img_8533.jpg

Gothic Friday Juli 2016: Eure Rückzugsräume, Lieblingsorte und Sehnsuchtsziele.

Diesen Monat geht es um Orte. Sehnsuchtsorte. Alltagsausbruchsreiseziele. Mehr Beiträge gibt es hier auf Spontis.de.


Eigentlich muss ich gar nicht viel nachdenken. Auf dem ersten Platz der Liste steht ganz klar mein Meer.  Die Nordsee. Liegt direkt vor mener Tür, mit Auto sind es zehn Minuten. Einfach den Alltag Alltag sein lassen und spazieren gehen. Oder einfach auf der Bank sitzen, Möwen kreischen hören und den Sonnenuntergang betrachten. Es gibt für mich wirklich nur dort diese tiefe Zufriedenheit. Das Meer nimmt – das Meer gibt. Damit ist eigentlich gemeint, dass wir uns hier immer vor Augen halten sollen, was wir dem Meer an Fläche genommen haben und was es sich durch Sturmfluten zurück holt. Mir nimmt das Meer aber sehr oft die Traurigkeit, Hektik und Sorgen aus dem Alltag. Gibt mir Gelassenheit. Ich kann so viele Dinge doch gar nicht ändern, also nehme ich sie einfach hin und mache das Beste daraus. Ebbe und Flut. Das Meer kommt und geht. Immer wieder. Selbst im Urlaub bleibe ich am Liebsten am Wasser. Neben dem alten Meldorfer Hafen ist der Strand von Nørre Lyngby mein Ort. So viel anders und doch dasselbe Meer.


Wir wohnen da, wo andere zu gerne Urlaub machen. Wenn ich morgens zur Arbeit fahre und über den Felder die Windräder sehe, bin ich imer wieder sehr verliebt in diese Gegend. Es ist unglaublich schön hier. Natürlich wird man irgendwann betriebsblind, wenn man das jeden Tag hat. Aber ab und zu trifft mich das mit voller Wucht.

Bei manchen Orten geht mir das auch so. Hamburg und Leipzig zum Beispiel. Oder Zell an der Mosel. Da war ich schon sehr oft, bin aber trotzdem immer wieder gerne dort. Weil es immer etwas Neues zu entdecken gibt. Es tolle Städte sind. Sie totale Abwechslung von unserem platten Landleben bieten. Ein paar Tage bin ich da sehr gerne.

Auf meiner Sehnsuchtsliste stehen auch noch ein paar Orte, in denen ich bisher nicht war. London und Prag zum Beispiel. Oder Utrecht. Oslo. (Vielleicht auch New York, aber ich glaube, da komme ich dieses Leben nicht hin.)


So gerne ich auch an anderen Orten bin: Meldorf und das Meer ist mein Zuhause. Eigentlich möchte ich hier nicht weg müssen.

Gothic Friday 2016 Juni: Zu Pfingsten in Leipzig – Festival(v)erlebnisse.

Oh, Festivals. Ein schönes Thema. Gesammelte Beträge wie immer hier bei Robert zu finden.

Ich liebe Festivals. Also die Zeit vorher, die Planungen, die Aufregung, die Vorfreude. Welche Bands spielen? Kenne ich welche nicht? Sind die vielleicht total interessant? Was nehmen wir mit? Wer kommt alles mit? Zelt, Hotel oder Auto? Was zur Hölle ziehe ich an? Wie wird das Wetter? Die Fahrt dorthin. Das Kribbeln, wenn die Rastplätze immer schwärzer werden. Das Erspähen anderer schwarzer Autos. Die Dichte der Kennzeichen mit 666. Ankommen am Ort der Veranstaltung. Hotel oder Parkplatz suchen. Schlange stehen. Bändchen tauschen. Zimmer beziehen oder Zeltplatz suchen. Neue Leute treffen. Freunde endlich wieder in die Arme schließen. Spaß haben!

Warum fährst Du zum WGT? Oder warum fährst Du nicht?

Weil es inzwischen wirklich ein Familientreffen für mich geworden ist. Ich mag die ganze Stimmung in Leipzig, das Bummeln im Heidnischen Dorf, wie man immer wieder Bekannten über den Weg läuft. Die Konzerte machen es dann noch zu etwas Besonderem. Viele Menschen treffe ich leider nur 1x im Jahr – aber dann ist die Zeit umso schöner. Dadurch, dass es nicht ein großes Festivalgelände gibt, ist es mit dem Wolf auch sehr gut machbar. Eine ruhige Stelle findet sich immer und das Hotel war auch schnell erreicht. WGT ist also Familienfreundlich.

Wie war Dein letztes WGT?

Super schön. Die Herzmenschen dabei, andere getroffen, neue kennengelernt – Wetter war auch einigermaßen, mit dem Wolf hats gut geklappt. Ein paar Konzerte gesehen, gebummelt…

Wie Dein erstes?

Ganz anders als irgendwie vorgestellt. Ich war mit meinem Exfreund dort und er hatte einen ziemlich straffen Plan, welche Band er wann und wo sehen wollte. Ich bin deswegen viel alleine unterwegs gewesen und habe den Welle:Erdball-Film im Kino gesehen, war auf spontanen Twittertreffen und habe mich durch Leipzig treiben lassen. Da habe ich dann die ersten Menschen getroffen, die ich heute noch sehr sehr mag. Ich bin dankbar, dass mein Ex mich mitgenommen hat – sonst wäre ich wohl bis heute nicht dem WGT-Zauber erlegen. (Haha. Natürlich. Es hätte warscheinlich nur ein, zwei Jahre länger gedauert.)

Was ist Dein schönstes Festivalerlebnis?

Freunde treffen ist eigentlich immer so mit das schönste Erlebnis. Ewig lang draußen sitzen und zusammen Geschichten erzählen – dabei Wein trinken, das ist so ein bisschen meine liebste Mera-Erinnerung. Oder wie wir in Köln im Beachclub lagen, hinter uns spielte And One und die Sonne ging gerade unter… Schön war es auch beim Plague Noire abends auf der Party im Speisesaal – das war irgendwie bizarr durch die helle Aufmachung der ganzen Anlage und die schwarzen Menschen, die dort waren.

Was war Dein eindrücklichstes Konzert?

Deine Lakaien auf dem Plage Noire 2009. Akustik Set und einer der Auftritte, die mich vollkommen in den Bann gezogen haben.

Covenant auf dem Amphi 2011. Leider habe ich sie bis jetzt noch nicht wieder live sehen können.

HIM auf dem Mera Luna 2013. Gänsehaut noch immer.

Und: welche Festivals sind noch Teil Deines schwarzen Planeten?

Lange Jahre war es das Mera Luna. Von 2008-2013. Die letzten beiden Jahre waren wir nicht dort – hochschwanger wollte ich nicht, mit 9 Monatswolf konnte ich nicht. Dieses Jahr wird es auch nichts, wir kommen an dem Wochenende gerade aus dem Urlaub zurück. Mir fehlt das Mera. Das Campen. Die Musik. Naja, nächstes Jahr vielleicht.
(Eventuell fahre ich dieses Jahr. Das wäre wirklich schön.)

Ansonten war ich schon 2x beim Amphi, dorthin zieht es mich aber eher weniger. Mit Hostel war es okay, mit Zelten schrecklich. Das Blackfield war klasse, da wäre ich gerne noch mal hin. Gibt es ja leider genau wie das Plage Noire nicht mehr. Beim Deichbrand war ich 1x – Katastrophe. Ob es jetzt am Festival, am Wetter oder am komplett anderen Publikum lag – ich weiß es nicht. Zum Hörnerfest war ich ebenfalls 2x – das war sehr niedlich und echt schön. Allerdings sehr Metal-lastig, was nicht so ganz meins ist.

