Deichbrand 2011 – das war grauenvoll.

Bin wieder da. Nach einer Dusche und Schlaf im kuscheligen Bett geht es mir auch wieder viel besser. Es wird keinen ausführlichen Festivalbericht geben. Das hier wird ein reiner Meckerpost. Weil es nötig ist. Vorweg: Ich war noch nie auf einem Festival, welches so schlecht organisiert war. Einfach grauenvoll. Vermutlich kommt das jetzt so rüber, als wenn ich völlig abdrehe. Aber mal im Ernst – nach Duisburg bekommt jedes Festival jede Menge neue Auflagen und hier ist alles viel schlimmer als es bei den anderen überhaupt jemals nur ansatzweise so war? Da kann doch was nicht stimmen!

Ich habe einfach mal den Geländeplan mit Nummern versehen. Macht das Erklären etwas einfacher. Fangen wir einfach mal bei meiner Nummer 1 an: Green Camp. Eigentlich ja eine ganz feine Sache. Nur – es war nicht dort, wo es eingezeichnet ist. Sondern bei der zweiten eins, hinter der Autobahn. Fußweg bestimm 20 Minuten, mit Gepäck 30. Dahinter befand sich auch der Parkplatz Südost – von deren Existenz keiner wusste. Als die normalen Campingplätze voll waren, wurden alle Camper wieder zurück zum Green Camp geschickt. Nett, oder? Das einzige positive daran war eigentlich, dass sie an allen vier Seiten des Camps 7 Dixis und zwei Toilettencontainer hatten. Abgesoffen sind sie wohl auch dort. Weiter mit Nummer 2: Parkplatz. Wir sind auf Parkplatz Süd gelandet und hatten damit ziemlich Glück. Der Weg zum Camp war okay, wir haben allerdings auch nicht allzu weit auf dem Gelände gezeltet. Allerdings versank der Parkplatz Sonntag dann völlig im Matsch. Gegen das Wetter kann natürlich keine Festival-Orga was unternehmen – aber wenn schon Holzspäne an matschigen Stellen verteilt werden – warum dann nicht auch an der Stelle direkt vorm Eingang? Es sind dort sooo viele Autos stecken geblieben. Möchte nicht wissen, wie das Montag war. Die Holzspäne waren übrigens eine hervorragende Idee! Allerdings auch irgendwie die einzige. Der Parkplatz war noch dazu fast komplett dunkel. Dunkel. Matsch. Juchu. Aber auch ohne Matsch – einen komplett dunklen Parkplatz ohne Hinweistafeln zum Eingang/Ausgang – bedenklich. Nummer 3: Unser Camp. Ungefähr dort haben wir gecampt. Direkt am Weg, kurz vor Ende des Campinggrounds. Dahinter fing ein Maisfeld an. Wir bauten unsere Zelt auf einem Stoppelfeld auf. Sandboden. Jegliche Heringe sind bei leichtem Luftzug aus dem Boden geflogen. Es hat gestürmt ohne Ende. Nachdem mir Samstagmorgen das Zelt um die Ohren geflogen ist, habe ich abgebaut und die Nacht darauf im Auto geschlafen. Es war sowieso abartig laut auf dem Campinggelände. Und auch hier komplett dunkel. Keine Scheinwerfer, nichts. Nummer 4: Einlass Gelände. Wir hatten die Wahl unten um das Gelände über den Campingplatz zu gehen oder oben rum auf befestigtem Weg. War ungefähr gleich weit zu laufen. Bei den großen Bands war ich überall schon vorher af dem Gelände – ich möchte nicht wissen, wie lang die Schlangen am Einlass sonst waren. Es waren vier oder fünf Schleusen dort. Daneben ein Ausgang der ungefähr 3m breit war. Gedrängelt wurde schon bei wenig Andrang. Das war alles andere als schön. Die Ordner haben eigentlich nur nach den Bändchen geschaut, abgetastet wurde ich nicht einmal. In die Taschen schaute man nur am Anfang. Also hatten auch quasi