Der Graf & die Prinzessin. Weiter?

Es war das letzte Wochenende im Oktober, Samstag bin ich wieder nach Hause. Abends war Halloweenparty in Dellbrück. Da habe ich viel mit guten Freunden über meine Situation gesprochen. War fest davon überzeugt nicht wieder zu fahren. Bis wir dann geschrieben haben. Bei ICQ. Er war einfach so anders als alle, mit denen ich mich in der Zeit lose getroffen habe. Viel jünger, aber viel erwachsener. Dann war klar: Wir sehen uns wieder. Im Ela. Dazu habe ich diese Worte direkt nach dem Abend verfasst:

Freitag, 5. November. Zur Prinzessin & Haare färben extrem. Als ich dann den Reifrock, den Überrock, die Schuhe, das Korsett anhatte, fühlte ich mich wahrhaftig wie eine Prinzessin. Meine Haare saßen so gut. Meine Augen haben mir sehr gefallen. Der Rock passt so schön zusammen mit den Schuhen. Hach.
Nach einiger Zeit dann los. Aufregung steigt. Ankunft, ich entschwinde meinen Begleitern. Schaue mich suchend um. Sehe ihn. Er lächelt. Umarmt mich. Wir schauen uns in die Augen. Lange. Kommen uns langsam näher. Küssen uns. Er nimmt meine Hand und lässt sich führen. Lernt meine Begleitungen kennen. Weicht mir den ganzen Abend nicht mehr von der Seite. Umarmt mit von hinten, wenn ich gedankenverloren der Prinzessin beim Tanzen zu schaue. Küsst mich immer wieder vorsichtig und mit viel Gefühl.

Die Blicke! Die Blicke! Er sah so wahnsinnig toll aus. Mehr als einmal kam der Kommentar „Raaawr! Lass ihn dir nicht wegschnappen!“ Ich sah wahsinnig toll aus. So fühlte ich mich auch. Hübsch. Begehrt. Freudig. Toll. Sein Outfit passte zu meinem. Meine Tasche übergab er mir stets mit einer leichten Verbeugung, verabschiedet wurde ich mit einem Handkuss.

Dazu hatte ich oft dieses Zitat im Kopf, welches ich vor einiger Zeit bei Spontis fand: „Wenn sich eine Gothic-Frau und ein Gothic-Mann (oder Gleich­ge­schlecht­li­che) einen Kuss geben, dann geschieht das nicht so neben­bei. Der Kuss ist für alle Goths ein ganz tie­fes Gefühl, eine völ­lige Hin­gabe.”  (Ein Zitat von: The Dar­k­ness)

Das Herz schlug mir bis zum Hals. Vor Freude. Vor Zufriedenheit. Vor Aufregung.

Rückfahrt. Prinzessinnen strahlen. Der Graf kann Schiffchen falten, er ist akzeptiert.

Sonntag haben wir das geklärt, was es ist. Eine Romanze. Eine Affäre, wenn man so will. Keine Verpflichtungen. Jederzeit beendbar. Ehrlich wollen wir sein. Eine Beziehung kann ich wohl nicht. Nicht jetzt. Nicht mit ihm. Oder noch nicht?

Es kam dann also anders, als ich damals dachte.

Tanzen, feiern, leben.

Am Samstag war ich zur Return of the living Dead in der Markthallte in Hamburg. Bin bei einem Freund mitgefahren und wir haben schon nachmittags in der Stadt noch eine Freundin getroffen. Bisschen gestöbert in den Geschäften und bei Schweinske lecker gegessen. Dann wollte ich bei McDonald’s noch ein Eis – pfffft, Gerät kaputt. Dort trafen wir dann noch zwei Tweeties und um halb elf sind wir los zu Halle. Ich war total Candy. Hab mich sehr wohl gefühlt so.