Ein bisschen Kribbeln ist da noch, wenn ich an das Hurricane denke. Vielleicht möchte ich irgendwann dort auch noch mal hin. Allerdings sind die Gruftie-Festivals mit 25.000 Menschen eigentlich schon wühlig genug. Es müssen nicht noch mehr sein.

Mai 2016. Quasi heute.

Gothic Friday Mai 2016: Schwarz wie Ebenholz und weiß wie Schnee.

War ich sonst immer schnell mit dem Beitrag, muss ich dieses Mal die Teilnahmezeit fast ausreizen. Dank WGT, Urlaub und krankem Kind, gibt es erst jetzt was zu lesen. Mehr Einträge hier bei Robert.

Das optische Zelebrieren des Gruftieseins also. Schwarz und fertig – oder wie? Bei mir wohl eher nicht. Nur schwarz mag ich zwar auch -aber das ist mir irgendwie ein bisschen zu langweilig. Ich liebe Farben! Allerdings wohldosiert und in winzigen Mengen.

Wie hat sich euer Stil über die Jahre verändert?

Da lasse ich doch mal Bilder sprechen. Für die richtige Reihenfolge kann ich nicht so ganz garantieren, meine digitalen Bilder reichen nur bis 2009 und um bei meinen Eltern in den Festplatten zu wühlen fehlt mir leider die Zeit. Deswegen ein paar Bilder abfotografiert.

Mein Stil wanderte zwischendurch kurz auch Richtung Military, davon habe ich aber jetzt keine Bilder gefunden. Das war allerdings auch nur kurz der Fall. Im Grunde trage ich auch jetzt noch Stücke, die ich bereits seit zehn Jahren im Schrank habe.

img_7874.jpg
Zum 18. bekam ich drei Fotoalben – das ist die Titelseite. Das untere Foto ist im Mai 2006 entstanden. Im Juli ließ ich mir die Haare sehr kurz schneiden. Das bereue ich heute noch.
Weihnachten 2006.
Weihnachten 2006. Da waren die Haare schon wieder etwas länger.
img_7881.jpg
2008?
Schminkübung oder so.
2009 Schminkübung oder so.
Auf dem Plage Noire.
Auf dem Plage Noire 2009.
Auf meinem ersten WGT, 2010.
Auf meinem ersten WGT, 2010.
img_7880.jpg
Kurz nach dem WGT.
Mai 2010.
Oktober 2010. Nur echt mit Sprühluftschlangen von Welle:Erdball. (Bei diesem Konzert war der Liebste auch – nur fingen wir erst ein paar Tage danach wieder an zu schreiben. Wir standen fast nebeneinander. Auf meinen Konzertfotos ist er sogar drauf.)
Dezember 2010.
Dezember 2010.
März 2011.
März 2011.
EisPrinzessin 2.0, fürs WGT 2011.
EisPrinzessin 2.0, fürs WGT 2011.
img_7931.jpg
WGT 2011.
Ebenfalls 2011.
Ebenfalls 2011.

 

Dänemark 2011.
Dänemark 2011. Mein Alltags-Ich ist inzwischen auch mehr oder weniger komplett schwarz. Immer öfter mit Kleid.
img_7933.jpg
Mera Luna 2011.
Cave Control 2012.
Cave Control 2012. Irgendwann Ende 2011 habe ich mich von meinem bunten Pony verabschiedet. Dafür hatte ich noch zwei Strähnen an der Seite, die blondiert waren. Aber auch nicht mehr lange.
Vampirdiner 2012.
Vampirdiner 2012.
Ätherzirkus 2013.
Ätherzirkus 2013.

 

WGT 2013.
WGT 2013.
Unsere Hochzeit 2013.
Unsere Hochzeit 2013.
Hochzeitsoutfit bei der Modenschau eine Woche nach der Hochzeit.
Hochzeitsoutfit bei der Modenschau eine Woche nach der Hochzeit.
WGT 2014.
WGT 2014.
Solange der Bauch noch ins Netzshirt passte, wurde das auch getragen.
Solange der Bauch noch ins Netzshirt passte, wurde das auch getragen.
Oktober 2014. Immerhin ein paar Bandshirts passen noch.
Oktober 2014. Immerhin ein paar Bandshirts passen noch.
2015. Eher praktisch unterwegs.
2015. Eher praktisch unterwegs.
WGT 2015 - immerhin mit Pikes.
WGT 2015 – immerhin mit Pikes.
2015. Auch als Mutter bleibt man meistens seiner Farbvorliebe treu.
2015. Auch als Mutter bleibt man meistens seiner Farbvorliebe treu.
März 2016.
März 2016. Endlich wieder richtig rumgruften, ohne dass die Klamotten nach zwei Minuten dreckig sind.
img_7884.jpg
WGT 2016. Endlich wieder bunte Haare! Korsett!
Mai 2016. Quasi heute.
Mai 2016. Quasi heute.

Oder wie würdet ihr euch gerne herrichten, gäbe es keine Hindernisse welcher Art auch immer (vom Zeitmangel über den konservativen Chef bis hin zur nicht kooperativen/vorhandenen Haarpracht)?

Ohne Zeitmangel würde ich tatsächlich öfter stärker geschminkt aus dem Haus gehen. Ohne einen Job, wie ich in habe, würde ich mehr Röcke und Kleider tragen. Bei meinen Haaren habe ich gerade wieder den Schritt zu blondiertem Pony gewagt – durch die Schwangerschaft sind sie sowieso an mehreren Stelle ziemlich abgebrochen, also habe ich eigentlich nichts zu verlieren. Ich liebe es jetzt schon.

Habt ihr Styling-Vorbilder oder Inspirationen?

Nicht direkt. Ich schaue gerne bei Pinterest nach Anregungen – wenn ich anfangen zu nähen oder zu schminken, wird da sehr schnell etwas komplett anderes draus. Meistens gefällt mir das dann aber sogar noch besser. Steampunk finde ich auch immer noch sehr interessant, bleibe aber bei meiner Elektroschrott-Bastel-Leidenschaft.

Welche Accessoires sind unumgänglich?

Das einzige, was ich ständig trage, sind meine Ringe und meine drei Armbänder. Ohrringe und Ketten waren lange mein ständiger Begleiter, allerdings störte das den Wolf sehr – ich fange also erst langsam wieder damit an. Vielleicht bin ich ein wenig “einfach” geworden, seit ich Mutter bin, aber schlecht finde ich das nun nicht unbedingt. Mein Kleiderschrank ist wieder etwas schwärzer geworden – Umstandsmode gibt es teilweise echt nur in gruseligen Farben.

Für alle weniger visuell Orientierten: Ist das alles überhaupt wichtig? Empfindet ihr das alles als Teil der Szene?

Gerade das letzte WGT hat mir gezeigt, dass die Grundfarbe schwarz einfach reicht – egal in welcher Ausprägung die Person das nach Außen hin lebt. (Oder auch nur im Inneren!) Uns verbindet mehr als das. Es ist einfacher, sich zu finden und die Grundstimmung zu erkennen – und ich liebe es, die verschiedenen Outfits und Schminkkünste anderer zu bewundern. Gerade am Montag, als die Fußballfans durch die Stadt strömten – eigentlich hat man nur am Blick erkannt, ob WGT’ler oder RB-Fan.

Mein WGT 2016.

So lange wie wir darauf gewartet haben, so schnell war es vorbei. Aber es war richtig schön.

