geht in eine gruselige Richtung. Dazu haben andere allerdings schon ausführlicher geschrieben.

Hängen geblieben bin ich eigentlich bei den klassischen Bands – Sisters of Mercy, the Cure, Silke Bischoff – aber auch Oomph!, L’Âme Immortelle, Covenant, Heppner, Solar Fake und Welle:Erdball. Ich bewegen mich auch noch gerne im Bereich Neue Deutsche Härte – das ist sehr tagesformabhängig.

Seit 2006 scrobbel ich meine gehörten Titel zu Last.fm – leider klappt das nicht so zuverlässig, wie ich mir das wünsche und natürlich sind da auch nicht die Tracks drin, die ich über meine große Anlage höre – aber dort findet sich eine schöne Übersicht über meine Musikvorlieben.

Die Tiefe

Manchmal möchte ich schreien, wenn im Radio Songs lustig daherplätschern, im Text aber (auf Englisch) nur über verschiedene Probleme mit Sex gesungen wird. Im normalen Programm. Texte sind so unglaublich bedeutend! Dass der Großteil der Radiohörer nunmal kaum richtig hinhört oder kein Englisch spricht, ist wohl das Glück der meisten Interpreten.

In 90% der Fälle sind für mich Text und Musik wichtig. Mein Englisch ist ausreichend, um zu verstehen, um was es in den meisten Songs geht. Wenn das nicht der Fall ist, suche ich mir auch die Texte und übersetze sie. Was vielleicht auch ein Grund dafür ist, dass ich mit fränzösischen, spanischen oder anderen Texten nicht viel anfangen kann. Wer weiß, worüber die da singen?

Ich bin kein Stück musikalisch – kann mich aber sehr gut in Melodien oder Rhythmen oder Stimmen verlieben. Es muss alles zusammen passen. Bevorzugt sind Bands mit männlichen Gesangsstimmen, Songs mit Text und ohne elendig lange Instrumentalteil. Ein treibender Beat ist schön – muss aber nicht immer sein. Was Instrumente angeht: Flöten nein danke. Streichinstumente, Klavier… [insert schnurren hier]

Für den Grafen und mich hat ein Song eine ziemlich besondere Bedeutung: Werben von ASP. Ich erinnere mich immer noch sehr daran, wie er mir beim Konzert im Kieler Schloss 2010 in die Augen sah und wir zusammen gesungen haben. Die Zeile „Für immer wir“ ist in unsere Verlobungsringe graviert. Der Song lief natürlich auch bei unserer alternativen Trauung.

Das Hier und Jetzt

Seit ein paar Jahren bin ich ziemlich Solar Fake verfallen. Das aktuellste Projekt von Sven Friedrich ist für mich eine gelungene Mischung aus Beats, Texten und seiner Stimme. Auch aus der Steampunk-Ecke kommt immer wieder Musik, die mir nicht mehr aus dem Kopf geht. Abney Park dürfte ja inzwischen bekannt sein, Steam-Powered Giraffe sind aber auch auf jeden Fall hörens- und sehenswert. Die Videos der Band sind großartig!

Zu meinen Everblacks gehören auf jeden Fall Stücke von den Sisters of Mercy, the Cure, Depeche Mode, Deine Lakaien oder Wolfsheim. An bestimmten Songs kann ich das gar nicht direkt festmachen. Ich freue mich immer wenn ich tanzen kann – oder wenn es mal einer dieser Songs ins Radio geschafft hat, wenn ich im Auto unterwegs bin.

Totgespielt in Clubs ist für mich eindeutig „Ich will brennen“ und „Schwarzes Blut“ von ASP. Wobei ich das auf Konzerten noch gerne höre. Ansonsten bin ich echt allergisch gegen Blutengel und alles, was nur stumpf aus 2-3 Textzeilen besteht. Noisuf-X gehört da teilweise zu oder x-Rx. Beleidigungen müssen irgendwie nicht unbedingt sein. Vorallem, wenn das dann auch noch auf jeder Party hört.