Die Party war ganz okay. Es waren nicht so viele Bekannte dort wie letzte Woche im Ela, aber das ist in Hamburg ja immer so. Auch tanzen ist Glücksspiel, auf den Tanzflächen wird ja auch so einiges durcheinander gespielt. Es war nicht so warm oben, fein. Es war nicht so voll – konnte also schön ausufernd tanzen teilweise. Was toll war: Mein weißes Korsett <3 Es war sehr angenehm damit zu tanzen. Es sah toll aus. Mein ganzes Outfit war süß. Ich liebe Locken! Es hat sogar ohne Haarspray gut gehalten.

Trotzdem hat einer gefehlt. Mein Graf. Eigentlich bin ich absolut freiheitsliebend, die perfekte Frau für eine Fernbeziehung. Ich brauche meinen Freiraum. Aber inzwischen lebe ich nur noch so auf Sparflamme, wenn ich meine Zeit nicht mit ihm verbringe. Kann es kaum erwarten bis Freitag ist. Er kommt her. Wann ist endlich Freitag?

Der Graf & die Prinzessin. Das erste Wiedersehen.

Kurz noch zu Büsum, verehrte Prinzessin.

Wir verbrachten einen wundervollen Tag dort. Der Markt war zwar sehr klein, aber schön. Recht schnell haben Wir uns von meinem Begleitungen abgekapselt und waren den Deich entlang gegangen. An einem etwas Windgeschützteren Ort setzten Wir Uns und redeten. Über Uns im einzelnen, was Wir noch so vorhaben etc.

Später am Abend, oder eher gegen Nacht, sahen Wir eine verdammt spektakuläre Feuershow. Schöner noch; Ich nahm die Prinzessin unter meinen Mantel und es wurde gekuschelt. Ich machte den ersten Versuch; einen Kuss auf die Wange…Danach wurde ein Lagerfeuer entzündet. Und ich wurde belohnt. Wir küssten Uns immer wieder zärtlich und vorsichtig, voller Gefühl.

Danach war Brieffreundschaft angesagt. Wir schrieben viel, bis ich Stress mit der Arbeit bekam nichtmehr schrieb, leider.

Nach langer Zeit und nachdem ich mir endlich Internet anschaffte, schaute ich mal wieder bei ICQ rein. Und Wer empfing mich? Die Prinzessin. Wir verstanden Uns wieder auf anhieb. Wir schrieben viel über die vergagenge Zeit und über alles, was so passiert war. Bald kam der Wunsch, nach einem Treffen. Unverbindlich. Mal wieder beschnuppern. Einen Film sehen und was Essen. Ich sorgte auch für Unterkunft, hätte gar, auf Ihren Wunsch, im Wohnzimmer geschlafen. Aber dann kam es anders. Schon die Begrüßung war…anders. Sie sah so wahnsinnig toll aus!<3

Wir sahen den Film, aßen La Flute (von mir selbstgemacht, versteht sich) und unterhielten Uns prächtig. Wir sahen Uns tief in die Augen. Und Unsere Lippen trafen sich, voller Lust und Begierde. Es war ein großartiges Gefühl. Und das ist es heute mindestens noch genauso. Wir landeten schnell im Schlafzimmer, wo Wir…

Es war Traumhaft. Für die Prinzessin war klar, dies sei einmalig gewesen. Ich akzeptierte das. Ein kleines techtel-mechtel. Aber eigentlich…so meine Gedanken…das war verdammt schön…mehr…

 

 

 

Der Graf & die Prinzessin. Der Anfang.