Mittwoch

Mittags holte ich unsere Freundin vom Bahnhof ab. Wir kauften noch kurz ein und fuhren zum Kindergarten, den Wolf abholen. Zuhause ging dann das Packen und Vorbereiten weiter. Eine andere Freundin war noch da und es wurde munter Modenschau gespielt. Auf unser Auto klebte ich ein paar Fledermäuse – was halt so sein muss, wenn eigentlich gar keine Zeit für gar nichts ist. Aber schick sieht es aus. Die Männer spielten währenddessen mit der Wasserbahn und der kleine Mann durfte danach eine Runde baden. Abends gab es Nudeln mit Tomatenhacksoße und ich zauberte noch Spaghetti-Muffins und Schokomuffins für den nächsten Tag.

Der Plan um zehn im Bett zu liegen, ging gehörig schief. Es mussten noch tausend Dinge gepackt werden und nebenbei auch noch ein Schriftzug geplottet. Mit “den Rest mach ich morgen” um 23:55 Uhr meinte ich eigentlich etwas anderes. Naja. Schnell ins Bett.

Donnerstag

Acht Uhr Abfahrt – so war es abgemacht. Ähem. Viertel vor neun haben wir aber immerhin geschafft. (Was irgendwie zu vermeiden gilt: Schale mit Biomüll in der Küche stehen lassen. Es begrüßte mich am Dienstag eine flauschige, stinkende Schachtel. Hmpf.) Alles im Auto und los. Wir kamen mit drei Pausen auch ganz gut durch. Der Wolf schlief immer wieder und lies sich sonst mit Reiswaffeln oder Spielzeug beschäftigen. Ein bisschen Stau hatten wir auch – wie immer. Gehört wohl schon dazu.

Hotel gefunden, eingecheckt, Zimmer vollgekrümelt. Innerhalb einer halben Stunde. Der Zirkusadel machte sich dann zu Fuß auf den Weg in die Stadt. 15 Minuten und wir waren bei den Höfen am Brühl. Ein paar Kleinigkeiten bei DM, Primark und im Legostore gekauft. Zurück im Hotel waren die restlichen Badasses inzwischen auch angekommen. Irgendwie wurde es später und später und wir waren noch immer nicht unterwegs. Also fertig gemacht, alles wieder ins Auto geladen und zum Belantis gefahren.

Dort war es unglaublich surreal. Die Sohne ging unter, überall schwarze Gestalten, Grufti-Musik, beleuchtete Attraktionen und absolute Fröhlichkeit. Das war echt sehr bizarr. Aber schön! Unfassbar schön! Wir schlenderten mit unserer Gruppe Richtung Achterbahn und stellten uns an. Warteten. Warteten. Warteten. So zehn Minuten, bevor wir dran gewesen wären, wurde die Bahn geschlossen. Eine Stunde absolut umsonst gewartet. Wegen des Feuerwerks musste die Ecke des Parks gesperrt werden. Das war ja großartig organisert. Man hätte dann ja auch schon etwas früher dafür sorgen können, dass sich keiner mehr anstellt, oder? Ziemlich angenervt sind wir dann zurück und waren unschlüssig, von wo man das dann am Besten beobachtet. Tja, da wo wir dann standen, war es optimal. Das Feuerwerk war wirklich großartig. (Da weiß man dann auch, wo das zusätzlichge Geld der Ticketpreise hingeflossen ist…) Als es vorbei war, wollte wir Richtung Schiffsschaukel – wir waren schließlich noch auf keiner Attraktion. Da gab es dann die nächsten Abstimmungsprobleme und die Ordner wollten uns nicht über eine Brück lassen, obwohl von der anderen Seite schon Besucher kamen. Entnervt und mit einem sehr müdem Wolf sind wir dann gegangen. Immerhin war die Bändchenschlange nicht mehr so lang wie gegen 21 Uhr. Lila Bändchen abgeholt.

Mein Fazit zum Belantis: Schöne Idee, schlechte Umsetzung. Eine Location zu finden, bei der möglichst viele Teilnehmer Einlass finden, ist nicht leicht, das leuchtet mir wirklich ein. Dafür war das Belantis eigentlich wirklich optimal. Nur die Umsetzung… ach. Ach, ach.

Vor dem Hotel war natürlich kein Parkplatz mehr frei, also die Mitfahrer abgesetzt und zum Parkhaus West am Hauptbahnhof gefahren und das Auto dort geparkt. (Kostet 3€/Tag – an der Rezeption vom Hotel wurde uns das Parkhaus am Zoo ans Herz gelegt, das kostete allerdings das Doppelte. Ich würde immer wieder am HBF parken.) Noch kurz was zu Essen gejagt und zurück zum Hotel gelaufen.

Freitag


Erster richtiger Festivaltag. Wir waren doch noch etwas müde – haben aber bis 8 Uhr schlafen können. Den Vormittag etwas im Hotel rumgelegen und uns langsam fertig gemacht. Gegen Mittag wurde der Wolf müde und wir machten einen Spaziergang durch die Gegend ums Hotel. Bei Konsum ein paar Kleinigkeiten eingekauft – Getränke, Eiscafe… Wolf dank Fahrstuhl schlafend in unser Zimmer geschoben und in ein anderen Zimmer zum Klönen verzogen. Tagesplanung besprochen, beim Schminken zugeschaut, Blödsinn gemacht. Halt das, was passiert, wenn ein Haufen toller, verrückter Menschen in einem Zimmer stecken.

Als der Wolf wieder wach war, haben wir uns zu viert auf den Weg in die Stadt gemacht. Ein wenig gebummelt, etwas gegessen und schon trennten sich unsere Wege. Mein Graf und die Zauberschlampe sind zu Herrn von Aster, Prinzessin und Wolf kurz zurück ins Hotel und dann zur Agra.

Der Wolf machte mit Frau Dorphin Seifenblasen und lief freudig durch die Gegend, während wir auf den Rest warteten. Abney Park spielten in der Agra. Durch blöde Menschen, die anderen Menschen in falsche Straßenbahnen schickten, konnte ich nur drei Songs in der Halle erleben. Dafür hat der Wolf vorher noch 20 Minuten mit mir vor dem Einlass zur Halle zur Musik getanzt und getobt. Das war wirklich schön. Er hat den Ordnern immer wieder ein freundliches “Hallo!” entgegengerufen und bekam das dann auch mehrstimmig zurück. Am Eingang trafen wir ein paar andere Freunde, die später auch noch in der Halle auf uns warteten. Nach dem Konzert fuhren wir zurück ins Hotel. Der Wolf schlief unterwegs im Buggy schon ein und wurde erst nach ein paar Stunden wieder kurz wach.

Samstag


Der Wolf war wieder früher wach und damit der Graf sich in Ruhe fertig machen konnte, bin ich mit dem Wolf in Begleitung von Frau Dorphin zum Hauptbahnhof. Eine Flasche Pfeffi gekauft – natürlich die große Flasche, ich wusste ja, mit wem ich unterwegs bin. Bei Rossmann noch ein bischen Knabberzeugs für den Wolf und roten Blechkuchen mit Fledermauskeksen. Zurück im Hotel haben wir dann gefrühstückt. Kuchen. Wie sich das halt gehört.

Der Liebste ist wieder zu Herrn von Aster aufgebrochen und ich bin noch mal durch die Stadt. In der Hoffnung, den Wolf zum Schlafen zu bekommen, was nicht so klappte. Also in die Tram und auf ins Heidnische Dorf. Dort schlief der Wolf im größten Trubel zufrieden fast zwei Stunden. Ich lief erst durch die Gegend, traf dann noch die Fledermama mit Famile und zum Schluss wieder den Mann plus andere Gruftschnecken aus unserer Reisgruppe. Kurz was gegessen, noch eine kleine Runde gedreht, rübergeschlendert in die Agra-Verkaufshalle und gebummelt. Es gab wieder mehr kleine Stände, mit unglaublich schönen Stücken. Das Fehlen von x-tra-x und Zillo war nicht mehr so sichtbar wie die letzten Jahre. Wir waren aber doch recht kaputt und fuhren zurück ins Hotel.