alle Besucher nicht nur die erlaubten Tetrapaks sondern auch jede Menge Dosen mit auf dem Gelände. Nun ja. Nummer 5: Weg zum Parkplatz. Hinter dem Gelände mussten alle Besucher lang, die zum Green Camp wollten, zu den Parkplätzen oder zum normalen Campingplatz. Der Weg war meist 2m breit, an einigen Stellen durch Bauzäune aber auch mal eben nur 1m. Geschiebe und Gedränge, vorallem am Sonntag, weil die Müllsäcke für den Müllpfand am Eingang Nord abgegeben werden sollten. Warum haben sie die paar Nightliner nicht einfach zwei Meter weiter gestellt? Verstehe ich einfach nicht. Platz war dort defintiv genug. Außerdem war der ganze Weg komplett unbeleuchtet. Es war einfach stockdunkel. Nebenan gleich ein Feld. Das geht einfach gar nicht! Parklplätze und Campingplätze nicht zu beleuchten ist eine Sache – aber den Weg? Gerade bei den ganzen stockbesoffenen Menschen halte ich das für ein sehr großes Risiko. Nummer 6 &7: Toiletten & Duschen. OMG. War das ekelhaft. Es gab für den ganzen Campingplatz 20 Dixis. Plus 6 Container auf dem Festivalgelände. Die Container, die es auch beim Mera gibt und die dort immer recht gut sauber gehalten sind und an denen sich dort praktische Schlangen bilden. Das war hier aufgrund des fehlenden Platzes einfach nicht möglich. Unbeleuchtet waren sie auch. Außerdem sind diese Container in den ganzen Tagen nicht einmal sauber gemacht worden. Bei Schlamm und Regen sahen sie dann nachher auch dementsprechend aus. Wenigstens die Dixis wurden ab und an gereinigt – aber bei der geringen Zahl für knapp 14.000 Camper hat das nicht viel gebracht. Ich weiß nicht, ob es noch irgendwo weiter hinten auf dem Campingplatz Dixis gab – gesehen habe ich keine. Selbst auf dem Hörnerfest waren mehr Dixis! Noch nie habe ich mir so sehr gewünscht, ein Mann zu sein. Die sind dann immer schnell ins Maisfeld. Während wir Damen die 10 Minuten zu den Dixis laufen durften. Ich habe auch noch nie so viele männliche Geschlechtsteile gesehen. Man dreht sich natürlich kackfrech um, wenn man direkt neben unserem Camp an den Zaun pisst. Bäh. Duschen kosteten noch mal 2€ – finde ich schon ganz schön dreist. Die Karten sind schon teuer genug geworden – okay, im Vergleich zu andere Festivals war das eher günstig, aber trotzdem! Dann soll doch die Karte einfach 5€ mehr kosten, dafür dann bitte mehr Klos und kostenlose Duschen! Nummer 8: Festivalgelände. Es war irgendwie ziemlich klein. Bei guten Wetter hätte sich das Glände bestimmt gut zum chillender Weise Bands hören geeignet. War ja aber nicht. Ungefähr da, wo meine 8 gelandet ist, war das größte Nadelöhr. Nach In Extremo wollte ich zu den Toiletten – und bin dort fast zerquetscht worden. Alle drücken von vorne, von hinten, von den Seiten. Noch dazu mega besoffene Spacken rundherum. Kurz vor Panik habe ich es dann doch an der Seite rausgeschafft. Mit einer geschickt platzierten Schleuse um den Ein-/Ausgangsbereich etwas zu trennen, wäre das nicht passiert.

Noch ein paar allgemeine Gedanken, dann höre ich auch auf.

Security: Es gab unheimlich viel Security – nur kaum jemand mit Ahnung. Wenn man eine einfache, berechtigte Frage stellte, wurde man schon angeraunzt dafür. Kompetenz? Kaum vorhanden. Eingänge wahllos öffnen und schließen und dann die Besucher anpampen, warum sie denn falsch gehen. Toll.