Mein Graf. Wie fing das mit uns an? In Hohenweststedt auf dem Mittelalterlich Spectaculum 2009. Zu der Zeit war ich noch mit Freund3 zusammen. Er ließ mich das ganze Wochenende alleine, ging in andere Lager und betrank sich, jammerte wegen Rückenschmerzen rum und benahm sich koplett daneben. Auf der Rückfahrt trennten wir uns damals. Es muss Samstag oder Sonntag gewesen sein, ich tippe auf Samstag. Ich saß in unserem Lager und hatte einen Hundewelpen auf meinem Schoß. Es war inzwischen ziemlich kalt und der Kleine fror erbärmlich. Eingekuschelt auf meinem Schoß in meinen Umhang war er gerade eingeschlafen, als der Graf mit seinen Begleitern und der sonderbaren Kiste auf Rädern an unserem Lager vorbei zog. Ich wartete etwas ungeduldig auf unsere Ablöse – die Pest rief schon. Trotzdem war ich neugierig, was denn in der Kiste sei, fragte ich einfach. Die Antwort brachte mich zum Lachen, was ich das bisherige Wochenende nicht so oft getan hatte. Dann zogen sie weiter und ich blieb zurück im Lager. Als endlich die Lagerwachenablösung kam, wurde es auch schon Zeit. Die Blase drängt und ich musste unbedingt zur Pest. Als ich zu den Stallungen verschwand, sah ich ihn nicht weit entfernt stehen. Auf dem Rückweg sprach er mich an – eine Telefonnummer? Handy rauskramen war mit zitternden, hektischen Fingern nicht drin, Nummer kannte ich auch nicht auswändig – also schnell die ICQ Nr. gegeben, bevor ich dann wirklich zur Pest entschwand. Bei dem Pestumzug sah ich dann meinen Freund1. Er war sichtlich überrascht, aber ich war schnell an ihm vorbei. Die restliches Zeit dort wanderten meine Gedanken immer wieder zu der Begegnung mit dem Grafen.

Die Wut im Bauch für das verkorkste Wochenende dank nun Exfreund3 verrauchte und ein Kribbeln machte sich breit – schreibt er mir?

Nach eininge ICQ Nachrichten haben wir Handynummern ausgetauscht und uns dann Mitte Juni auf dem Büsumer Markt getroffen. Abi in der Tasche, Single, Ferien vor mir, das Leben genießen.

Gothic Friday 2011 – Februar: Musik und Leidenschaft.

Los geht’s mit der zweiten Runde. Dieses Mal ist das Thema Musik & Leidenschaft. Für mich untrennbar miteinander verbunden. Ein Lied in Verbindung mit einem Kuss – das ist die Welt für mich.

Lesenswert ist auch das Fazit zur letzten Runde und die Beiträge der anderen Gruftschnecken auf Spontis.de

Was bedeu­tet Musik für Dich? Wie wich­tig ist sie Dir?
Musik ist wahnsinnig wichtig für mich. In jeder Lebenslage gibt es quasi einen Song, der in meinem Kopf läuft. Mir gefällt es, Musik zu hören. Immer und überall. Nur nachts sollte es bitte still sein. Ohne Musik fehlt mir was. Nur dann, wenn es mir körperlich wirklich schlecht geht, höre ich keine Musik.
Es muss auch nicht immer an die Stimmung angepasste Musik sein. Hauptsache etwas, auf das ich meine Gedanken fokussieren kann. Mir ist Musik sehr viel wert. Ich gebe dafür auch viel Geld aus. Das mache ich aber auch sehr gerne. Downloaden ist nicht das Wahre für mich, eine schöne CD, am liebsten noch hübsch verpackt – das muss es schon sein. Wobei ich als ASP-Fan da auch etwas verwöhnt bin.

Wel­che Rich­tun­gen »schwar­zer Musik« hörst du? Nenne ein Bei­spiel, das für Dich deine Bedeu­tung des Genre am bes­ten Wie­der­gibt.
Ich höre im Grunde querbeet sehr viel. Von ASP über Nachtmahr zu The Sisters Of Mercy. In den Zwischenstufen sind noch etliche andere Bands einzusetzen und somit auch Richtungen. Zu Hause und im Auto ist das dann meistens der von ASP betitelte Gothic Novel Rock.

