Her mit dem schönen Leben. 

So ein kleines Wunderwesen verändert einen zwangsläufig. Ziemlich sogar. Ich hoffe, hauptsächlich zum Guten. 

Was ich in den Stunden, in denen ich nur leise Dinge machen kann, weil der Wolf schläft, gemacht habe, hat viel mit schönem Leben zu tun. Auch wenn sich das erst nicht so anhört. Ich habe es endlich geschafft, viele „Rumpelecken“ neu zu ordnen, aufzuräumen und dabei Dinge auszusortieren. Der Vorratsschrank ist wesentlich kleiner geworden – damit weniger abläuft, weil ich die Dose doch vergesse. In einer Zeit, in der die Supermärkte bis 22 Uhr geöffnet haben, muss ich nicht so viele Dinge gebunkert haben. Mein Kleiderschrank ist schon ewig auf meiner Liste, da habe ich es immerhin geschafft, die ersten Fächer zu sortieren. Einige Klamotten sind schon aussortiert, da wird aber noch was folgen. So viele Stücke, die ich ewig nicht trug und wohl auch nie wieder tragen werde. Ich möchte nur noch Stücke im Schrank haben, die ich wirklich richtig gerne mag. Mein Kleiderkreisel-Account hat sich gefreut. Genau wie der Mamikreisel-Account. Ein paar Umstandskleider habe ich direkt verkauft, weil ich sie gar nicht getragen hatte. Die anderen Umstandsklamotten sind in einen Karton gewandert. Hauptsache raus aus dem Schrank. Wer weiß, wann und ob ich die noch mal brauche. Die ersten drei Kartons Kindersachen sind auch schon verschenkt. Was nicht alles ist. Lieblingsstücke füllen hier schon zwei Kisten. Wir haben sehr viel noch geschenkt bekommen, also habe ich die Dinge, die ich in den Kleidungspaketen noch ersteigert hatte, aussortiert. Es war gut, so viel zu haben – da musste ich am Anfang nicht so oft waschen.

Am liebsten ziehe ich dem Wolf sowieso die Hosen an, die ich selber genäht habe. Weil sie ihm super stehen und weil ich auch stolz darauf bin, das gezaubert zu haben. Irgendwann traue ich mich an eine Jacke für mich. 

Es ist so schön, wenn man Zeit für Dinge hat, die einem gut tun. Natürlich hat es gedauert, bis sich hier alles eingespielt hat und Routine gibt es eher selten. Mir fehlte das Musikhören sehr – das habe ich erst in den letzten Wochen gemerkt. Das kann ich jetzt, wenn der Wolf im Kinderwagen beim Spaziergang einschläft. Auch habe ich seit Oktober nur ein Buch gelesen – weil mir die Konzentration fehlte. Das kommt jetzt gerade zurück. Schön. 

Mein Mut zum Dinge ausprobieren ist langsam wieder da. Dank blöder Unverträglichkeiten habe ich mich ewig nicht mehr an andere Früchte außer Apfel, Banane, Birne und Kiwi getraut. In geringeren Mengen kann ich aber auch Ananas, Melone, Orange, Erdbeeren und Mango ab! Unfassbar, wie glücklich mich sowas machen kann. Pur Essen ist zwar nach wie vor schwierig, aber im Smoothie geht’s. 

Der Wolf hat mir gezeigt, wie wertvoll Zeit ist. Wie schnell ein paar Wochen und Monate vorbei sind. Wie viel Neues man in kurzer Zeit lernen kann. 

Nicht so viel nachdenken, mehr genießen. Mehr möchten als wollen. Her mit dem schönen Leben! 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.