Meine aktuelle Top 5
Steam Powered Giraffe – Saturday Night
L’âme Immortelle – Fear
Oomph! – Jede Reise hat ein Ende
Avantasia – Draconian Love
Welle:Erdball – Die Liebe der 3. Art

Ewigen Top 5
Wolfsheim – The Sparrows And The Nightingales
Silke Bischoff – On the other side
Sisters of Mercy – You don’t see me
Abney Park – Airship Pirate
Covenant – Call the Ships to Port

Flop 5
Unheilig – alles ab 2010
Blutengel – alles. Damit eingeschlossen auch die anderen Bands um Chris Pohl.
Samsas Traum – Heiliges Herz
Welle:Erdball – 1000 Engel
Nachtmahr

Mit den Flop 5 habe ich mich sehr schwer getan. Wenn ich etwas nicht mag, höre ich auf es zu hören. Es gibt genug gute Musik, da bin ich nicht gezwungen, etwas mittelmäßiges abzuspielen. Bei manchen Bands bin ich nach wie vor traurig, wie sie sich entwickelt haben – dafür sind andere jetzt eher mein Fall. Auch mein Geschmack verändert sich. Das ist auch gut so! Viele Bands sind schon länger aktiv als ich Jahre alt bin. Wenn da nicht ab und zu etwas Neues in meine Playlisten kriechen würde, wäre ich sehr traurig.

Wer noch immer nicht genug hat, hier habe ich vor fünf Jahren über meinen Musikgeschmack geschrieben: Gothic Friday 2011 Februar: Musik und Leidenschaft.

(Am Samstag gehe ich mit meinem Papa zu L’âme Immortelle – Erziehung in Sachen Musik geht also auch in die Richtung, hihi.)

Gothic Friday 2016 – Februar: Warum bist Du immer noch in der Szene?

Vor fünf Jahren zog unser Blog gerade auf die eigenen Domain um – der Gothic Friday war eine der ersten Artikelserien, die wir hier veröffentlichten. Es ist viel passiert in der Zeit. Aber diesen Blog gibt es noch – also endlich wieder regelmäßige Einträge! Ich habe mich so sehr gefreut, als ich bei Robert davon las. Die alten Einträge bekommen auch noch immer viele Besucher, da ist das doch wirlich schön, neue Gedanken festhalten zu können.

Das erste Thema war: Wie bist du in die Szene gekommen? Den Beitrag hole ich gerne wieder hervor. Mit dem letzten Satz starte ich einfach mal in das neue Theman: Warum bist du immer noch in der Szene?

Also bin ich dann wohl als normales Mädchen in die Szene gestrauchelt und jetzt die glitzernde Gruftschnecke, die ich auch gerne bleiben mag.

Durch die Einträge vor fünf Jahren schlich sich der Begriff Gruftschnecke in meinen Sprachgebrauch. Und von dort in den der anderen Menschen um mich. Das hätte ich so nicht gedacht – es freut mich!

In den letzten fünf Jahren waren wir auf verschiedenen Festivals, Märkten, Treffen. Der Zirkusadel ist um ein Gruftschneckchen reicher geworden. Geheiratet wurde auch noch – das alles in schwarz. Ich habe mir nie bewusst die Frage gestellt, ob ich noch immer Gothic bin. Das ist einfach ein Teil von mir. Unsere Wohnung ist hauptsächlich schwarz/rot eingerichtet, meine Kleidung ist auch zu 90% schwarz – so bin ich einfach. (Zur Hochzeit waren meine Oma und Mama mit mir Brautkleider anschauen. Um ihnen zu beweisen, dass weiß mir einfach überhaupt nicht steht, probierte ich ein Kleid an. Stellte mich auf den Hocher, drehte mich… Sie schauten sich an und waren sich einig: Weiß passt nicht zu mir.)

Mein Musikgeschmack ist noch etwas elektronischer geworden, würde ich einfach mal behaupten. Wobei auch der Steampunk eine recht große Rolle für mich spielt. Nicht nur in der Musik, auch im Kleidungsstil. Mein Hochzeitskleid stammt von Alignor Aetherium, die mit ihrem Label Steampunk Decadence wundervolle Kleider und Anzüge zaubert. Eine Woche nach der Hochzeit haben wir für sie an der Modenschau zur Ausstellung Machina Nostalgica teilgenommen. Die Ausstellung ist wirklich schön – wenn es dieses Jahr Termine in eurer Nähe geben sollte – schaut sie euch an. Es ist unglaublich, wie viel Kreativität in manchen Menschen steckt – und wie andere Menschen dann der kleine Zündfunke sein können, der alles zum Lodern bringt.

