Gute Nacht, mein Herz V

Mit verbundenen Augen und an der Hand Ihres Liebsten rannten die beiden durchs Schloss. „Ich hab eine Überraschung für Dich!“, rief Er, wären Er lächelnd an den Gemälden vorbei lief. „Warte doch…ich seh doch garnichts…“,sagte Sie etwas unruhig. Doch lies Er sich davon nicht beirren, Er wollte Sie nach draußen führen, es war Vollmond. Das liebte Er, im Mondschein zu sitzen, mit Ihr an seiner Seite. Den ganzen Tag schon hatte Er mit der Planung verbracht. Vor der Küchentür, kurz vor der Tür zum Garten, stoppte Er. „Warte“, Er küsste eine Wange:“Hier“, Er küsste die andere.

Geduldig blieb Sie stehen, wärend Er, den Geräuschen nach, den Kühlschrank plünderte. Glücklich summend tänzelte Er an Ihr vorbei und war schon fast draußen. Er drehte sich um, nahm Ihre Hand und sagte „Komm“. Er öffnete die Tür…“Warte kurz…“ – „Was tust Du denn?“, sagte Sie ungeduldig. „Ich hohle Unsere Mäntel“. Wieder bei seiner Prinzessin, half Er Ihr in den Mantel.

Die Wildrosen waren bereits beschnitten und mit Tannenzweigen bedeckt. Durch den Garten ging es bis zum See, wo die Picknick-Decke lag. Das Gras war kühl und der See ruhte still. Er platzierte Sie auf der Decke und begann Weingläser, eine kleine Vase mit einer Rose aus dem Garten, eine weiter Decke und eine Flasche Wein auszuräumen. „Darf ich die Augenbinde jetzt abnehmen?“, fragte Sie, wärend Sie schon am Knoten nästelte. Der Graf setzte sich neben Sie und nickte. „Warum sagst Du nichts?“ Kichernd öffnete Er den Knoten und Sie konnte in den klaren Sternenhimmel sehen.

Der Vollmond schien auf Sie herab und spiegelte sich im See. „Darf es etwas Wein sein, mein Herz?“ Er nahm die Flasche und setzte am Glas an:“Es ist Eiswein.“ – „Gern“, sagte Sie mit einem lächeln:“Auch wenn mir Glühwein lieber wäre…“. Sie kuschelte sich an Ihrem Grafen und Er legte beherzt die Decke über Sie. „Ich wollte Dir das zeigen…“, sprach Er geheimnisvoll.

Aus dem Grasbüschel am See trat eine kleine, weiß/blau gekleidete Fee, kaum größer als ein Daumen. Gähnen und sich streckend trat Sie weiter vor.  „Das…ist Väterchen Frost, wenn man so will. Also eine seiner Töchter, eine Eisfee“, sagte Er und nippte an seinem Wein. Die Fee schüttelte Ihre Flügel und flog hoch empor, die Beiden sahen Ihr nach. Dann sauste Sie um den Baum, um die Grasbüschel am See und um das Adelspäärchen. Kurz darauf blieb die Fee in der Luft vor der Prinzessin stehen und symbolisierte, die Prinzessin solle die Hand aufhalten. Die Fee führte einen kleinen Tanz auf und es schneite in die Hand der Prinzessin. Der Graf hohlte indes eine winzige Phiole aus dem Picknickkorb. Er nahm eine der Eiskristalle und setzte diese in die Phiole. „Meine Schöne, als andenken an diesen Abend, trage diesen Kristall bei Dir“, sprach Er sanft und ruhig, als Sie das Amulett mit funkelnden Augen betrachtete. „Eine wundervolle Nacht, Danke, mein Herz“, sagte Sie mit einer wärme, die den nun rieselnden Schnee fast zum schmelzen brachte. Sie küssten sich, wärend die kleine Fee glücklich durch den Garten surrte um dem Schnee zu zeigen, wo Er landen solle. Die ganze Nacht saßen Sie eingekuschelt in die Decke am See, betrachteten die Sterne und den Mond und genossen die Zweisamkeit…

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