Eingang: Personalausweis! Warum denn das? Meine Schwester hatte ihren nicht mit – aus Angst vor Schusseligkeit das Ding zu verlieren. Ihr wollten sie erst gar kein Bändchen geben. Zur Alterkontrolle – meinetwegen. Aber dann hätten sie ihr ja beide Schnippsel abschneiden können und sie quasi als „unter 16“ reingehen lassen können. Nun ja. Bisschen diskutiert und sie hat ihr Band bekommen. Es steht btw nicht auf der Homepage, dass der Perso gebraucht wird. Hatte ich bisher auch noch nie. Die Alterskontrolle über die Bändchen ist auch eher nicht passiert. Es reicht immer, wenn die Ordner kurz das Orange gesehen haben.

Polizei: Schön, dass so viel Polizei vor Ort war. Aber müssen sie mit ihren Pferden wirklich über den Campingplatz und aufs Festivalgelände? Die Tiere waren unheimlich nervös und es war wirklich sehr anstrengend für sie. Muss dass denn sein? Eines der Pferde hatte sich auf dem Campingplatz mit dem Huf im Absperrband verheddert – man merkte, wie es panischer wurde. Auch am Sonntagabend sind sie mit den Pferden auf dem Gelände gewesen – beim Soundcheck für Die Happy. Zum Glück nur ganz kurz.

Menschen: Ich bin noch nie so oft und so dumm angemacht worden, wie an diesem Wochenende. Ich habe blaue Haare – na und? Wayne? Es waren so viele Besoffene unterwegs – die teilweise nicht mal mehr stehen konnten. Das war echt bäh. Grufties trinken irgendwie immer nur so viel, dass sie auf ihren Plateauschuhen noch laufen können. Das Publikum war Szenemäßig sehr gemischt – vereinzelt Grufties, Metal, Alternative, Indie, Rock, Hip-Hop – trotzdem wurde verdammt viel gelästert. „Wie scheiße siehst du denn aus?“ – „Geh nächstes mal außen rum, so was Hässliches soll nicht vor unserem Zelt laufen!“ – „Kommst du vom Friedhof, oder was?“ Ging nicht alles gegen mich, einfach aufgeschnappt.

Ach ja, Bands waren auch da. Gesehen habe ich Freitag kurz Frida Gold – tolle Stimme! Donots – gerockt. Bullet for my Valentine – viel zu leise. Samstag: Bosse – großartig wie immer! Kettcar – einfach hach. In Extremo – mein Highlight, auch wenn sie zehn Minuten vor angekündigtem Beginn angefangen sind und ich deswegen zwei Lieder nur auf dem Weg hören konnte. Pennywise – fand ich schlecht, habe nur ganz kurz reingehört. Guano Apes nur gehört – war irgendwie auch nicht so. Sonntag: Skunk Anansie – Wow! Bad Religion – geil! Die Happy – gerockt! Die Fantastischen Vier – absolut würdiger Abschluss, da war es dann auch sowas von egal, dass wir patschnass waren, die waren mal wieder großartig!

Das ganze Festival ist wohl zu schnell zu groß geworden. Man hätte definitiv 3000 Karten weniger verkaufen sollen. Mindestens. Dann ist es halt früher ausverkauft – na und? Und wenn es nicht genug Geld ist – macht die Karten halt teurer! Aber hört gefälligst auf an der Sicherheit zu sparen!

Also, wenn jemand zum Deichbrand fahren möchte – dann macht das bitte nur der Bands wegen! Für schönes Campen und mit Freunden feiern – sucht euch da lieber ein anderes Festival.