Durch den Wolf war ich die letzten zwei Jahre nicht so viel unterwegs, wir ich vielleicht gerne gewesen wäre. Das macht die Vorfreude auf bestimmt Termine dann noch viel größer. Seit über zwei Jahren steckte ich nicht mehr in Korsett und Reifrock – es fehlt mir so sehr. Das ist eigentlich ein Zeichen für mich, dass die Gothic-Szene immer noch mein Zuhause ist. Freunde. Zufluchtsort. Familie. Ob und wann der Wolf uns dann für schrecklich komische Eltern hält, bleibt abzuwarten. Ich hoffe, wir können ihm später vermitteln, dass es viele verschiedene Arten zu leben gibt – und jeder auch so sein können sollte, wie er es gerne möchte. Denn das ist es ja eigentlich: Ich bin als Gruftschnecke so, wie es mir gefällt. Allerdings glitzere ich aus praktischen Gründen nicht mehr ganz so oft.

Ob ich in fünf Jahren auch noch so denke? Das sehen wir dann.

WGT 2016 – Gedanken.

Da dachte ich kurz, ich wäre mal fertig mit dem Eintrag, bevor man Karten bestellen kann – Pustekuchen. Aber nun ja. Auf geht’s!

WGT – To Do:

[x] Unterkunft: Hotel. Nicht so furchtbar weit weg wie letztes Jahr. Zusammen mit dem Rest der Breaking Badasses. Eine Tramstation entfernt vom Hauptbahnhof – eine Entfernung, die auch zu Fuß zu meistern ist, sollten wir mit dem Buggy nicht in die Tram passen. Oder nachts zurücktorkeln. Tatsächlich habe ich schon geschaut, wo das Hotel genau ist und wo wir parken können.
[  ] Outfits: Ein Fetzen-Wickelrock liegt unter meiner Nähmaschine. Also das Grundgerüst dafür. Ich will das schon ewig machen – hoffentlich wird der so toll, wie ich es mir vorstelle. Ansonsten freue ich mich schon wie sonstwar, endlich wieder Korsett und Reifrock tragen zu können. Und vielleicht auch das Hochzeitskleid?
[  ] Frisur: Letzten Jahr war ich gar nicht mehr los, also ist es tatsächlich fast zwei Jahr her. Spitzen müssen unbedingt geschnitten werden.
[  ] Nähen: Siehe oben. Dann sollen noch für den Wolf Hosen dazu kommen.
[  ] Basteln: Meine Liebelle habe ich letztes Jahr nicht repariert, ich hoffe das klappt dieses Jahr.
[  ] Readymade: Der Schneide-Plotter und ich werden immer bessere Freunde. Da gibts schon viele Ideen für Shirts für den Wolf. Das Gruftschneckchen-Shirt muss auf jeden Fall noch mal geplottet werden.
[  ] Bestellen: Karten. Plotterfolie.
[x] Schuhe: Pikes, Dr. Martens. War letztes Jahr super, wird dieses Jahr auch super sein.
[  ] Tasche: Der neue Rucksack kommt auf jeden Fall wieder mit. Dazu habe ich jetzt auch eine schöne Gürteltasche. Mal sehen, wie das zusammenpasst.
[  ] Korsetts: Ja! Unbedingt! Mal durchprobieren, welche passen.
[  ] Kamera: Vielleicht fürs Hotel oder so mitnehmen, mal schauen.
[  ] Make-Up: Voll Bock drauf!
[  ] Kleiner Wolf: Kommt wieder mit. Wir werden uns dann abwecheln, so dass ich vielleicht auch Konzerte sehen kann und endlich wieder tanzen.

