Archiv der Kategorie: Gedankensplitter

Freundschaft.

Ab wann ist man befreundet? Wo hört Bekanntschaft auf und fängt Freundschaft an? Wie endet Freundschaft und warum?

Ich hatte nie die eine allerbeste Freundin. Eigentlich war ich immer die Zweitfreundin. Die, die immer da war, aber nie als beste Freundin bezeichnet wurde. Das war früher zwar irgendwie schmerzhaft, aber ich bin ja trotzdem groß geworden. Mit Freunden. Bin oft vergessen worden, weil ich einfach immer „so da“ war. Gehörte überalle nur halb zu.

Heute habe ich einen kleinen Kreis von Menschen, die ich als Freunde bezeichnen würde. Meine Lieblingsmenschen. Dafür muss man sich nicht lange kennen, nicht oft sehen, nicht jeden Tag voneinander hören. Man weiß – sie sind da und ich bin da. Füreinander.

Trotzdem mache ich mir immer wieder Gedanken darüber. Ist diese Person mein Freund? Wie viel würde ich ihr erzählen? Was sind die Kollegen? Keine Freunde. Vielleicht werden sie es. Vielleicht. Noch sind es nur Kollegen. Wie Bekannte.

Im Grunde ist es eigentlich völlig nebensächlich. Trotzdem bleibt mein Kopf immer wieder daran hängen. Und dann fängt die Gedankenspirale an. Hört nicht mehr auf. Solange ich Freunde und Menschen, die ich nicht mag, trennen kann, muss ich mir eigentlich keine Gedanken darüber machen.

Bist du mein Freund?

Das Traum-Café.

Am Sonntag waren der Liebste und ich bei meinen Großeltern. Es gab Kuchen, Tee und Eis. Wir unterhielten uns über alles Mögliche – unter anderem über ein Café in dem meine Oma letzte Woche war. Da kribbelte es mal wieder in mir. Hach. Ein Café.

Es gibt da in meinem Kopf eine kleine Ecke für Traumtänzereien.  Dort steht dieses Cafe. Es ist hübsch eingerichtet, hat an der einen Wand viele Bücherregale, an der anderen Wand einen Bildschirm mit dem aktuellen Angebot und einer kleinen Twitterwall, dazwischen ein Thresen mit Kühltheke. Diese Dinger, in denen man viele Torten aufbewahren kann und die sich die ganze Zeit drehen. Dort stehen vor allem Muffins drin. Viele bunte Muffins. Dazu mehrere Gläser mit Keksen auf dem Thresen und ein paar Ständer mit Cakepops. Im Hintergrund steht das Geschirr und eine große Kaffeezaubermaschine, daneben viele Teesorten.

Das Möbiliar ändert sich immer mal wieder, ebenso wie die Räumlichkeiten. Mal gibt es eher Themenzimmer, mal ist es nur ein großer Raum. Eine Kinderspielecke is auf jeden Fall dabei. In jedem dieser Träume ist das Café gut besucht, es wird gelacht und viele Freunde sind dort.

Aber das ganze wird genau dort bleiben: In meinem Kopf. Ich habe weder die Ausbildung, noch das Geld für ein Café. Außerdem – schon mal hier in Dithmarschen versucht, Muffins zu finden? Die versammelte Renterschafft steht da eher auf zehnstöckige Sahnetorten, die kaum auf Teller passen. Deswegen backe ich weiter in kleinen Maßstäben für Famile und Freunde. Und träume dennoch ein bisschen, manchmal.

Es geht mir wirklich gut.

Gestern war Orientierungsstufenfest an meiner alten Schule. Dort feiern die 5. und 6. Klassen ihr erstes gemeinsames Fest und laden Eltern, Familie und Freunde ein. Meine Cousine ist seit diesem Jahr in der 5. Klasse und hatte mich gefragt, ob ich auch kommen würde. Natürlich. Ich war doch neugierig, wie sich meine Schule verändert hat und ob ich vielleicht den ein oder andere Lehrer treffe, der mich noch kennt.