11 Gedanken zu „Deichbrand 2011 – das war grauenvoll.“

  1. Also alles nicht schön …tut mir leid für Dich. Ich bin ja sehr gespalten was solche Festivals angeht, ich habe das auch schon gebloggt und teilweise harsche Kritik anhören müssen. Diese „gemischten“ Dinger sind aus meiner Sicht ein Ausbund an Kommerz und Beliebigkeit. Es wird alles zusammengepackt, was dementsprechende Verkaufszahlen hat und dann steht der Gruftie neben dem Hiphopper …das ist mein ganz persönlicher Alptraum. Nein, nix für mich, von mir aus nennt man mich intolerant, aber hier geht’s nur darum, die schnelle Mark zu machen…

    1. Ich war eigentlich auch nur als Begleitung für meine Schwester mit, deren Freund dann doch noch mitkam. Werde es definitiv nicht wieder mache 😉

  2. Oh gott, das hört sich echt grausam an. Tut mir echt leid, ich glaube, ich wäre direkt wieder nach hause gefahren.
    Und stimmt, gruftis trinken und verhalten sich irgendwie anders. Ich mag auch nie wieder auf ein nicht schwarzes festival.

    ich hoffe, mera wird besser für dich 🙂

    1. Wäre ich auch gerne. Aber da meine Schwester ja noch bleiben wollte… Außerdem wollte ich Bad Religion sehen 🙂 Aber das wird definitiv mein einziges buntes Festival gewesen sein.

  3. als kleine anmerkung bzgl der kontrolle der bändchen, jene wurden durchaus auch auf das pinke und türkise ende überprüft. allerdings is zu beachten das die jugendschutzbestimmungen erst ab 2400 uhr gegriffen haben und somit vorher der einlass nicht angehalten war hierauf zu achten!
    zur kompetenz, man kann nur dann antworten geben wenn man informationen hat. wenn die nicht vorhanden sind, bzw denen auf dem festival ground eingesetzen secus eine frage zum camping gestellt wird so darf man nicht erwarten hier eine konkrete antwort zu bekommen. ausserdem muss man sich auch als gast einfach mal ueberlegen wie penetrant man die security in der eingangskontrolle mit fragen löchert waerend diese versuchen die sicherheit der gäste zu gewährleisten!
    ein abschliessendes wort noch zu den schlangen im eingangsbereich, ich kann sagen das sich die schlangen in grenzen hielten. es wurden bei groesserem aufkommen am eingang mehrere schleusen geoeffnet um den durchfluss zu erhoehen. ausserdem wurden die schleusen zum ende des tages alle geoeffnet bzw waren den gesamten tag so gestellt das sie im panikfall nach aussen hin aufschwingen konnten!
    (ausgangsbreite uebrigens 2 x 2,5m)

    ansonsten… ich wuerde dir gerne noch haeufiger wiedersprechen… aber leider hast du nicht ganz unrecht was die gesamtsituation angeht…!

    1. Danke für deinen Kommentar 🙂
      Nun ja, dann war das mit den Bändchen auch eher immer nach meiner Zeit. Um die Zeit bin ich nicht mehr durch die Schleusen bzw das eine Mal, als ich es bin, kontrollierten die Ordner nicht nach Farbe.
      Natürlich kann man nur Antworten geben, wenn man Ahnung hat – aber man kann dann auch an andere Leute verweisen, die Ahnung haben. Das war nicht mein erstes Festival, genau genommen Nummer 14 als Besucher. Bis jetzt konnten die Ordner immer freundlich sein und mich dorthin verweisen, wo ich meine Antworten bekam. Egal bei welchem Wetter. Ich hab auch nur mit welchen gesprochen, die wirklich gerade Zeit hatten 😉
      Für die Anzahl der Gäste war meiner Meinung nach der Eingangsbereich zu klein. Beim Mera Luna zB gibt es viermal so viele Schleusen bei knapp 3000 Besuchern mehr. Wobei mich auch mal die wirkliche Besucherzahl interessieren würde. Es waren ja nichtmal genug Bändchen für alle da.

      Wie gesagt – es ist halt meine subjektive Meinung. Ich fands schrecklich.