Liebste Ophealia…

Vater,
Sag den Katzen, sie sollen nicht auf meinem Weg gehen
Sag den Katzen, sie sollen mir nichts vorschreiben
Es ist egal was ich vorhabe, was ich sage…
Vater…

Mutter…
Wir leben in wunderschöner Dunkelheit,
ab und an sich schlafend vor der Welt verbergen…
Oh, Mutter…

Vater…
geh mit deiner Tochter heute Abend aus
ich zeig dir meine Welt…

Vater…
sieh mein Licht
Aber wenn wir meine Hölle finden wollen

zeig ich dir, wie sie ist

Ich habe nicht vor, Ihr Licht zu sehen…

Mutter…
Sag den Katzen, sie sollen meine Pfote nicht halten
Sag den Katzen, sie brauchen nicht zu verstehen
Oh, Mutter… Vater…

Oh, Vater…
Wollen wir heute Abend zusammen kämpfen?
Wir zeigen ihnen, was sie fühlen können…
Oh, Vater…

Ich habe nicht vor, Ihre Lüge zu sehen
Aber wenn Sie Hölle mit mir finden wollen
Ich kann Ihnen den Weg jetzt zeigen…

Der Originaltext ist von Lissie – Mother …

ich hab den Text so verändert wie ich glaube, das er auf unser wundervolles Kätzchen passen könnte…

Ophealia… du fehlst uns! <3

„Das ist ja jetzt auch das schönste Alter!“

Der Wolf wird in zwei Wochen ein Jahr alt. Wie auch immer das so schnell passieren konnte. Das ganze letzte Jahr war eine wundervolle Reise, die in einem Tempo statt fand, welches ich manchmal kaum fassen konnte.

Vor einem Jahr saß ich hier, kugelte vor mich hin und hoffte, dass es bald los gehen möchte. Ich wollte den Wolf doch endlich im Arm halten. Konnte ja keiner ahnen, dass er erst eine Woche nach dem errechneten Termin schlüpft.

Momentan bekomme ich immer wieder zu hören, der Wolf sei ja jetzt im schönsten Alter überhaupt. Hmm. Nein, das würde ich so nicht unterschreiben. Ich liebe es unglaublich, wie er jetzt mit uns schon kommunizieren kann und wie er jeden Tag etwas Neues lernt. Aber jeder Monat – ja, jede Woche! – war bisher so schön. Natürlich gibt es immer wieder Tage, die anstrengender sind als andere. Oder Nächte mit weniger Schlaf. Das wussten wir vorher, das haben wir erwartet. Es gibt keine schönste Zeit. Jede Zeit ist schön, wenn man es zulässt.

Meine Liebe für dieses Wunderwesen wächst jeden Tag. Ich wusste nicht, wie viel man auf einmal empfinden kann, wenn eine kleine nasse Schnute ein Kuss auf meine Wange drückt.

Eigentlich hätte ich die Wochen, in denen der Wolf schon im Kindergarten ist und ich noch nicht arbeite, gerne genutzt um mehr zu nähen, zu plottern, zu lesen. Tja. Stattdessen packe ich Umzugskartons. In zwei Wochen ziehen wir um. Keine Ahnung, wie wir das ohne meine Elternzeit hätten schaffen sollen. Aber wir machen das ja gerne in eigentlich nicht so passenden Momenten.

Das Familiengefühl, was sich in mir immer breiter macht, ist so wundervoll. Wir sind jetzt eine richtige Familie. Vater, Mutter, Kind, Katze. Liebe.

Zirkusadel-Familie.

Her mit dem schönen Leben. 

So ein kleines Wunderwesen verändert einen zwangsläufig. Ziemlich sogar. Ich hoffe, hauptsächlich zum Guten. 