Sonntag

Frühstücksüberlegungen: Absinth-Frühstück oder Bagel Brothers? Ersteres wurde es. Also machten wir uns zu 5. auf den Weg zur Le Petit Absintherie. Die kooperieren mit dem Papa Hemmingway und am Tag zuvor wurde uns dort recht gutes Buffet versprochen. Nun ja. Das war es definitiv nicht. 13€/Person für lauwarmes, ständig leeres Rührei, Aufbackbrötchen von LIDL, zwei Sorten Aufschnitt, zwei Sorten Käse, 1x Marmelade, Honig, Nusspli und Obst – welches nicht wirklich schmeckte. Getränke kamen extra. Dafür auch erst, als wir schon mit dem Frühstück durch waren. Werden wir nicht wieder machen. Dafür erstand der Liebste in der Absintherie noch eine Absinthfontäne für 35€! Auf so eine ist es schon ewig scharf gewesen – schön, dass er Glück hatte. Er brachte sie zurück ins Hotel und ich schlenderte mit dem Wolf durch die Stadt. Wir wollten uns am Stadtgeschichtlichen Museum treffen, möglichst mit schlafendem Wolf. Leider wurde das Wetter immer wechselhafter und dementsprechend voll war es im Museum. Mit Buggy sind wir dort nicht durchgekommen, also wieder raus und zur Agra. Halbwegs trocken angekommen, erstmal Shopping-Tour. Wir hatten gestern ein paar Dinge gesehen, die wir uns noch mal genauer anschauen wollten. Jetzt haben wir jeder schon mal ein Geschenk für den anderen zum Geburtstag. Bei Killerkirsche musste ich spontan ein Petticoat-Kleid anprobieren. Wollte ich schon immer mal, aber war mir mit der Größe einfach unsicher – und ob mir das steht. Das tut es. Sehr sogar. (Kurz habe ich mich mal wieder über die Größen geärgert – 48 entspricht hier 4XL. Hallo?!) Ich besitze jetzt also ein schwarzes Kleid mit roten Punkten. Das Wetter sah aus, als ob es jetzt etwas trocknener wird – ausgenutzt, um noch mal ins Heidnische Dorf zu gehen. Dort was gegessen und dann zurück zum Hotel. Es kamen uns Massen an Menschen entgegen – Timing perfekt.

Im Hotel habe ich mich dann umgezogen. Meine Versuche, die Zauberschlampe zu überreden mitzukommen, waren nicht erfolgreich. Es gab Milch mit Pfeffi und viel Glitzer auf die Augen. Korsett geschnürt, mehrere Schichten Klamotten übereinander und dann war ich ausgehfein.

img_7884.jpg

Solar Fake & Welle:Erdball – Vorfreude riesig. Der Wolf und sein Papa sind im Hotel geblieben und er schlief wohl auch schnell. An unserer Haltestelle hielt auch die Tram, die bis zum Kohlrabizirkus fuhr. Wie praktisch. Kaum war ich in der Halle, fing es so richtig an zu regnen. Eine knappe Stunde vor Solar Fake war ich da – die Halle war schon recht voll. Zwischendrin auch Einlassstopp, wie ich mitbekam. Solar Fake waren wirklich großartig. Nicht zu laut, nicht zu eng – ein paar andere Songs hätte ich mir noch gewünscht, aber auch so hab ich das Konzert genossen. Danach spielten mesh – joah. Ganz okay, aber nicht so wirklich mein Fall. Mich beeindruckte eine Frau, die durch die komplette Seite des Publikums tanzte – immer dort, wo gerade Platz war. Das war so schön. Genau wie die anderen tanzenden Menschen. Kurz war ich noch vor der Halle, aber es regnete immer noch und die Schlange am Handbrotstand viel zu lang. Also lieber schon mal nach vorne pirschen, um bei Welle einen guten Platz zu bekommen.

Hat auch geklappt, stand in der zweiten Reihe. Yeah. Das Konzert war wieder beeindruckend. Bühnenpräsenz wie keine zweite Band. Spaß, Kritik, Nostalgie. Ledider drängelte sich zwischendrin ein Betrunkener an mir vorbei, was mir ein verdrehtes Knie einbrachte. Nach der Hälfte des Konzertes ging ich nach hinten und dann auch bald zur Tram. Die Konfetti-Kanonen habe ich gar nicht mehr mitbekommen. Welle:Erdball-Konzerte sich immer wieder so toll – nur mein Mann hat gefehlt. Mit ihm wäre es noch schöner gewesen, da bin ich mir sicher. Den Badasses im Hotel hatte ich schon Bescheid gegeben – sie haben Pizza bestellt!

Dadurch, dass ich schon früher ging, habe ich die Tram nach zehn Minuten bekommen – die nächste kam laut Anzeige erst weiter 20 Minuten später. Um Mitternacht war ich am Hauptbahnhof und lief dann der Rest der Strecke, was mein Knie nicht so lustig fand. Aber noch mal 20 Minuten in der Kälte warten? Nein. Im Hotel mussten wir dann noch etwas warten, bis die Pizza kam – aber sie war sehr lecker. Danach ging es sofort ins Land der Träume.

Montag

Der Wolf war schon um 7:20 Uhr wach – ich eher nicht so. Nun ja. Hilft ja nichts. Bisschen mit ihm gespielt und die Frau Dorphin verabschiedet, die schon nach Hause musste. Im Hauptbahnhof die leeren Flaschen versucht abzugeben, leider hatte der Rewe dicht. Woanders hat es dann doch noch geklappt. Eine Brezel für den Wolf gekauft, Geld geholt und zurück zum Hotel. Neuer Versuch mit Frühstück bei Bagel Brothers.


Sehr optimistisch haben wir uns draußen hingesetzt. Nach der Hälfte des Bagels sind wir doch in den Laden umgezogen. Es regnete ordentlich. Frühstück war sehr lecker. Der Wolf schlief auf dem Weg ins Stadtgeschichtliche Museum ein und im zweiten Versuch konnten wir uns die “25 Jahre WGT”-Ausstellung anschauen.

Sehr schön gemacht und das Buch zur Ausstellung ist auch super interessant. Inzwischen trudelten Bagel Bestellungen ein und nach einem erneuten Abstecher zu Bagel Brothers lieferten wir Bagel ins Hotel. Es war der Tag der Aufstiegsfeier der roten Bullen – die Innenstadt war voller (betrunkener) RB Leipzig Fans. Das hatte ich nicht bedacht, als ich in die Tram wollte. Kein Platz für Buggy und mich. Also bis zum HBF gelaufen und dort eine Tram gesucht. Unnötig zu erwähnen, dass ich eigentlich eh schon spät dran war. Trotzdem dann das Spontis-Treffen gefunden und eine sehr schöne Zeit dort verbracht. Viele Menschen (wieder) getroffen, ein tolles Foto gemacht und den Kindern beim Spielen zugeschaut.


Zwei Gläser Sekt in der Sonne – hui! Das Wölfchen wurde müde und wir sind zurück zum Hotel. Bisschen umgezogen, Schuhe gewechselt und los ein letztes Mal ins Heidnische.