  4. zur info am eingang wurde kontrolle gemacht und die für eine ansicht sogar sehr gut wennig stau und sauber und schnell gearbeitet.klar das man nicht bei alle 20.000 besuchern alles findet aber das meiste wurde gefunden. wie man auch gesehen hat am eingang. was die wc und duschen angeht gebe ich dir voll kommen recht genauso wie die beleuchtung und die zu fahrt zu den parkplätzen war einfach nur mies .ansonsten war das fest bist auf ein paar kleinig keiten ganz i.o.

  5. @Conni …sorry, aber bei einem solchen Festival verlange ich einfach, dass die Security umfassend informiert ist. Schließlich sind sie die Aushängeschilder der Veranstalter und deren vorderste Front. Es ist nur natürlich, dass man gefragt wird, wenn man in der ersten Reihe steht und mit einem „Du-gommst-hier-nit-rein-Gesicht“ seine Arbeit verrichten soll. Beim WGT oder auch beim M’era Luna hat es lange gebraucht bis die Security diesen Habitus abgelegt hat und zum vollwertigen und kompetenten Dienstleister (zumindest meistens) gegenüber dem zahlenden Besuchern wurde.

    Aber vielleicht ist das ja bei einem „bunten“ Festival auch gar nicht notwendig, wenn ich sehe wie die Bunten hier an den einschlägigen Clubs Schlange stehen und sich untertänig gegenüber dem Türsteherregime verhalten. Vor einer Gruftielocation stehe ich niemals an, es sei denn an der Ticketschlange 🙂

  6. hallohallo,
    ich bin bereits das 5. jahr in folge da und kann mich nicht dran erinnern, dass in einem der jahre kein chaos geherrscht hat.
    Die Wettersituation in Cuxhaven ist einfach instabil, man muss eigentlich mit Temperaturen zwischen 40 Grad und -5 Grad, Schneeverwehungen und Fußball-großen Hagelkörnern, Dürre und Überschwemmungen rechnen… das ist so extrem, dass man nicht auf alles reagieren kann. Ich erinnere mich ans Jahr 2009, als der Campingplatz etwa 20 Zentimeter unter Wasser stand und das Festival beinahe abgesagt wurde, weil das Wetter zu krass war. In diesem Jahr: Sturmwarnung.
    Es hätte nur ein klitzekleines bisschen stürmischer sein müssen, dann wäre das DB abgesagt worden.
    Würde sich das Festival nun in eine bestimmte Richtung entwickeln (nur Gothic, nur Hardrock, bla bla), wäre das Publikum, das Interesse an dem Festival hat, nicht so breit gefächert. Besonders nach dem Jahr 2009 wäre das Festival tot gewesen, weil jeder gesagt hätte „Boah, nää… Darauf hab ich keenen Bock mehr“.

    Zum Thema Sicherheitsdienst:
    wie soll ein Sicherheitsdienst Fragen beantworten, deren Antworten nicht einmal die Veranstalter selbst kennen…?! Klar, wir können uns gerne hinstellen und in den Abend hineinphilosophieren, aber damit ist auch niemandem geholfen. Uns stand das gleiche Material zur Verfügung (kleines Festival-Heftchen) zzgl einiger Zusatzinfos, die bereitwillig geteilt wurden.

    Was die Eingangskontrollen angeht:
    Auf der einen Seite beschwert ihr euch, dass soviel kontrolliert wurde, sich lange Schlangen gebildet haben und bla, auf der anderen Seite verlangt ihr, dass die Sicherheit auf dem Gelände gewährleistet wird und niemand gefährliche Gegenstände mitbringt…
    Fakt ist, dass Personen, die uns auffällig erschienen, das gesamte WE über kontrolliert wurden. Wenn jemand etwas mit aufs Festivalgelände mitbringen möchte, dann schafft der das auch, nur ein kleiner Gedankenanstoß:
    Wenn das Festivalgelände (in diesem Fall die Klo-Container direkt am Eingang) direkt an einen öffentlichen Zufahrtsweg grenzt, dann kann da jeder etwas durchreichen, von der Nagelfeile bis zum Leopard-Panzer… Auch in Fußballstadions landen immer wieder Dinge, die dort nichts zu suchen haben und da sind die Sicherheitsbestimmungen deutlich höher.