Wie wür­dest deine musi­ka­li­sche Lauf­bahn beschrei­ben? Über wel­che Rich­tung der Musik bist Du in die Szene gekom­men, wel­che hast hin­zu­ge­won­nen, wel­chen hast du abge­schwo­ren und was hörst du heute?
Über die Mittelaltermusik bin ich in die Szene gekommen um kurzzeitig sehr Richtung Metal zu driften. Aber das ging sehr schnell vorbei. Ab und an höre ich vereinzelt noch Metal, aber dort auch nur Bands, bei denen ich den Sänger und die Texte verstehen kann. Musik lebt nicht nur von den Klängen allein, für mich muss auch der Text etwas aussagen. (In den meisten Fällen.) Zwischenzeitlich hatte ich einen „Mittelalterkoller“ und skippe noch jetzt bei Saltatio Mortis oder Schandmaul oft weg. Aber die pure Abneigung hat sich gelegt und auch die Vorfreude auf die diesjährige Marktsaison haben dazu beigetragen. Komplett für mich in den letzten beiden Jahren entdeckt habe ich die Ur-Szene-Bands. The Cure, Depeche Mode & Bands in die Richtung. Oftmals kenne ich nur einzelne Lieder, bei denen ich nur durch Glück und Twitter den Interpreten kenne. Wie bei Shock Therapy – Hate Is Just A Four Letter Word. Letztes Jahr auf dem Mera Luna Sisters Of Mercy live zu sehen war schon ein großes Erlebnis irgendwie.

Wie und wo hörst du Musik am liebs­ten?
Über die Teufel-Anlage im Wohnzimmer. Bei uns zu Hause wurde schon immer viel Wert auf Musik gelegt, nicht selber zu spielen, aber CD’s zu hören und dafür auch die richtige Ausstattung zu haben. Meine Schwester & ich bekamen früh gute CD-Player, die auch durchaus laut gedreht werden durften und sollten. Die Anlange meines Vaters war immer noch ein bisschen lauter. Ruhige Musik zu hören war für mich dann nur möglich, wenn mein Vater nicht gerade Rammstein hörte. Von ihm habe ich vermutlich auch die Leidenschaft für Musik und vorallem CD’s.
Ansonsten höre ich sehr viel Musik im Auto, weil ich viel Zeit damit verbringe, in meinem kleinen Schwarzen durch due Gegend zu kurven. Es gibt aber nichts schöneres, als auf einer der Bänke am Deich zu liegen, leichte Sonnenstrahlen im Gesicht, im Hintergrund das Rauschen des Meeres & die Lieblingslieder im Ohr. Wahlweise das ganze auch mit Sturm.

Wel­che Musik hörst du außer­halb der typi­schen dunk­len Musik noch?
Oh, jetzt wird’s interessant. Achtung: Ich steh total auf Robbie Williams. Ich war 2006 bei dem zweiten der beiden Hamburg Konzerte. Nun ja. Wir sind damals um 6 Uhr mit dem Zug nach HH und haben ab 9 Uhr vor den Eingängen der Trabrennbahn gewartet. Dafür bekam ich auch ein rotes 1. Welle-Band und stand direkt in der zwei Reihe. Bei 80.000 Menschen. Der Wahnsinn. Das war allerdings auch der Sonnenbrand, den ich mir an dem Tag einfing. Den weißen Strich des Trägers konnte man bis letztes Jahr immer noch sehen, wenn ich zu heiß duschte. Aber das war es wert.
Ansonsten liebe ich Rosenstolz. War schon etliche Male auf Konzerten und finde die Musik einfach wunderschön. So gefühlsgeladen und wahr, mitten ins Herz. (Ich hätte auch gerne jetzt ein Video von Rosenstolz eingebunden, aber das ist in meinem Land nicht verfügbar. Lieblingslieder: Der größte Trick, Ich komm an dir nicht weiter, Sex im Hotel oder Schlampenfieber.)