Der Liebste ist noch “kurz” zum Geldautomaten… Das dauerte dann etwas länger. Ich habe in der Zeit mit Wolf auf dem Arm zu Eric Fish getanzt, bis wir wieder zu dritt waren. Das Dort war wunderbar schwarz und leer. Die Tagesgäste alle weg, einige Stände auch schon leer, Wetter inzwischen wieder gut. Wir aßen noch etwas, machten eine gemütliche Runde und stöberten bei den Ständen. Der Liebste war noch verabredet – also machte ich mich mit dem Wolf alleine auf den Weg ins Hotel. Dort schlief er schon beim Wickeln fast wieder ein – ich dann auch recht früh. Was auch gut war.

Dienstag

Der Graf kam erst sehr spät ins Hotel, da habe ich schon tief und fest geschlafen. Er hatte aber wohl viel Spaß, genau wie der Rest der Bande. Ich zog mich und den Wolf an und nachdem schon die ersten Dinge in den Koffer gewandert waren, fuhren wir noch mal mit dem Buggy los. Es gab eine Brezeln für den Kleinen und ich brachte die Pfandflaschen weg.


Bisschen wehmütig lief ich zurück zum Hotel, irgendwie war ich noch nicht bereit, nach Hause zu fahren. Aber hilft ja nichts… Rest im Hotel gepackt, alles in die Lobby geschafft und los, Auto aus dem Parkhaus holen. Eigentlich wollten wir noch gemeinsam etwas essen, aber wegen verschiedener Termine und akuter Unlust dank Katerstimmung ließen wir das ausfallen. Unser Gepäck ins Auto getetrist und ab ging es nach Hause. Der Wolf war etwas angeschlagen und verschlief einen Großteil der Fahrt, so dass wir nur in Bad Fallingbostel kurz Pause machten.


Die Zauberschlampe wurde in Stellingen aus dem Auto gelassen und ratzfatz waren wir wieder Zuhause. Leider.

Und, wie war es?

Wundervoll. Traumhaft. Sehr schön. Endlich wieder die schwarze Familie getroffen. Die Lage des Hotels hätte auch kaum besser sein können. (Nun ja. Für nächstes Jahr ist es noch ein bisschen besser geworden. Die Dame mit der Parkplatzfee hat auch noch eine Hotelbrokerin, die ähnlich zauberhafte Fähigkeiten hat.) Mehr Konzerte als letztes Jahr mitbekommen – mehr tolle Menschen getroffen und neu kennengelernt. Ich war entspannter und konnte alles mehr genießen. Nur viel zu schnell vorbei war es. Jetzt heißt es wieder, Tage zählen bist nächstes Jahr…

img_7899-1.jpg

Prinzessin kocht: Gestopte Kartoffeln! #happygirlontravel

16zu9_Bloggeburtstag

Das Reisemädchen feiert den 5. Geburtstag ihres Blogs – herzlichen Glückwunsch! Doch das allein reicht nicht, gibt es doch auch einen Aufruf, Omas Klassiker neu zu interpretieren. Ich habe lange überlegt, was ich dann mal kochen könnte – Mehlbüddel war eigentlich mein Favorit, aber weil ich das Rezept nicht verändern möchte – es ist einfach so gut, wie es ist! – habe ich mich für gestopte Kartoffeln entschieden.

Gekocht habe ich das bisher noch nicht – aber das Rezept hängt schon lange an meiner Pinnwand. Es ist das Essen, was es häufig bei meiner Oma gibt, weil es einfach super lecker ist. Genau wie Kirschsuppe mit Klößen & der Duft von Lavendel – das verbinde ich mit meiner einen Oma.

Nach einem kurzen Rezept-Check bin ich los, Zutaten kaufen. Etwas grübelnd stand ich im Supermarkt, weil es mehr als ein Kräutersalz gibt. Wer lief mir über den Weg? Meine Oma. Genau die, die auch immer die Kartoffeln kocht. Wenn das man nicht ein treffender Zufall ist. Also auch gleich das Salz gekauft, was sie immer nimmt. Yeah!

Meine Zutatenliste:

  • Kartoffeln
  • Butter
  • Sahne
  • Kräutersalz
  • rote Currypaste

Los gehts. Erstmal die Kartoffeln in den Topf geworfen und gekocht. Das geht mit Salzkartoffeln oder Pellkartoffeln. Ich pelle Kartoffeln lieber, als sie zu schälen.

Als nächstes einen Becher Sahne mit einem Löffel Butter und einem Teelöffel Kräutersalz kurz aufkochen. Die Kattoffeln in Scheiben schneiden und in die Sahne geben. 10 Minuten köcheln lassen. Unbedingt weiter umrühren, es brennt sonst leicht an. 


Hier endet das Original-Rezept. Etwas Petersilie auf die Kartoffeln auf dem Teller – so schmeckt es bei Oma. Ich habe jetzt noch einen halben Teelöffel rote Currypaste untergerührt. Das war auch sehr lecker. 


Guten Hunger!

img_7096.jpg

WGT 2016 – Gedanken II.

Die Vorfreude steigt mit jedem Tag. Jetzt sind auch noch Abney Park und Solar Fake bestätigt – ich hoffe, ich schaffe es zu einem von beiden.

WGT – To Do:

[x] Unterkunft: Hotel. Nicht so furchtbar weit weg wie letztes Jahr. Zusammen mit dem Rest der Breaking Badasses. Eine Tramstation entfernt vom Hauptbahnhof – eine Entfernung, die auch zu Fuß zu meistern ist, sollten wir mit dem Buggy nicht in die Tram passen. Oder nachts zurücktorkeln. Tatsächlich habe ich schon geschaut, wo das Hotel genau ist und wo wir parken können. Außerdem bin ich mit Streetview ein bisschen durch die Gegend spaziert und habe direkt vor der Tür einen Bäcker entdeckt – voll super.
[  ] Outfits: Ein Fetzen-Wickelrock liegt unter meiner Nähmaschine. Also das Grundgerüst dafür. Ich will das schon ewig machen – hoffentlich wird der so toll, wie ich es mir vorstelle. Ansonsten freue ich mich schon wie sonstwar, endlich wieder Korsett und Reifrock tragen zu können. Und vielleicht auch das Hochzeitskleid? Der Rock ist so ganz anders, als gedacht. Aber ich glaube, er ist auch toll. Ein Korsett habe ich schon mal probiert: Es geht wieder zu, yeah. (Eins. Von sehr vielen.)
[  ] Frisur: Letzten Jahr war ich gar nicht mehr los, also ist es tatsächlich fast zwei Jahr her. Spitzen müssen unbedingt geschnitten werden. Hell freezes over, ich war beim Frisör! Meine Haare sind jetzt wieder auf einer Länge und sehen viel schöner aus. Jetzt stellt sich die Frage, ob ich blondieren wage.
[  ] Nähen: Siehe oben. Dann sollen noch für den Wolf Hosen dazu kommen. Oder ein Shirt oder so.
[  ] Basteln: Meine Liebelle habe ich letztes Jahr nicht repariert, ich hoffe das klappt dieses Jahr. Meine Flügel warten auch noch darauf, dass ich weiter bastle. 
[  ] Readymade: Der Schneide-Plotter und ich werden immer bessere Freunde. Da gibts schon viele Ideen für Shirts für den Wolf. Das Gruftschneckchen-Shirt muss auf jeden Fall noch mal geplottet werden. Mal sehen, wann ich das schaffe.
[/] Bestellen: Karten. Plotterfolie. Halbes Kreuz. Karten sind da. Plotterfolie werde ich wohl nicht mehr kaufen. 
[x] Schuhe: Pikes, Dr. Martens. War letztes Jahr super, wird dieses Jahr auch super sein.
[  ] Tasche: Der neue Rucksack kommt auf jeden Fall wieder mit. Dazu habe ich jetzt auch eine schöne Gürteltasche. Mal sehen, wie das zusammenpasst. Die Gürteltasche ist eher eine Hüfttasche und hat sich bei drei Konzerten bisher ganz gut bewährt. Auch in Kombination mit Rock.
[  ] Korsetts: Ja! Unbedingt! Mal durchprobieren, welche passen. Eins geht immerhin zu. Richtig geschnürt wars noch nicht.
[x] Kamera: Vielleicht fürs Hotel oder so mitnehmen, mal schauen.
[  ] Make-Up: Voll Bock drauf! Da muss ich dringend durchsortieren. Ist blöd, wenn der Eyeliner nur noch für einen Lidstrich reicht.
[  ] Kleiner Wolf: Kommt wieder mit. Wir werden uns dann abwecheln, so dass ich vielleicht auch Konzerte sehen kann und endlich wieder tanzen. Freut sich bestimmt auch schon.