    Die Ausgangssituation war etwas unglücklich (durch den Standort der Klos), das stimmt. Jedoch hat der Aufbau der Schleuse eine einfache Funktion, die bei einer Panik die möglichen Gefahren reduziert: Durch die schmalen Eingänge, die bei der Abreise geöffnet werden, entsteht eine Personenvereinzelung, so dass sich kein Druck aufbauen kann, der zu Verletzungen oä führt. Selbst wenn jemand in der Schleuse stürzt, können die nachfolgenden Personen problemlos stoppen, da der Druck in erster Linie auf die Konstruktion der Schleuse wirkt und nicht auf die Menschen selbst.
    Auch im Bereich des Festivalgrounds wurden Veränderungen vorgenommen (Umbau des Wellenbrechers etc) um die Sicherheit der Besucher zu gewährleisten.

    und was unser Verhalten angeht … ich kann einfach mal aus meiner persönlichen Erfahrung sprechen:
    Wie es in den Wald hineinschreit … ich habe lange nicht mehr so viele Besucher gesehen, die mich (nach ihrer subjektiven Einschätzung bestimmt sehr freundlich) angesprochen haben nach dem Motto: „Ey du Kackvogel, wo gehts hier zum…“ oä… ihr müsst immer im Hinterkopf haben, dass für euch das Festival sehr lang, hart und anstrengend ist … für uns Secus aber noch etwas länger und härter. Wenn ihr keine Lust mehr habt gehts ins Bett, wenn ihr nass seid ins Zelt, wenn ihr friert gibts noch nen Schnapps.
    Ich habe während des gesamten Festivals über etwa 15 Minuten lang trockene Sachen angehabt (abgesehen von der Zeit in der Poofe), gefroren hab ich durchgängig (okay, eigene Doofheit, das geb ich zu ^^)

    mir ist egal, wie man sich mir gegenüber verhält, ich verlange weder Untertänigkeit noch dass man mich allzu Ernst nimmt, aber ich kann verlangen, dass man mich als Mensch respektiert und, wenn ich etwas (in der Regel sinnvolles) sage, man sich auch daran versucht zu halten…
    Und auf Sätze wie „Es tut mir leid, der Parkplatz Süd ist gesperrt, weil die Zufahrtswege sonst komplett verschlammen und die PKWs stecken bleiben“ mit einem „ich campe da, jetzt verpiss dich sonst fahr ich dich um“ beantwortet werden … das finde ich, pardon my french, ziemlich abgefucked!!!
    Dieses WE wäre ich viermal beinahe überfahren worden, einmal ist mir nen Auto über meinen Fuß (glücklicherweise Sicherheitsschuhe) gerollt, der Fahrer hat Gas gegeben und ist abgehauen… Mal ganz platt gefragt, wo is da die Kompetenz der Besucher? Wo ist da das geforderte gute Verhalten von Festival-Besuchern?
    Ich mache den Job weil es mir Spaß macht und ich mein Studium finanzieren möchte … nicht weil ich mir darüber meine Befriedigung holen möchte, indem ich andere Leute schikaniere.

    1. Hallo 🙂
      Danke für deinen Kommentar – auch mal interessant, von der „anderen“ Seite zu lesen.

      Nun ja, für das Wetter kann halt echt keiner was – bei uns im Nachbarort ist das Wattstock komplett abgesagt worden.
      Für die Gruftschnecken ist ja inzwischen kaum noch was dabei – das Line-Up 2009 hätte mich sehr interessiert, aber da war es zeitlich nicht möglich. Welche Bands nun spielen ist ja im Grunde auch egal – solange einfach jeder für das akzeptiert wird, was er ist.