Was ich in den Stunden, in denen ich nur leise Dinge machen kann, weil der Wolf schläft, gemacht habe, hat viel mit schönem Leben zu tun. Auch wenn sich das erst nicht so anhört. Ich habe es endlich geschafft, viele „Rumpelecken“ neu zu ordnen, aufzuräumen und dabei Dinge auszusortieren. Der Vorratsschrank ist wesentlich kleiner geworden – damit weniger abläuft, weil ich die Dose doch vergesse. In einer Zeit, in der die Supermärkte bis 22 Uhr geöffnet haben, muss ich nicht so viele Dinge gebunkert haben. Mein Kleiderschrank ist schon ewig auf meiner Liste, da habe ich es immerhin geschafft, die ersten Fächer zu sortieren. Einige Klamotten sind schon aussortiert, da wird aber noch was folgen. So viele Stücke, die ich ewig nicht trug und wohl auch nie wieder tragen werde. Ich möchte nur noch Stücke im Schrank haben, die ich wirklich richtig gerne mag. Mein Kleiderkreisel-Account hat sich gefreut. Genau wie der Mamikreisel-Account. Ein paar Umstandskleider habe ich direkt verkauft, weil ich sie gar nicht getragen hatte. Die anderen Umstandsklamotten sind in einen Karton gewandert. Hauptsache raus aus dem Schrank. Wer weiß, wann und ob ich die noch mal brauche. Die ersten drei Kartons Kindersachen sind auch schon verschenkt. Was nicht alles ist. Lieblingsstücke füllen hier schon zwei Kisten. Wir haben sehr viel noch geschenkt bekommen, also habe ich die Dinge, die ich in den Kleidungspaketen noch ersteigert hatte, aussortiert. Es war gut, so viel zu haben – da musste ich am Anfang nicht so oft waschen.

Am liebsten ziehe ich dem Wolf sowieso die Hosen an, die ich selber genäht habe. Weil sie ihm super stehen und weil ich auch stolz darauf bin, das gezaubert zu haben. Irgendwann traue ich mich an eine Jacke für mich. 

Es ist so schön, wenn man Zeit für Dinge hat, die einem gut tun. Natürlich hat es gedauert, bis sich hier alles eingespielt hat und Routine gibt es eher selten. Mir fehlte das Musikhören sehr – das habe ich erst in den letzten Wochen gemerkt. Das kann ich jetzt, wenn der Wolf im Kinderwagen beim Spaziergang einschläft. Auch habe ich seit Oktober nur ein Buch gelesen – weil mir die Konzentration fehlte. Das kommt jetzt gerade zurück. Schön. 

Mein Mut zum Dinge ausprobieren ist langsam wieder da. Dank blöder Unverträglichkeiten habe ich mich ewig nicht mehr an andere Früchte außer Apfel, Banane, Birne und Kiwi getraut. In geringeren Mengen kann ich aber auch Ananas, Melone, Orange, Erdbeeren und Mango ab! Unfassbar, wie glücklich mich sowas machen kann. Pur Essen ist zwar nach wie vor schwierig, aber im Smoothie geht’s. 

Der Wolf hat mir gezeigt, wie wertvoll Zeit ist. Wie schnell ein paar Wochen und Monate vorbei sind. Wie viel Neues man in kurzer Zeit lernen kann. 

Nicht so viel nachdenken, mehr genießen. Mehr möchten als wollen. Her mit dem schönen Leben! 

750 Jahre Meldorf – 750 Kilometer Schwimmen. 

Wow. So kann man das wohl ziemlich treffend beschreiben. Es kribbelt noch immer. 

Aber von Anfang an: 2015 ist Jubiläumsjahr in unserer Stadt. 750 Jahre ist Meldorf alt. Zu diesem Jubiläum gab und gibt es noch viele Veranstaltungen. Eine davon startete am Samstag um 10 Uhr und endete Sonntag um 10 Uhr. 24 Stunden konnte im Hallen- und im Freibad geschwommen werden. Jeder Teilnehmer bekam eine Startnummer und eine Startkarte, auf der von Helfern am Bahnrand gezählt wurde, wie viele Bahnen er oder sie geschwommen ist. Gemeinsames Ziel waren 750 Kilometer. 

Die Rahmenbedingungen waren also klar – eineinhalb Jahre Planung für diese Veranstaltung. Die Spannung, ob es überhaupt schaffbar ist, konnte man am Samstag förmlich spüren. Und dann entwickelte sich eine unglaublich schöne Atmosphäre im ganzen Bad. Ehrgeiz und Freude war fast greifbar. 

Durch unseren kleinen Wolf hatte ich zugesagt tagsüber zu helfen. Wir zwei haben dann am Samstag von 10 Uhr bis 18 Uhr die Anmeldung so gut es ging unterstützt. Dabei Startnummern auf Hände und Arme geschrieben, den Ablauf erklärt, Urkunden geschrieben, Karten aufbewahrt und der Wolf hat fleißig motivierend gelächelt. Schon nach ein paar Stunden konnten wir die ersten Medaillen und Urkunden verleihen. 