Habe ich.  Erst meine damalige Mathe- und Physiklehrerin, die ich erst absolut nicht mochte und die jetzt die Liebste überhaupt ist. In der 12. Klasse half ich ihr bei einem Mittelalterprojekt mit der Unterstufe und seitdem ist sie totaler Fan von Mittelalter in allen Facetten. Sie sprach mich sogar darauf an, ob ich denn gar nicht beim Marktfrieden gewesen wäre, sie hätte mich nicht gesehen… Ich war ehrlich auch enttäuscht, dass ich sie dort nicht getroffen hatte. Schön, wenn so etwas auf Gegenseitigkeit beruht. Wir redeten über dies und das und es war irgendwie wie vor drei Jahren.

Dann lief mein damaliger Tutor mit verdutztem Blick an mir vorbei und kam zehn Minuten später zu mir. Er trägt jetzt Vollbart, ungewohnt. Auf die Frage, wie es mir denn ginge, konnte ich wirklich sagen: Es geht mir gut. Sehr gut. Erzählte von der Ausbildung, von meinem Job und davon, dass ich nächstes Jahr heiraten werde. Ihm sind fast die Augen aus dem Kopf gefallen, hihi. Er selber hat glaube ich 2009 geheiratet, nach vielen Jahren Beziehung. Wir waren damals seine erste Klasse als Klassenlehrer und haben viel mitbekommen, was er so erzählt hat. (Eigentlich hat er auch immer gesagt, er läd uns dann zur Hochzeit ein…) Aber er hat sich wirklich gefreut und meinte, er würde dann bestimmt öfter von mir hören, wenn ich jetzt wieder Kontakte zur Schule habe. Ich hoffe doch.

Nach dem Fest war ich einkaufen und dort traf ich meinen ehemaligen Informatiklehrer – gleiche Gespräche wie vorher. Hach, das war wirklich schon. Und noch schöner eigentlich die Erkenntnis: Ja, es geht mir wirklich gut. Der ganze Mist ist hoffentlich vorbei jetzt und darf auch bitte nie wieder kommen. Es ist schön, so wie es ist. Traummann an meiner Seite, den ich nächstes Jahr heirate. Ausbildung fertig, Vertrag wird um ein Jahr verlängert. Eigenes Nestchen, bald mit vierbeinigem Bewohner. Wunderbar.

Durcheinander.

Es geht momentan alles so furchtbar schnell – ich habe kaum Zeit für irgendwas. Deswegen jetzt ein paar Schnippsel.

# Wohnung: Wir haben eine Wohnung! Ab 1. September geht es los. Und weil ich ja gerne mal Stufen überspringe, ist es sogar ein Haus. Ein kleines Reihenhäuschen. Mit Garten. Ich freu mich so! Die Verträge sind unterschrieben, Anteile gekauft, Versicherung fix. Die ersten Kartons sind auch schon gepackt und mein roter Schrank steht schon in Einzelteilen in meinem Zimmer.

# Marktfrieden: Oh, war das schön! Und verdammt lustig, hihi. Ich habe viele Bilder gemacht, aber diese noch nicht gesichtet. Vielleicht gibts dann noch mal einen Bilderpost. Mal sehen. Es war wundervoll mit so vielen lieben Menschen die vier Tage zu verbringen. Das Wetter war zwar etwas zickig, aber das gehört schon irgendwie dazu.

# Geburtstag: Die Prinzessin ist jetzt 23. Gefeiert wurde natürlich ordentlich – auf dem Marktfrieden am Donnerstag. Ich stehe total auf meinen Geburtstag und freue mich wie ein kleines Kind darauf. Ich bekam hauptsächlich Dinge für die Küche und die Kamera. Zwei Tupperrührschüssel mit schwarzer Außenfarbe, zwei Geschirrhandtücher mit Cupcakes drauf, Besteck mit schwarzen Griffen, die Backform des Todes, Gläse, Pizzaschneider und Backform. Von Papa noch ein Stativ und von meinem Liebsten einen Sunsniper. Das Ding liebe ich schon jetzt absolut abgöttisch. Von einer lieben Freundin gab es noch zwei Nichtlustig-Spiele, die wir uuuunbedingt bald ausprobieren müssen.