Gothic Friday 2016: SchwarzArbeit – Zwischen Beruf und Berufung.

Neues Thema für den Gothic Friday von Spontis – dieses Mal kann ich auch keinen alten Beitrag verlinken, es ist ein komplett neues Thema. Und sehr spannend. Es sind vier Fragen gestellt, die mir das Schreiben etwas einfacher machen.

Welchen Beruf übst du aus oder strebst du an?

Ich habe nach meinem Abitur 2009 eine Ausbildung zur Fachinformatikerin für Systemintegration angefangen. Einige Bewerbungen für den Ausbildungsplatz hatte ich abgeschickt, wäre das nichts geworden, hätte ich wohl Lehramt studiert. Ich hatte aber zum Schluss drei Angebote für einen Ausbildungsplatz.

Weil ich doch ganz gut war, habe ich mit einem Schulkameraden ein halbes Jahr verkürzt und bin seit Januar 2012 staatlich geprüfte Fachinformatikerin.

(Wie) Lassen sich Gothic und Beruf verbinden und ist das überhaupt wichtig?

In meinem Beruf ist das recht einfach. Hätte ich studiert, wäre das wohl anders geworden. Meinen Pfingsturlaub macht mir keiner streitig und auch sonst gibt es wenig Probleme. Es gibt aber irgendwie auch nicht viele Punkte, wo ich das als Problem sehe. Gothic ist ein Teil von mir, ich bin einfach eine Gruftschnecke. Das hört nicht auf, wenn ich mit morgens an der Zeiterfassung einbuche. Wenn ich die Wahl habe, entscheide ich mich für den schwarzen Monitor statt dem weißen – weil ich es schöner finde. Wenn ich Dinge personalisieren kann, dann ist es eher gruftig. Soweit es geht und soweit es die Kollegen auch haben. Viel mehr Berührungspunkte gibt es auch eigentlich nicht. Büro ist Büro, Zuhause ist Zuhause.

Welche Abstriche nimmst du bei deinem Äußeren im Kauf oder würdest du in Kauf nehmen?

Ich trage aus praktischen Gründen keine Röcke oder Kleider bei der Arbeit – dafür krabbel ich zu häufig unter Tische oder steige auf Leitern. Ansonsten schminke ich mich nicht so stark wie zu anderen Gelegenheiten. Was eventuell auch am Zeitdruck morgens liegt. Da kein Kundenkontakt besteht, ist trotz Anstellung im öffentlichen Dienst vieles möglich. Ich bin schon mit sehr bunten Haaren arbeiten gewesen, das fanden sogar viele Kollegen recht schick. Die Schuhwahl ist durch die Auflage, Sicherheitsschuhe in vielen Bereichen zu tragen, recht eingeschränkt. Finde ich aber auch nicht schlimm. Die Wetterschutzjacke mit schicker oranger Schulterpartie… nun ja. Sie hält mich trocken und warm. Das ist hier am Kanal schon von Vorteil. In der Freizeit greife ich da lieber zu dezenteren Schwarztönen.

Welche Vorurteile oder Probleme tauchen im Umgang mit Chefs, Kollegen oder Kunden auf?

Wenige. Wobei mein Job auch eine Männerdomäne ist – ich bin allein mit vielen Männern in der Abteilung. Ab und zu mal ein Spruch, wenn die Haare wieder bunt waren – das aber auch eher freundlich und anerkennenen. Immerhin wusste immer sofort jeder, wer gemeint war, wenn es hieß “die Dame mit den bunten Haaren war hier” – auch gut. Schwarze Kleidung ist kein Problem, das machen die anderen Metalheads hier ja auch. Ich achte natürlich darauf, welche Bandshirts ich anziehe. Auswahl ist zum Glück in ausreichender Menge vorhanden. Meine Urlaubsvorlieben sind auch akzeptiert – Pfingsten ist nun mal fest. Dafür bin ich dann auch in anderen Ferien oder an Feiertagen bereit zu arbeiten oder Bereitschaft zu machen. Geht alles.

IMG_6640[1]

Projekt FlyingHigh.

Willkommen zu einer neuen Runde: Basteln mit der Prinzessin. Lange ist es her, dass ich Zeit, Lust und Ideen hatte. Das hier ist der erste Prototyp für mein Projekt Flügel – auch #FlyingHigh getauft.

IMG_6632[1]

Ausgangsmaterial: Bügeleisen, Schneidematte, Backpapier, Geschenkfolie mit Muster und ohne, Papier, Zange, Blumendraht, Heißklebepistole (liegt unter dem Tisch) und LED-Glasfaser-Haarclip.IMG_6633[1]

Die Idee habe ich über Pinterest gefunden und erst noch mal ein bisschen auf meiner Projekt-Pinnwand dazu gestöbert.  Die erste Frage war: Welche Form möchte ich denn? Da es erstmal ein Probedurchgang werden sollte, habe ich mich für recht einfache Fledermausflügel entschieden. Beide habe ich gleichzeitig gebogen und einzelnd nachgearbeitet. Sind ziemlich gleich geworden.IMG_6634[1]

Genau an dem Tag gab es bei Aldi Geschenkfolie mit weißem Muster – das passte doch! (In den USA gibt es auch ganz tolle Folie, die schimmert… Hier habe ich die nur wirklich teuer gefunden. Hmpf.) Damit das nicht zu wild wird, ist die eine Schichte ganz normale durchsichtige Folie. In den anderen Anleitungen sind die Folien meist mit Sprühkleber etwas fixiert. Da ich noch immer keinen Sprühkleber habe, musste das so gehen.IMG_6635[1]

Jetzt wird es spannend! Das Bügeleisen war schnell heiß – zum Glück habe ich an eine zweite Lage Backpapier gedacht, sonst hätte das bei der ersten Berührung in den Müll gekonnt.

IMG_6636[1]

Wow. Das ging viel schneller und besser als gedacht. An den Spitzen musste ich etwas flicken und nacharbeiten, mit Sprühkleber wäre das vermutlich einfacher gewesen. Der Draht wird übrigens ziemlich heiß… IMG_6637[1]

Als nächstes habe ich die Folie etwas in Form geschnitten und gekürzt. Ganz nah abschneiden war keine gute Idee, so fest war das nicht mit dem Gestell verbunden.

IMG_6638[1]

Heißklebepistole angeheizt und die Enden schön um den Draht geklebt. (Etliche Male die Finger verbrannt..) IMG_6639[1]

Natürlich war dann der Klebenachschub leer. Zum Glück gibt es Tedi im Ort. Einen kleinen Spaziergang später konnte es weiter gehen. Die Glasfasern aufkleben. Mit dem Glitzerkleber habe ich die Kanten verschönert – das sah man leider überhaupt nicht.