  
Als ich um 18 Uhr nach Hause fuhr, war ich völlig geflasht. Der Zwischstand lag bei 400 km um 16 Uhr, also waren wir auf einem guten Weg. Gegen halb zehn bin ich dann selber noch zurück ins Schwimmbad. Bei knapp 20°C 800 Meter im Freibad geschwommen und eine Bronzemedaille gewonnen, yeah! Um 21:21 Uhr waren es schon 800 km, Ziel erreicht. Das würde mit Raketen gefeiert. Von meinem Vater bekam ich um halb zwei ein Bild geschickt – er war auch noch geschwommen. 

Heute Morgen kamen manche Schwimmer dann schon das 3., 4. oder 5. Mal und schwammen weiter. Jeder so, wie er es konnte – wobei fast alle förmlich über sich hinaus gewachsen sind. Kinder, die gerade zwei Wochen Freischwimmer hatten, schwammen 3 Kilometer. Andere kamen mit Zweifeln, ob sie die 750 Meter für Bronze schafften – und erreichten Silber, was 2550 Meter entspricht. Alle waren so glücklich, wenn die Urkunde überreicht wurde. Ingesamt waren über 400 Teilnehmer im Wasser.

Die Helfer waren aus verschiedenen Vereinen – und ein absolut großartiges Team. Solche Veranstaltungen machen mir schon seit meiner aktiven DLRG-Zeit sehr viel Spaß. Die Nacht habe ich zwar dieses Mal nicht durchgemacht (das mache ich wieder, wenn der Wolf größer ist), aber trotzdem bin ich mehr als kaputt. Aber dieses wundervolle, gute, erfüllte kaputt. Es ist etwas zauberhaftes, wenn man Teil von so etwas sein kann.  Ab und zu vermisse ich das. Nur kann ich mich schlecht teilen und wer weiß, was die Zukunft bringt. Solange helfe ich weiter gerne bei solchen Veranstaltungen. 

  
Meine Medaille werde ich mir ans Regal hängen, das ist eine tolle Erinnerung. Die letzte Medaille, die ich gewann, ist von 2000 – Vizekreismeisterin im Rettungsschwimmen. 

Wir sind die 750 Kilometer übrigens hin und zurück geschwommen. 1534 Kilometer. Absoluter Wahnsinn. 

WGT 2015 – Gedanken.

Nach dem Elfia in Holland, was unser erstes Festival zu dritt war, freue ich mich jetzt so richtig aufs WGT. Und um mal wieder einen Überblick zu haben, was noch fehlt, greife ich mal auf meine geliebte Liste zurück.

WGT – To Do:

[x] Unterkunft: Hotel. Gebucht irgendwann letztes Jahr. Adresse muss ich mir noch extra einspeichern und vielleicht die Tramverbindungen anschauen. Mache ich wie immer kurz vorher.
[x] Outfits: Ist dieses Jahr einfach: Die Klamotten, die passen und stilltauglich sind, in den Koffer werfen – fertig.
[  ] Frisur: Ich möchte vorher noch zum Frisör. Spitzen schneiden und eventuell rote Strähnchen. Das letzte Mal war ich kurz vorm letzten WGT beim Frisör.
[  ] Nähen: Da ich sowieso momentan fast nur für den Wolf nähe, springt vielleicht für ihn noch ein Outfit heraus.
[  ] Basteln: Ich würde gerne meine RAM-Libelle noch reparieren, wobei das Tragen wohl eher nicht klappt.
[  ] Readymade: Letzte Woche habe ich zwei schlichte schwarze T-Shirts gekauft, da soll noch was drauf.
[x] Bestellen: Karten sind schon da.
[x] Schuhe: Pikes, Dr. Martens. Passt.
[  ] Tasche: Da werde ich mich die nächste Woche intensiv mit beschäftigen – ein neuer Rucksack soll hier einziehen.
[x] Korsetts: Bleiben auch dieses Jahr hier.
[  ] Kamera: Wird eher hier bleiben. Überlege ich aber noch.
[  ] Make-Up: Habe letzte Woche alles durchsortiert und geschaut, was denn nicht eingetrocknet ist. Freue mich aufs Schminken.
[  ] Kleiner Wolf: Kommt mit. Lässt unser Gepäck quasi explodieren, ähem.