# Amphi: Freitag in aller Frühe gehts los. Ich habe noch überhaupt keinen Plan, was ich anziehe. Wird aber irgendwie praktisch sein müssen. Überlege auch noch, ob Gummistiefel sinnvoll sind.

# Mera Luna: Vorfreude pur! Ganz viele zauberhafte Herzmenschen sind dabei. Habe heute die Tickets bestellt. Fünf Stück. Mein Konto ächzte kurz.

# Bauvorhaben: Wir wollen ein Wiki-Zelt bauen. In naher Zukunft. Also, irgendwann nächstes Jahr. Dafür muss erst ein anderes Auto her, sonst können wir das nicht transportieren. Aber die Planungen laufen an. In zwei Jahren soll es dann auf dem Marktfrieden ein Wikilager geben. So richtig. Ich freu mich!

Negativgedanken.

Wenn man Zeit hat, die Gedanken kreisen zu lassen, kommt da manchmal etwas heraus, was festgehalten werden möchte. Ich habe jeden Tag zwei Mal 30 Minuten – die Fahrt zur Arbeit und die Fahrt nach Hause. Dabei kommt mit oft nur Blödsinn in den Kopf, aber manchmal entsteht daraus ein Blogartikel.

Die Frage, mit der ich mich die letzte Woche so beschäftigt habe, lautet: Müssen wir eigentlich immer nur meckern?

Ich meine – ich kann das auch wirklich gut. Gibt ja einige Blogartikel hier, bei denen ich nur mecker. Als kleine Aufgabe für mich selbst habe ich versucht, die letzten Tagen nicht immer alles negativ zu sehen. Einfach mal umdrehen und sich klar machen, was dadurch positiv geworden ist. Das soll jetzt kein esoterisches Geschwafel werden – nur ein kleiner Denkanstoß.

Gemeckert wird ja viel und ständig. Alles wird schlechter. Das Line-Up ist mies. Das Wetter ist katastrophal. Immer haben wir Pech. Nie ist etwas in meiner Farbe vorhanden. Früher war alles besser. Das letzte Konzert war aber länger. Mein Job ist grausam. Die Kinder kreischen so laut. Das Festival ist nur noch ein Kostümball.

Es ist doch alles das, was wir draus machen. Uns nimmt doch keiner unsere Erfahrungen, unseren Spaß! Natürlich gibt es viele Punkte wie zum Beispiel beim WGT, die genervt haben. Aber doch so viel mehr, was uns glücklich gemacht hat! Wer nur meckert, darf doch gerne zu Hause bleiben. Ohne den Rahmen des WGTs hätte ich viele tolle Menschen nicht kennen gelernt. Man muss doch nicht vor der Agra auf und ab spazieren. Wenn andere das als ihr Lebensziel erkoren haben – bitte. Lasst sie doch. Schlechtes Wetter auf dem Festival und deswegen schon vorher alles mies machen? Mera Luna letztes Jahr war mit eines der besten Festivals, die ich besuchte. Trotz Dauerregen. Es kommt drauf an, was man daraus macht. Dieses jahr gefällt mir das Line-Up nicht so. Hatte schon überlegt zu Hause zu bleiben. Aber – warum? Einige Highlights sind doch dabei und es kommen sehr viele Freunde mit, die ich sonst nur selten sehe. Es verspricht ein Wochenende voller Spaß zu werden. An dem man sein darf, wie man eigentlich ist.

Ich war etwas traurig, nicht beim Hurricane gewesen zu sein. Hätte so gerne The Cure gesehen. Aber nach den Fernsehbildern war ich verdammt froh, nicht gefahren zu sein. Bin gespannt auf die Erzählungen meiner Schwester heute Abend.