Was außerdem immer geht: die ärzte, die toten Hosen, Placebo, Editors, die fantastischen Vier, Thomas D., Farin Urlaub oder die Wise Guys.


Mal ange­nom­men, Du könn­test ein Instru­ment spie­len, hät­test eine tolle Stimme und wür­dest zusam­men mit Freun­den eine Band grün­den. Wel­che Rolle in der Band wäre Deine?
Ich wäre vermutlich eher Roadie und Merchtante. Das aber mit großem Spaß & viel Elan.

Nenne 5 dei­ner Alben die für Dich unver­zicht­bar mit Szene ver­bun­den sind.
ASP – Weltunter
Deine Lakaien – Kasmodiah
Depeche Mode – Exciter
L’Âme Immortelle – Als die Liebe starb
Welle:Erdball – Die Wunderwelt der Technik

Wel­che musi­ka­li­schen Eigen­schaf­ten hat für dich das ideale Lied?
Es darf mir nicht mehr aus dem Kopf gehen. Der Text sollte auch beim hundertsten Hören noch etwas hergeben und die Musik muss mich berühren. Das klappt bei mir immer dann besonders gut, wenn die Stimme männlich ist, es ab und zu ordentlich knallt und tolle Basslinien vorhanden sind. Oder schöne Keyboards. Hach.

Wel­che Band oder wel­chen Musiker/in wür­dest Du gern mal inter­viewen und auf wel­chen Frage musst Du dabei unbe­dingt eine Ant­wort haben?
Ich finde es immer interessant mit Musikern über andere Bands zu sprechen. Und dann gar nicht auf die Musik abzielend, jeder hat schließlich seinen eigenen Geschmack, sondern das Auftreten, die Umgehensweise mit den Fans, die Veröffentlichung von Tonträgern und die Merchangebote zu diskutieren. Aus der Sicht der Musiker ist da wirklich Interessantes zu erfahren.

Wer oder was reprä­sen­tiert für die Dich die Zukunft der »schwar­zen« Musik?
Hm, ich habe im letzten Jahr wenig neue Bands für mich entdeckt. Fast gar keine. Sehr interessant finde ich das neue Projekt von Oswald Henke, das einfach schlicht HENKE heißt. Die erste EP erscheint aber erst Ende Februar. Wer mit live überzeugt hat und ich vorher nicht kannte, waren Re:Legion. Sehr tanzbar, auch mit Gummistiefeln auf durchweichtem Acker. Außerdem noch super angenehme Leute.
Re:Legion

Gothic Friday 2011 – Januar: Wie bist Du in die Szene gekommen?

Einer meiner liebsten Frühmorgens-Lektüre-Blogs hat die Aktion „Gothic Friday“ in’s Leben gerufen. Am ersten Freitag gibt es ein Thema, bis zum dritten Freitag darf man schreiben. Genaueres erfährt man hier: Spontis

Na dann mal los. Wie bin ich denn in die Szene gerutscht?

Klare Sache: über Mittelalter und über ein kleines Onlineradio. Ungefähr 2003 muss das angefangen sein. Das erste Mal auf einem Ritterturnier und dort spielten Corvus Corax. Später dann im Onlineradio einfach mal geblieben, wenn es hieß „Gothic, Mittelalter & Metal“. Irgendwann dann fing ich auch an zu bloggen. Die Designs mussten einfach schwarz sein, sonst gefiel es nicht. Was ich dann so kennen lernte waren die ersten Bands aus der Richtung. ASP und die Mittelalter/Metal Bands. Subway to Sally. Samsas Traum. Janus. Oomph. Megaherz. Schandmaul. In der Zeit war vieles nicht so einfach. Dickes Mädchen, das überhaupt nicht wusste, wer sie denn war. Dazu kamen langsame Aufarbeitung von Dingen, die lange zurück lagen. Meine Flucht ging in die Musik. Zuerst noch für mich allein, bis ich feststellte, wer aus meinem damaligen Freundeskreis ähnlich tickte.