Es wird so schön werden. So viele Herzmenschen sind dabei – ich freue mich schon sehr.

  

  

Ganz große Liebe.

Heute sind wir 161 Tage zu dritt. Der kleine Wolf ist genau 23 Wochen alt. An einem Mittwoch um 08:44 Uhr ist er geboren – wie lange ich wohl um diese Zeit noch jeden Mittwoch daran denken muss? 

Wir haben so einen zauberhaften Jungen – der sich wundervoll in unsere Familie gefügt hat. Als wäre er das coolste Addon zu einem Spiel ever. Die Liebe zu diesem Geschöpf wird jeden Tag größer – mit jedem Entwicklungsschritt, den er macht. Ich habe bis heute nur das Hypnobirthing-Buch gelesen – keine Ratgeber oder Bücher, die mir erzählen sollen, wie mein Baby ist. Das zeigt uns der kleine Wolf schon von ganz alleine. 

Wir probieren viele Dinge aus und ich bin wahnsinnig froh, dass wir das auch können. Wir tragen unseren Sohn in der Ergobaby, Emeibaby und im Tuch, aber auch der Kinderwagen ist nicht mehr so ein Grund zum Weinen wie am Anfang. Ich genieße das sehr, wenn wir spazieren gehen und das Gebrabbel vom kleinen Wolf langsam leiser wird, sich sein Gewicht verlagert und er an mich gekuschelt einschläft. Das Einbinden im Tuch hätte ich gerne schon im Krankenhaus gekonnt, dort mochte er ohne Körperkontakt nicht viel Zeit verbringen, was schnell zu lahmen Armen bei mir führte. Bisher habe ich noch keinen negativen Kommentar bekommen, was ich eigentlich gerade hier auf dem Land doch irgendwie erwartet hatte. Ich wickle den Kleinen sowohl mit Wegwerfwindeln als auch mit Stoffwindeln, je nach unseren Vorhanden am jeweiligen Tage. Die Stoffwindeln sind wunderbar bunt und es macht mir wirklich Spaß damit zu wickeln. (Was für Mengen an Müll bei Wegwerfwindeln entsteht und wie die teilweise riechen – unglaublich. Kleiner Muschelpo.) 

Egal, wo wir ankommen – unser Sohn steht sofort im Mittelpunkt und wir sind abgemeldet. Aber das ist auch okay so. Unsere Familien sind alle unglaublich glücklich, wenn der kleine Wolf zu Besuch ist. Gerade für seine Urgroßeltern ist er Medizin. Plötzlich können sie sich wieder bücken oder sich verdrehen, um ihn zu sehen. Das ist so schön zu sehen. 

Wenn man sich etwas schon sehr lange wünscht, das dann in Erfüllung geht und es einfach noch viel schöner ist, als auch nur ansatzweise erträumt – dann ist das so unfassbares Glück. Glück, das unglaublich kostbar ist. 

Momentan warten wir auf Post vom Kindergarten. In 6 1/2 Monaten will ich wieder anfangen zu arbeiten. Maximal 30 Stunden darf ich während der Elternzeit arbeiten, mal sehen wie das dann wird. Irgendwas zwischen 25 und 30 habe ich jedenfalls angepeilt. Ein Plan B, falls wir keinen Platz bekommen, haben wir in der Hinterhand und sonst gibt es ja auch noch Plan C, D… 

Mein Traum von zwei Kindern ist immer noch mein Traum – wann (und ob) es ein Geschwisterchen für den kleinen Wolf geben wird, geht aber niemanden außer uns etwas an. Erstmal hat der Kleine unsere ungeteilte Aufmerksamkeit. 

Kleiner Wolf, du bist das Beste, was uns passieren konnte. <3

Unser 2014.