      Das ist ehrlich gesagt eine Sauerei. Ich bin mit Helferin bei einem kleinen Festival hier – da wissen alle(!) über die wichtigen Dinge Bescheid – oder sie wissen zumindest, an wen man die Besucher verweisen kann. Es ging hier um einfach Fragen wegen Müllpfand, Standort Green Camp und totale Verwirrung mit dem Plan. Das waren alles Dinge, die meiner Meinung nach der Festivalcrew einfach bekannt sein müssen.

      Mir ging es eher um die Anzahl der Schleusen an sich und un das, was vor den Schleusen im Gewühl so passierte. Ich kenne es einfach, dass man ordentlich in Reihen ansteht. Aber das scheint außerhalb von Gruftiefestivals nicht der Fall zu sein. Wenn man es erst in die Schleuse geschafft hat, war ja auch alles soweit okay.

      Natürlich gehört jeder respektiert! Und so ein Verhalten ist einfach unter alles Sau. Arschlöcher gibt es überall. Aber man geht doch zu einem Festival um Spaß zu haben. Teile unserer Leute mussten auch weit weg parken – aber niemand hat ihnen gesagt, warum! Das ist dann auch wieder ein Problem der Informationsflut.
      Auf unserem Festival helfe ich aus Spaß. Wir machen das alles so. Weil ich Lust darauf habe. Aber gerade wenn man dafür bezahlt wird, sollte definitiv mehr Informationen zu euch durchsickern.

      Als normaler Festivalbesucher erfährt man doch sowas gar nicht. Und unter solchen Bedingungn würde ich dort nicht arbeiten wollen. Hut ab, dass du das so machst.

  7. Hi!

    Du bist Google-Treffer Nummer 3, wenn man „Deichbrand Geländeplan“ googlet, deshalb bin ich hier gelandet, obwohl der Artikel ein Jahr alt ist.

    Also, kurz gesagt, ich werde dieses Jahr hinfahren und… mich hat der Artikel nicht abgeschreckt, obwohl es ein reiner Meckerpost ist. Die nicht beleuchteten Bereiche und die schmalen Wege machen mir etwas Sorge. Aber. Mal auf nem richtig großen Festival gewesen? Hurricane? Oder gar Rock am Ring? Ersteres für Abhärtung in Sachen Campingplatz, zweiteres für Abhärtung in Sachen Gedränge. Meine letzte Nacht auf dem Hurricane dieses Jahr habe ich auf meiner Isomatte verbracht, halb draußen liegend, die Isomatte schwamm quasi im Zelt. Der Campingplatz ist ein abgeerntetes Feld, anscheinend ähnlich wie beim Deichbrand, drei Tage Regen, weißte Bescheid. Und Rock am Ring ist einfach auch gewachsen, aber eine Hausnummer größer. 83000 Menschen da, 70000 wollen Metallica sehen, hurra.

    Sanitäranlagen… beim Open Flair gibt es auf Camping- wie Festivalgelände nur Dixis. Hurra. Ich gebe zu, für Frauen ist das echt blöd. Vielleicht bin ich auch generell nicht so anspruchsvoll. Aber wenn ich auf ein Festival fahre, erwarte ich, dass es eklig, nass und brechend voll wird; liegt vielleicht daran, dass ich nix anderes gewohnt bin.

    Was mir aber wirklich Sorgen macht, sind deine Kommentare zu den Besuchern. Ich mein. Du bist ernsthaft wegen blau gefärbter Haare blöd angemacht worden? WHAT THE FUCK? Es gibt doch normalerweise nix toleranteres als Festivalbesucher. Ich hab rote lange Haare, nen Vollbart und bin Vegetarier – im normalen Leben stecke ich jeden Tag Dutzende blöde Kommentare ein, auf Festivals laden mich meine Nachbarn zum Grillen ein und nennen mich Jesus. Wenn das beim Deichbrand nicht so ist… ganz ehrlich, das würde mir die Laune versauen, selbst wenn alles andere gut laufen würde.

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