Ganz einfach war und ist es bei uns nicht. Einschlägige Gothicpartys sind generell 100 km weg. Durch ganz großes Glück erfuhr ich 2005 von einer kleinen Gothicparty im Clubhaus des Motorradclubs eines Dörfchens ungefähr 8km von uns entfernt. Letzter Samstag im Monat, kleines Lagefeuer, aufs Alter wurde nicht so geachtet, laute Musik, Zeit zum Reden & Freunde kennenlernen und dann treffen. In den vergangenen 6 Jahren habe ich dort meine inzwischen besten Freunde kennengelernt. Einmal im Jahr gibt es dort ein kleines Open Air, bei dem ich seit zwei Jahren helfe. 2009 war Welle:Erdball bei uns, 2010 Sara Noxx und dieses Jahr kommt Crematory. Leider, leider sind nie viele Besucher da gewesen. Die Tickets sind nicht teuer, aber die Werbung erreicht leider nicht genug Menschen. Es ist der Traum von unserem Samson, dass das Festival vielleicht irgendwann aus den Miesen kommt. Wir sprechen quasi bei jeder unserer Gothicnights über Verbesserungen, Bands und Änderungen im Ablauf. Der Großteil der Gäste ist Feuer &amp; Flamme und vielleicht erreiche ich hiermit ja auch den ein oder anderen.

2008 war ich dann das erste Mal auf einem Festival. Mera Luna. Wow. Ich war beeindruckt von den Menschen, die dort zu sehen waren. Lief schwarz, aber relativ normal rum. Lernte viele neue Bands kennen, ich kannte nur einen Bruchteil. Ich war mit zwei Mädels dort, die eine wollte ja nur ASP sehen, alles andere kannte sie nicht. Was mich dazu brachte, den größten Teil des Festivals alleine zu verbringen. Als ich dann wieder zu Hause war, war meine Begeisterung für Festivals quasi gen Null gesunken. Nie wieder. Tja, kommt zum Glück alles anders. 2009 waren es dann schon Hörnerfest & Mera Luna und das Wissen: Festivals machen mit den richtigen Menschen einfach verdammt viel Spaß! 2010 habe ich dann dank meines damaligen Freundes sehr viel miterlebt. Das erste Mal WGT. Wow, das hat mich sehr lange absolut gefesselt. Vorher war ich skeptisch, weil nur wenige Bands überhaupt mir bekannt waren. Aber Leipzig in schwarz war einfach nur traumhaft. Die verschiedensten Stile der Besucher dort und die absolut angenehme Atmosphäre. Viele Bands neu lieben gelernt und bei dem damaligen Tweetup die ersten Twitterer kennengelernt. Tja, dieses Jahr ist dann die Pension, in der wir wohnen, voll mit Twitterern. Es sind noch sechs Monate, aber ich freu mich schon jetzt. Auf alle. Auf alles.

Warum bin ich in der Szene geblieben?

Ich ergänz das jetzt einfach mal. Geblieben bin ich wohl deswegen, weil ich einfach so sein kann wie ich möchte. Meine Haare waren eine Zeit lang komplett schwarz. Zuerst waren vorallem die Omas geschockt, aber das gab sich schnell. Inzwischen bin ich halbwegs in meinem Stil angekommen. Ich lege mich nicht auf eine Richtung fest, variiere gerne. Tanze unheimlich gerne im Reifrock zu „alter“ Musik wie Depeche Mode, Sisters Of Mery oder the Cure. Aber ich feier genauso gerne mit Grafikkarte im Haar und USB-Kabeln am Handgelenk zu Combichrist. Meine Klamotten sind schlicht schwarz im Alltag, wenn ich weggehe gibt’s dann halt auch mal Lack und viel Haut. In der Szene habe ich wahnsinnig gute Freunde kennengelernt. Bei denen man einfach nicht immer alles Sonnenschein spielen muss. Es wird aber nicht abgeblockt, sondern darüber geredet. Es wird gemeinsam gelacht und gemeinsam gelästert. Wie immer halt. Da sind Grufties auch nicht anders. Aber auch die Mittelalterszene ist nie völlig verschwunden. Zwei-drei Mal im Jahr brauche ich auch das.