Ach ja – früher war alles besser. Ich kenne dieses „früher“ aber gar nicht. Bin ich viel zu jung für. Ich liebe es, wie es jetzt ist. Weil es für mich einfach toll ist. Vermiest mir das doch nicht.

1.942 Kilometer.

Nächste Woche Mittwoch, 15 Uhr: Stift fallen lassen. Urlaub. Zwei Wochen.

Da ich gerade die Fahrten für die Mitfahrgelegenheiten eingetragen habe, lag es nahe, mal zu schauen, wie weit ich denn dieses Jahr fahre. Es sind 1.942 Kilometer. Uff. Allerdings muss ich diese Strecke nicht alleine fahren. Einen Großteil sogar nicht mal mit meinem Auto – trotzdem weit. Es geht also erst in die Nähe von Bremen, eine Freundin besuchen. Dann einen Tag nach Rastede zum MPS. Zurück nach Geesthacht. Zurück nach Meldorf. Ab nach Soltau, Heidepark. Tja. Und dann geht’s schon los. WGT. 17 Tage noch. Nur noch! Ich freu mich. Sehr sogar!

 

Von Freundschaften.

Es ist kein Geheimnis, was nächstes Jahr ansteht. Hochzeit. Unsere Hochzeit. Weil man gefühlt eine Million Dinge erledigen sollte, bevor es zum großen Tag kommen kann, haben wir schon jetzt ein paar Listen, auf denen sich Ideen zu verschiedenen Themen sammeln. Unter anderem eine Gästeliste. Und auf keiner anderen Liste ist bisher so viel gestrichen und geändert worden, wie hier.

Das wird unser Tag und diesen Tag möchte ich im Kreise der Menschen verbringen, die mir wirklich etwas bedeuten. Deswegen sind schon so einige Namen wieder gestrichen worden. Weil sich unsere Beziehung verändert hat. Weil wir uns verändert haben. Was nun nicht zwangsläufig falsch ist – passiert einfach, wenn man nicht mehr in der gleichen Gegend wohnt und sich nur noch selten oder überhaupt nicht mehr sieht. Allerdings gibt es dann auch hier Unterschiede. Freunde, die Freunde bleiben, wenn man sich dann doch nach Monaten wieder sieht – weil man sich immer noch so versteht wie am Anfang. Freunde, die die Bezeichnung nicht mehr verdienen. Die sich nur dann melden, wenn es um Dinge geht, die mit anderen Menschen zu tun haben, aber nicht um zu quatschen. Oder einfach gar nicht mehr. Ehrlich? Das brauche ich nicht mehr. Das zu erkennen tut zwar weh – aber andauernd hinter Menschen herrennen um den Kontakt nicht sterben zu lassen?

Somit habe ich gerade noch ein paar Namen von der Liste gestrichen. Dafür andere hinzugefügt. Menschen, die ich zwar erst kurz kenne – aber auf jeden Fall dabei haben möchte. Dabei ist diese Liste mehr als nur Gästeliste. Denn eigentlich ist sie ein Abbild, wie es in mir aussieht. Bis nächstes Jahr wird sich dort auch noch viel getan haben. Aber nur, weil ich jemanden schon Jahre kenne, bleibt er nicht auf dieser Liste.

Ausgelernt.

Tada! Die Prinzessin ist jetzt Fachinformatikerin für Systemintegration. So ganz. Total. Fertig. Ausgelernt!

Es soll ja ein paar Menschen geben, die das bisher noch nicht mitbekommen haben. Ich hatte am Donnerstag meine Prüfung. Ergebnis ist 79 Punkte, also eine 3. Dank der einen blöden 4 im schriftlichen Teil. Für meine Projektarbeit und die Präsentation bekam ich eine 2. Mein Abschlusszeugnis der Schule hat einen Schnitt von 1,0. Damit kann ich zufrieden sein, denke ich.

Damit endet ein Lebensabschnitt. Keine Schule mehr. Kein Welpenschutz. Ich bin jetzt groß. Oder so.