Ich sitze gerade mit Schokopudding in der tollen neuen Küche, in der wir gestern Silvester feierten. Es ist nicht meine Küche, aber definitiv eine meiner Lieblingsküchen. Also nutze ich doch mal die paar Minuten, die der kleine Wolf mit seinem Papa Blödsinn macht. Kursive Antworten sind vom Grafen. 

Zugenommen oder abgenommen? Erst zu, dann ab. Durch die Schwangerschaft und dann durch die Geburt. – ZUGENOMMEN! Gemerkt durch eine geeichte Waage für Lasten auf Arbeit…

Haare länger oder kürzer? Länger. War vor dem WGT beim Frisör, aber nur für Strähnchen, gar nicht geschnitten. – Länger, weil ich mich entschied, sie nun wachsen zu lassen…

Kurzsichtiger oder weitsichtiger? Kurzsichtig, noch immer die Brille, die ich mir im Juni 2007 ausgesucht habe. – Ich denke sowieso nur von 12-Mittag…

Mehr bewegt oder weniger? Anfang des Jahres noch mehr, als ich dann kugeliger wurde immer weniger – da ging außer Schwimmbad nicht mehr so viel ohne Schmerzen. – Viel bewegung, arbeitsbedingt…

Mehr ausgegeben oder weniger? Weniger als das Jahr davor. Aber genug, Anschaffungen für den kleinen Wolf. – VÖLLEREI!

Der hirnrissigste Plan? Im neunten Monat schwanger ins Legoland zu fahren. – DER HUMMELFELLUMHANG!

Die gefährlichste Unternehmung? Da fällt mir spontan wenig ein. Bis auf andere Autofahrer, die uns gerne von der Straße haben wollten. – CNC-Fräsentechnisch, das mir ein Werkstück spontan von der Maschine flog…

Die teuerste Anschaffung? Der Omniblend. – Skylanders Trap Team, was, welches ich hier nochmal betonen möchte, ich eigentlich nicht haben wollte 😀

Das leckerste Essen? Alles, was ich überhaupt bei mir behalten habe, in der ersten Jahreshälfte. In der zweiten… Raclette an Weihnachten und kurz davor war schon sehr lecker. – Chinesisches Essen im Tam Tam in Harrislee 😀

Das beeindruckenste Buch? Beeindruckend war teilweise das Hypnobirthing-Buch. So viel habe ich sonst auch nicht gelesen. – Die Gruft, Satanshamster Edition

Der ergreifendste Film? Lego Movie! – Guardians of the Galaxie!

Die beste CD? L’Âme Immortelle – Drahtseilakt. – Marc-Uwe Kling – Die Känguruoffenbahrung

Das schönste Konzert? Oomph! auf dem WGT und das Robbie Williams Swing Konzert. – Nicht dieses Jahr…

Die meiste Zeit verbracht mit…? Dem Zirkusbaby. Erst in mir, dann auf mir. Und mit meinem wunderbaren Mann.  – Meiner geliebten Frau

Die schönste Zeit verbracht damit…? Bei Freunden und der Familie zu sein. – Mit guten Freunden in fremden Welten oder eben mit meiner Frau <3

Vorherrschendes Gefühl 2014? Vorfreude auf das Zirkusbaby. – Ich hab hunger…

2014 zum ersten Mal getan? Mutter geworden. – Mit einem Autoren gefrühstückt…

2014 nach langer Zeit wieder getan? Länger als drei Wochen am Stück nicht gearbeitet. – Mit einem guten Bekannten einen getrunken

3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen? Andere Menschen, die mein Auto kaputt machten; Symphysenschmerzen; Stau. – Arbeit, Arbeit, Arbeit…

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte? Wir schaffen das als Familie. Sind nicht zu jung. – „Kaufen sie meinen Plunder, ist guter Plunder!“

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat? Das Baby, was mir mein Mann geschenkt hat. – Meine Frau hat mir ein selbstgemachtes Kind geschenkt…

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat? „Ja, da ist ein hauchzarter Strich!“ – „Du bist doch schon im 2ten Semester Kryptozoologie, oder?“

2014 war mit 1 Wort…? Traumhaft. – Zweitausendvierzehn

Der Graf & die Prinzessin mit dem kleinen Wolf.