Was ich noch entdeckt habe, ist meine Liebe zu Korsetts. Das erste billige Korsett, was eine Corsage mit Plastikstäbchen war. Das erste richtige Korsett ein Jahr später, inzwischen sind es fünf. Röcke, die ich kaufte und nicht trug, weil sie mir zu kurz vorkamen. Bis ich andere auf Festivals und Parties sah und sie mit Stolz ausführte konnte. Meine Vorliebe für auffallendes Make-Up, besonders die Augen. Alles ist erlaubt. Der Pony hat quasi jede Woche eine andere Farbe. Die Nähmaschine entdecken und benutzen lernen. Sich vom ersten Freund zu trennen, weil man zu „schwarz“ war. Wir lernen uns über schwarzes Glück kennen.

Mir selbst hat es unheimlich gut getan, diese Szene zu finden. Reinzurutschen. Ein Teil davon zu werden. Mein Selbstvertrauen ist mit der Zeit stark gewachsen, nachdem es zwischenzeitlich kaum vorhanden war. Alleine auf eine Tanzfläche gehen und als erste einfach tanzen – hätte ich früher nie getan. Jetzt schon. Auch mal auffallen – bunte Haare, kreischende Fingernägel, ansonsten schwarz – toll!

Aber alles ganz schwarz sehen? Niemals. Ich brauche Farbe im Leben. Um mich herum muss es stilvoll bunt sein. &amp; Glitzer darf bitte auch immer dabei sein.

Also bin ich dann wohl als normales Mädchen in die Szene gestrauchelt und jetzt die glitzernde Gruftschnecke, die ich auch gerne bleiben mag.

WGT 2011 – Planung.

Dieses Jahr geht’s für die Prinzessin das zweite und für den Grafen das erste Mal zum WGT. Bis dahin steht noch einiges an, es sind ja aber auch noch heute genau drei Monate. Über Outfits habe ich mir bisher kaum Gedanken gemacht. Nur das Eisprinzessin 2.0 Outfit soll auf jeden Fall fertig und ausgeführt werden. Ich bastel mal eine kleine To Do-Liste, vielleicht motiviert mich das ja.

WGT – To Do:
[ ] bei der Pension anrufen (ab wann können wir kommen? Richtige Tage eingetragen?)
[ ] Outfits planen (ist ja noch ein Tag mehr dieses Jahr)
[ ] Frisur planen (Haare färben?)
[ ] Nähen (den Rock auf jeden Fall – noch mehr?)
[ ] Zubehör basteln (Schweißerbrille & Computerteile und so)
[ ] Überlegen, was noch bestellt werden muss (Kontaktlinsen?)
[ ] Schuhproblematik
[ ] Tasche?!?

Das ist jetzt nur das, was mir auf die Schnelle einfällt. Es gibt noch viel mehr zu tun. Vermutlich. Aber ich freu mich schon.

Traumverliebt.

Der Graf & die Prinzessin. Traumverliebt sind wir. Wir träumen, stehen aber mit beiden Beinen fest im Leben. Wir kennen Höhen, als auch Tiefen. Trotzdem ist unsere Welt zauberhaft. Hier bloggen wir beide. Zusammen, füreinander. Öffentlich. Teilweise gibt es für einzelne Einträge Passwörter. Fragen kostet nichts. In welche Richtung sich das hier entwickelt, ist vorher schlecht zu sagen. Lassen wir es mal auf uns und euch zukommen.

Der Graf & die Prinzessin mit dem kleinen Wolf.