IMG_6640[1]

Fertig! So hell wie es auf den Bildern aussieht, ist es nicht. Dieses Haar-Clips-Dings habe ich am Mittelstück festgeklebt. Die Fasern dann auch mit Heißkleber – doofe Idee, da bricht sich dann schon das Licht.

IMG_6641[1]

Fazit: Für einen Prototypen ziemlich cool. Also defintiv machbar. Die alternative Methode, den Draht mit Strumpfhose zu überziehen und die Glasfasern festzunähen, wird wohl besser klappen. Wenn ich die Fasern hier wieder gelöst bekomme, teste ich das. Ansonsten muss ich warten, bis meine beiden Ufo-Lampen ankommen. Meterware-Glasfaser wird dann vielleicht bestellt, wenn es wirklich so klappt, wie ich möchte. Was noch etwas Tüftelei erfordert, ist die Befestigung. Hinten ins Korsett stecken klappt nicht so schön, wie erhofft. Also wahrscheinlich Bänder. Die Lichtsteuerung muss auch geschickt verpackt werden. Mal sehen, wie ich das löse. Auch werde ich die Glasfasern in kleinere Bündel zusammenfügen müssen, damit sie schöner verteit sind. Ich hoffe, ich kann bald mit 2.0 anfangen.

(Falls jemand noch LWL-Kabel abzugeben hat: Hier! Ich nehme auch gerne defekte.)

Gothic Friday 2016 – März: Wie klingt deine musikalische Szene?

Neuer Monat – neues Thema beim Gothic Friday. Ein Thema, bei dem ich erstmal ordentlich schlucken musste. Tausend Bands und Lieder wanderten spontan durch meinen Kopf – ich hoffe, ich kann das ansatzweise  zu Papier bringen. Mehr Artikel zu dieser Reihe findet ihr bei Robert auf spontis.de – lesen lohnt sich. (Ich versuche immer erst dann bei anderen zu lesen, wenn mein eigener Artikel veröffentlicht ist – sonst werde ich nie fertig, weil weitere tausend Bands durch meinen Kopf zucken.)

Das Thema ist in drei Abschnitte aufgeteilt: Vergangenheit – die Tiefe – das Hier und Jetzt. Ohne Aufteilung wäre ich vermutlich schon jetzt gescheitert.

Die Vergangenheit

Meine Einstiegsdroge in die schwarze Szene war die Mittelaltermusik. Musik hat bei uns in der Familie schon immer eine große Rolle gespielt. Mein Papa hat eine sehr umfangreiche CD-Sammlung und ich habe oft als kleines Kind bei ihm im Arbeitszimmer gespielt, während die Ärzte, die toten Hosen oder Rammstein liefen. Die Grundrichtung war also ein wenig vorgegeben. Über die Mittelaltermusik schwappte mein Interesse dann zu Bands wie Subway to Sally, Schandmaul und irgendwann zu ASP. Mir gingen (und gehen immer noch!) die Flöten in der Mittelaltermusik dermaßen auf den Geist, dass ich nach anderen Bands suchte. Zu der Zeit habe ich erst als Hörerin, später auch als Moderatorin in einem Webradio meine Abende verbracht. Meine Liste mit interessanten Bands wuchs und wuchs – auf Myspace gab es zumindest ein bisschen was zum anfixen – mit Glück ein paar Clips auf Youtube. Die ein oder andere Youtube-Playlist hat das auch noch meinen Horizont erweitert. Durch mein erstes ASP-Konzert lernte ich Seelenzorn* kennen und damit dann die “elektronischere” Seite der Musik. Durch meinen sich langsam erweiternden Freundeskreis ging es in die Clubs in der Umgebung. (Haha, wie niedlich Umgebung klingt. 100 km Fahrt eine Tour sind es immer gewesen.) Wir haben so einige Nächte durchgetanzt und dank dem Wissen meiner Freunde wanderte die ein oder andere Band auch in mein CD-Regal.

*(Bei den Recherchen zu diesem Artikel habe ich leider lesen müssen, dass der Sänger von Seelenzorn letztes Jahr verstorben ist. Ich habe sie zwar nur zwei Mal sehen dürfen, aber er und der Rest der Band haben mich schon beeindruckt. RIP Jens.)

Das war alles ein sehr schleichender Prozess. Es gab keinen Schalter, der umgelegt wurde. Viele Bands, die mich am Anfang faszinierten, mag ich inzwischen nicht mehr. Wobei das eher die Alben oder die Äußerungen der Bandmitglieder sind. Samsas Traum habe ich mit a.Ura und das Schnecken.haus kennen gelernt. Malerische, tolle Texte voller Phantasie… Mit dem Metal-Geschrammel danach war meine Begeisterung völlig weggeblasen. Nach zwei enttäuschenden Konzerten und zwei weiteren mittelmäßigen Platten habe ich mit dieser Band abgeschlossen. Die alten CDs höre ich noch gerne, die Ansichten von Kaschte und die neuen Sachen interessieren mich einfach nicht mehr. Ab und zu schwappt noch mal ein neuerer Song in meine Playlisten, schockverliebt war ich lange nicht mehr. Auch meine unglaubliche Liebe zu ASP ist deutlich abgekühlt. Das aktuelle Album habe ich noch nicht so häufig gehört, vielleicht muss sich das auch erst entwickeln.

Kurzzeitig ist die Industrial- und EBM-Musik in meinen Mittelpunkt gerückt. Combichrist, Wumpscut, die Krupps, Suicide Commando – alles was knallt und gut tanzbar ist. Höre ich auch jetzt noch – aber nur mal einen Song und dann ist auch wieder gut. Nachtmahr tauchte mit “Mädchen in Uniform” genau dann auf, als ich sehr viel tanzen war. Inzwischen macht mir die Band und alles drumherum Angst. Das geht in eine gruselige Richtung. Dazu haben andere allerdings schon ausführlicher geschrieben.

Hängen geblieben bin ich eigentlich bei den klassischen Bands – Sisters of Mercy, the Cure, Silke Bischoff – aber auch Oomph!, L’Âme Immortelle, Covenant, Heppner, Solar Fake und Welle:Erdball. Ich bewegen mich auch noch gerne im Bereich Neue Deutsche Härte – das ist sehr tagesformabhängig.

Seit 2006 scrobbel ich meine gehörten Titel zu Last.fm – leider klappt das nicht so zuverlässig, wie ich mir das wünsche und natürlich sind da auch nicht die Tracks drin, die ich über meine große Anlage höre – aber dort findet sich eine schöne Übersicht über meine Musikvorlieben.

Die Tiefe

Manchmal möchte ich schreien, wenn im Radio Songs lustig daherplätschern, im Text aber (auf Englisch) nur über verschiedene Probleme mit Sex gesungen wird. Im normalen Programm. Texte sind so unglaublich bedeutend! Dass der Großteil der Radiohörer nunmal kaum richtig hinhört oder kein Englisch spricht, ist wohl das Glück der meisten Interpreten.

In 90% der Fälle sind für mich Text und Musik wichtig. Mein Englisch ist ausreichend, um zu verstehen, um was es in den meisten Songs geht. Wenn das nicht der Fall ist, suche ich mir auch die Texte und übersetze sie. Was vielleicht auch ein Grund dafür ist, dass ich mit fränzösischen, spanischen oder anderen Texten nicht viel anfangen kann. Wer weiß, worüber die da singen?

Ich bin kein Stück musikalisch – kann mich aber sehr gut in Melodien oder Rhythmen oder Stimmen verlieben. Es muss alles zusammen passen. Bevorzugt sind Bands mit männlichen Gesangsstimmen, Songs mit Text und ohne elendig lange Instrumentalteil. Ein treibender Beat ist schön – muss aber nicht immer sein. Was Instrumente angeht: Flöten nein danke. Streichinstumente, Klavier… [insert schnurren hier]

Für den Grafen und mich hat ein Song eine ziemlich besondere Bedeutung: Werben von ASP. Ich erinnere mich immer noch sehr daran, wie er mir beim Konzert im Kieler Schloss 2010 in die Augen sah und wir zusammen gesungen haben. Die Zeile “Für immer wir” ist in unsere Verlobungsringe graviert. Der Song lief natürlich auch bei unserer alternativen Trauung.

Das Hier und Jetzt

Seit ein paar Jahren bin ich ziemlich Solar Fake verfallen. Das aktuellste Projekt von Sven Friedrich ist für mich eine gelungene Mischung aus Beats, Texten und seiner Stimme. Auch aus der Steampunk-Ecke kommt immer wieder Musik, die mir nicht mehr aus dem Kopf geht. Abney Park dürfte ja inzwischen bekannt sein, Steam-Powered Giraffe sind aber auch auf jeden Fall hörens- und sehenswert. Die Videos der Band sind großartig!

Zu meinen Everblacks gehören auf jeden Fall Stücke von den Sisters of Mercy, the Cure, Depeche Mode, Deine Lakaien oder Wolfsheim. An bestimmten Songs kann ich das gar nicht direkt festmachen. Ich freue mich immer wenn ich tanzen kann – oder wenn es mal einer dieser Songs ins Radio geschafft hat, wenn ich im Auto unterwegs bin.

Totgespielt in Clubs ist für mich eindeutig “Ich will brennen” und “Schwarzes Blut” von ASP. Wobei ich das auf Konzerten noch gerne höre. Ansonsten bin ich echt allergisch gegen Blutengel und alles, was nur stumpf aus 2-3 Textzeilen besteht. Noisuf-X gehört da teilweise zu oder x-Rx. Beleidigungen müssen irgendwie nicht unbedingt sein. Vorallem, wenn das dann auch noch auf jeder Party hört.

Meine aktuelle Top 5
Steam Powered Giraffe – Saturday Night
L’âme Immortelle – Fear
Oomph! – Jede Reise hat ein Ende
Avantasia – Draconian Love
Welle:Erdball – Die Liebe der 3. Art

Ewigen Top 5
Wolfsheim – The Sparrows And The Nightingales
Silke Bischoff – On the other side
Sisters of Mercy – You don’t see me
Abney Park – Airship Pirate
Covenant – Call the Ships to Port

Flop 5
Unheilig – alles ab 2010
Blutengel – alles. Damit eingeschlossen auch die anderen Bands um Chris Pohl.
Samsas Traum – Heiliges Herz
Welle:Erdball – 1000 Engel
Nachtmahr

Mit den Flop 5 habe ich mich sehr schwer getan. Wenn ich etwas nicht mag, höre ich auf es zu hören. Es gibt genug gute Musik, da bin ich nicht gezwungen, etwas mittelmäßiges abzuspielen. Bei manchen Bands bin ich nach wie vor traurig, wie sie sich entwickelt haben – dafür sind andere jetzt eher mein Fall. Auch mein Geschmack verändert sich. Das ist auch gut so! Viele Bands sind schon länger aktiv als ich Jahre alt bin. Wenn da nicht ab und zu etwas Neues in meine Playlisten kriechen würde, wäre ich sehr traurig.

Wer noch immer nicht genug hat, hier habe ich vor fünf Jahren über meinen Musikgeschmack geschrieben: Gothic Friday 2011 Februar: Musik und Leidenschaft.

(Am Samstag gehe ich mit meinem Papa zu L’âme Immortelle – Erziehung in Sachen Musik geht also auch in die Richtung, hihi.)

Gothic Friday 2016 – Februar: Warum bist Du immer noch in der Szene?

Vor fünf Jahren zog unser Blog gerade auf die eigenen Domain um – der Gothic Friday war eine der ersten Artikelserien, die wir hier veröffentlichten. Es ist viel passiert in der Zeit. Aber diesen Blog gibt es noch – also endlich wieder regelmäßige Einträge! Ich habe mich so sehr gefreut, als ich bei Robert davon las. Die alten Einträge bekommen auch noch immer viele Besucher, da ist das doch wirlich schön, neue Gedanken festhalten zu können.

Das erste Thema war: Wie bist du in die Szene gekommen? Den Beitrag hole ich gerne wieder hervor. Mit dem letzten Satz starte ich einfach mal in das neue Theman: Warum bist du immer noch in der Szene?

Also bin ich dann wohl als normales Mädchen in die Szene gestrauchelt und jetzt die glitzernde Gruftschnecke, die ich auch gerne bleiben mag.

Durch die Einträge vor fünf Jahren schlich sich der Begriff Gruftschnecke in meinen Sprachgebrauch. Und von dort in den der anderen Menschen um mich. Das hätte ich so nicht gedacht – es freut mich!

In den letzten fünf Jahren waren wir auf verschiedenen Festivals, Märkten, Treffen. Der Zirkusadel ist um ein Gruftschneckchen reicher geworden. Geheiratet wurde auch noch – das alles in schwarz. Ich habe mir nie bewusst die Frage gestellt, ob ich noch immer Gothic bin. Das ist einfach ein Teil von mir. Unsere Wohnung ist hauptsächlich schwarz/rot eingerichtet, meine Kleidung ist auch zu 90% schwarz – so bin ich einfach. (Zur Hochzeit waren meine Oma und Mama mit mir Brautkleider anschauen. Um ihnen zu beweisen, dass weiß mir einfach überhaupt nicht steht, probierte ich ein Kleid an. Stellte mich auf den Hocher, drehte mich… Sie schauten sich an und waren sich einig: Weiß passt nicht zu mir.)

Mein Musikgeschmack ist noch etwas elektronischer geworden, würde ich einfach mal behaupten. Wobei auch der Steampunk eine recht große Rolle für mich spielt. Nicht nur in der Musik, auch im Kleidungsstil. Mein Hochzeitskleid stammt von Alignor Aetherium, die mit ihrem Label Steampunk Decadence wundervolle Kleider und Anzüge zaubert. Eine Woche nach der Hochzeit haben wir für sie an der Modenschau zur Ausstellung Machina Nostalgica teilgenommen. Die Ausstellung ist wirklich schön – wenn es dieses Jahr Termine in eurer Nähe geben sollte – schaut sie euch an. Es ist unglaublich, wie viel Kreativität in manchen Menschen steckt – und wie andere Menschen dann der kleine Zündfunke sein können, der alles zum Lodern bringt.

Durch den Wolf war ich die letzten zwei Jahre nicht so viel unterwegs, wir ich vielleicht gerne gewesen wäre. Das macht die Vorfreude auf bestimmt Termine dann noch viel größer. Seit über zwei Jahren steckte ich nicht mehr in Korsett und Reifrock – es fehlt mir so sehr. Das ist eigentlich ein Zeichen für mich, dass die Gothic-Szene immer noch mein Zuhause ist. Freunde. Zufluchtsort. Familie. Ob und wann der Wolf uns dann für schrecklich komische Eltern hält, bleibt abzuwarten. Ich hoffe, wir können ihm später vermitteln, dass es viele verschiedene Arten zu leben gibt – und jeder auch so sein können sollte, wie er es gerne möchte. Denn das ist es ja eigentlich: Ich bin als Gruftschnecke so, wie es mir gefällt. Allerdings glitzere ich aus praktischen Gründen nicht mehr ganz so oft.

Ob ich in fünf Jahren auch noch so denke? Das sehen wir dann.

Der Graf & die Prinzessin mit dem kleinen Wolf.